Hohe Domkirche zu Trier (Foto: dpa | Harald Tittel)

Trier gedenkt der Opfer der Amokfahrt

  01.12.2021 | 14:10 Uhr

Zum Jahrestag der Amokfahrt hat Trier mit einer Gedenkveranstaltung an die Opfer und die Betroffenen der Tat erinnert. Am 1. Dezember 2020 wurden fünf Menschen getötet und zahlreiche verletzt, als ein Mann mit einem Geländewagen im Zickzack-Kurs durch die Fußgängerzone fuhr.

Bei der Amokfahrt am 1. Dezember 2020 in der Trierer Fußgängerzone starben fünf Menschen, zahlreiche weitere wurden verletzt und traumatisiert. Am Jahrestag der Tat erinnerte die Stadt Trier mit einer Gedenkveranstaltung und einem ökumenischen Gottesdienst an die Betroffenen. Der Gottesdienst begann ein Jahr nach der der Tatzeit um 13.46 Uhr mit vier Minuten Glockengeläut.

Für dieser Zeit hatte Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) die Bürgerinnen und Bürger gebeten, schweigend der Opfer zu gedenken. Die Plätze im Dom waren vorrangig an Opfer und Hinterbliebene sowie Rettungskräfte und Seelsorger vergeben worden. Der SWR übertrug Gottesdienst live im Fernsehen.

Video [aktueller bericht, 01.12.2021, Länge: 3:33 Min.]
Ein Jahr nach der Amokfahrt von Trier

Geistliche aller vier Konfessionen hatten den Gottesdienst gestaltet. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann erinnerte an das Lichtermeer aus Kerzen, das nach der Tat wochenlang zum Stadtbild gehörte. "Der 1. Dezember 2020 hat unsere Stadt verändert."

Anklage wegen mehrfachen Mordes

Der mutmaßliche Täter der Amokfahrt war damals wenige Minuten nach der Tat festgenommen worden. Im August hat der Prozess gegen ihn begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten fünffachen Mord und versuchten Mord in 18 weiteren Fällen vor. Elf Monate nach der Tat starb zudem ein weiterer Mann, der bei der Amokfahrt ebenfalls schwerst verletzt und dessen Frau damals getötet wurde.

Dem Angeklagten aus Trier wird vorgeworfen, mit einem Geländewagen im Zickzack-Kurs durch die Fußgängerzone gefahren zu sein und gezielt Menschen angefahren zu haben. Nach Einschätzung der Polizei hatte er die Tat geplant. Laut eines psychiatrischen Sachverständigen leide der 52-Jährige an einer Psychose. Inwieweit seine Schuldfähigkeit gemindert sei, sei unklar.

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Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 02.11.2021 berichtet.

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