Weihnachtsdekoration (Foto: Imago Images/Blickwinkel)

Tipps für nachhaltigere Weihnachten

Linda Grotholt   18.12.2019 | 08:31 Uhr

An Weihnachten wird viel gegessen, viel gekauft und viel weggeworfen. Das ist vor allem schlecht für unsere Öko-Bilanz. Weihnachten geht aber auch nachhaltiger und umweltfreundlicher. Wir haben einige Ideen gesammelt.

Besinnlichkeit und Nächstenliebe treffen auf Hektik und Konsumrausch – Weihnachten ist immer auch ein Fest der Gegensätze. Dabei geht es auch anders: Nachhaltig(er) und umweltfreundlich(er), und zwar ganz ohne Verzicht. Wir haben die besten Ideen und Tipps gesammelt:

Nachhaltig schenken

Nachhaltigkeit fängt schon bei den Weihnachtsgeschenken an – schließlich sollten sie schön, nützlich und vielleicht auch originell sein. Jean-Philippe Baum vom Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland rät, Geschenke aus der Region zu bevorzugen, „denn das Geld, was hier in den Wirtschaftskreislauf kommt, sorgt auch hier wieder für Wertschöpfung.“

Eine weitere Idee sind selbstgemachte Geschenke: „Waschmittel, Deo, Shampoo oder Seife – selbstgemacht. Wenn man dann noch einen Zettel mit dem Rezept daran befestigt, dann bewegt das Geschenk auch nachhaltig.“ Besonders ressourcenschonend sind Secondhand-Geschenke: „Etwas Ausgefallenes auf dem Flohmarkt für jemanden raussuchen ist auch ein schönes Geschenk, auch wenn es nicht brandneu ist“, sagt Sophie Kolb vom Netzwerk Entwicklungspolitik. Soll es allerdings doch etwas Neues sein, dann sollte beim Kauf auf nachhaltige Materialien und Produktionsbedingungen geachtet wer­den.

Und zu guter Letzt: Wieso nicht einfach Zeit verschenken? Denn die meisten von uns haben sowieso viel zu viel Zeug – im Kleiderschrank, im Keller oder auf dem Dachboden. Wem die Ideen für gemeinsame Ausflüge fehlen, der findet Anregungen im Zeit-statt-Zeug-Shop. Die komplett kostenlosen „Zeitgeschenke“ heißen zum Beispiel „Waldluft statt Parfüm“ ­und können einfach online ausgesucht und mit einer persönlichen Nachricht als E-Card verschickt werden.

Nachhaltig schmücken

Bei vielen darf er an Weihnachten nicht fehlen: Der Tannenbaum. Zwischen 23 und 25 Millionen Weihnachtsbäume stehen nach Informationen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald jedes Jahr in deutschen Wohnzimmern – und werden nach wenigen Wochen schon wieder entsorgt. Eine Alternative zum klassischen Christbaum sind gemietete Bäume: Sie werden im Topf angeliefert und nach Weihnachten entweder wieder zurück in die Natur gebracht oder man kann ihn selbst einpflanzen.

Und die Deko am Baum? Tannenzapfen, Nüsse, Zimtstangen, getrocknete Beeren und Orangenscheiben machen sich genauso gut wie Christbaumkugeln und Lametta. In Sachen Beleuchtung sagt Sophie Kolb vom Netzwerk Entwicklungspolitik: „An Weihnachten haben wir einen sehr großen Energiekonsum. Vielleicht kann man auch mal auf Lichterketten verzichten.“ Wer das nicht möchte, kann auf energiesparende LED-Beleuchtung umsteigen – am besten mit Steckdosenanschluss, denn die Batterien aus batteriebetriebenen Lichterketten landen früher oder später auch im Müll.

Nachhaltig essen

„Nur weil ich einen Braten mache, habe ich nicht zwangsläufig ein tolles Essen“, sagt Jean-Philippe Baum. Er schlägt vor, auf vegetarische Rezepte zurückzugreifen, da sie klimafreundlicher sind. Außerdem nachhaltig: Saisonal essen. Beilagen wie Rosenkohl oder Rotkohl sind eine gute Wahl, denn beides kann im Dezember in Deutschland geerntet werden und muss nicht erst um die halbe Welt zu uns geflogen werden.

Und bei wem es doch Fleisch sein soll, der sollte die Herkunft überprüfen oder gleich zum Bauern in der Region gehen. Pluspunkt: Neben dem Tierwohl werden so auch lange Transportwege und somit auch CO2-Emissionen eingespart.

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