Passwörter sind Ziele von Hackerangriffen (Foto: imago)

Zehn Tipps für mehr Sicherheit im Internet

  05.02.2019 | 07:35 Uhr

Die Europäische Kommission hat am Dienstag zu Aktionen rund um das Thema Internetsicherheit aufgerufen. Dieses Jahr stehen die Themen Hassreden und Internet-Mobbing im Mittelpunkt. Für mehr Sicherheit im Netz gibt das Cispa Internetnutzern zehn Tipps an die Hand.

Die saarländischen Aktionen zum Safer Internet Day (SID) führten die Landesmedienanstalt und die Arbeitskammer des Saarlandes durch. Das Motto des SID 2019 lautet "Together for a better internet" (deutsch: „Zusammen für besseres Internet“). Dass das Thema Internetsicherheit noch nicht bei jedem angekommen ist, zeigt eine Studie des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Laut Studie informiert sich gerade einmal jeder dritte Internetnutzer über Sicherheit im Netz.

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Gegen Hass im Internet
Gegen Hass im Internet
Der Safer Internet Day läuft jedes Jahr unter einem bestimmten Motto. Dieses Jahr stehen die Themen Hassreden und Internet-Mobbing im Mittelpunkt. Auch das sind Gefahren, denen man beim Surfen im Netz gegenüberstehen kann. SR-Reporterin Marie Kribelbauer hat den Direktor der Landesmedienanstalt Saarland Uwe Conradt mal gefragt, wieso der Umgangston im Netz oft rauer und respektloser ist als im realen Leben.


Zehn Tipps zum sicheren Umgang mit dem Internet

1. Komplizierte Entsperrmuster und regelmäßiges Reinigen von Smartphones können verhindern, dass Fremde Ihr Gerät entsperren können. Jede Berührung des Displays hinterlässt Schmierflecken. Dadurch kann ein Entsperrmuster und sogar eine PIN aus Ziffern nachvollzogen werden. Deshalb sollte man Smartphones regelmäßig reinigen und so von den Spuren befreien. Muster, die sich selbst überkreuzen und möglichst alle Punkte beinhalten, bieten zusätzliche Sicherheit.


2. In öffentlichen Netzwerken sollte man Internetseiten nur mit dem vorangestellten Kürzel https:// aufrufen. WLAN-Hotspots an öffentlichen Plätzen sind zwar nützlich, aber meistens alles andere als sicher. Denn andere Computer im selben Netz könnten Suchanfragen, Passwörter oder Anmeldedaten mitlesen. HTTPS gewährleistet eine abhörsichere Verbindung. Auf das Abrufen von E-Mails oder Online-Banking sollte man in einem öffentlichen Netz am besten ganz verzichten.


3. Kontrollieren Sie gründlich die Internetadresse, bevor Sie Ihr Passwort eingeben oder sogar Online-Banking betreiben. HTTPS-Zertifikate kann jeder für seine Seite beantragen. Sehen sich die Internetadressen und -seiten aber ähnlich, kann auch das vorangestellte https:// nicht vor Schaden schützen.


4. Verwenden Sie für jede Website und jeden Dienst ein eigenes Passwort. Immer häufiger dringen Hacker in Kundendatenbanken ein und stehlen Zugangsdaten und Passwörter. Mit unterschiedlichen Passwörtern vermeidet man, dass gestohlene Zugangsdaten gleich mehrfach missbraucht werden können.


Sicheres Internet: Mehr als nur gute Passwörter nötig
Audio [SR 3, (c) Marie Kribelbauer, 05.02.2019, Länge: 02:26 Min.]
Sicheres Internet: Mehr als nur gute Passwörter nötig
Am Dienstag ist der „Safer Internet Day“, der Tag des sichereren Internets. Jetzt denken Sie vielleicht: „Stimmt, ich müsste wirklich mal wieder das Passwort meines Email-Kontos ändern oder den Virenschutz auf dem Computer auf den neuesten Stand bringen.“ Doch Internet-Sicherheit geht noch weit über diese Dinge hinaus. Darauf machen Unternehmen und Institutionen aufmerksam. Die Landesmedienanstalt Saarland klärt zum Beispiel über Digitale Assistenten, wie Alexa oder Siri auf. SR-Reporterin Marie Kribelbauer hat sich in den Räumen der LMS mal mit einem solchen Gerät unterhalten.


5. Mit einem „Passwort-Safe“ muss man sich nur ein Passwort merken. Grundsätzlich sind möglichst lange und komplizierte Passwörter sicherer als zum Beispiel der eigene Name. Problem ist nur, dass man sich komplizierte Passwörter schwer merken kann. Passwort-Safes generieren sichere Passwörter und speichern sie verschlüsselt ab.


6. Kein seriöses Unternehmen fordert per E-Mail zur Eingabe von privaten Daten auf. Das Abgreifen von Informationen mit Hilfe gefälschter E-Mails nennen Experten „Phishing“. Diese Mails sehen den Originalen zum Verwechseln ähnlich. Darin enthaltene Links sollten auf keinen Fall angeklickt werden. Oft führen sie zu virenverseuchten Webseiten.


7. Zahlen Sie kein Lösegeld, wenn sie von einer „Ransomware“ erpresst werden. Als Ransomware werden besonders gefährliche Viren bezeichnet, die Daten klauen und den betroffenen Nutzer dann erpressen. Die Schadsoftware verschlüsselt dazu wichtige Dokumente auf Ihrem Computer. Für die Entschlüsselung wird anschließend ein Lösegeld gefordert. Zu dieser Entschlüsselung wird es allerdings, auch nach Zahlung, nicht kommen. Ratsam ist es deshalb regelmäßig Daten zum Beispiel auf externe Festplatten oder DVDs zu sichern.


8. Nach einem Virenbefall sollte man das Betriebssystem von einer CD oder DVD neu installieren. Wenn ein Computer von einem Virus befallen war, ist ihm nicht mehr zu trauen. Auch wenn der Virus vermeintlich erfolgreich bekämpft wurde, ist man auf der sicheren Seite, wenn man das Betriebssystem neu installiert.


9. Programme aus dem Internet sollten Sie nur herunterladen, wenn es wirklich nötig ist. Webseiten, die Sie vor dem Laden der eigentlichen Seite zwingen ein Programm herunterzuladen, verbreiten meistens Schadprogramm. Programme sollte man deshalb ausschließlich von der Herstellerwebseite herunterladen.


10. Vertrauen Sie nur USB-Sticks, die Sie selbst besorgt haben. Fremde Sticks und Smartphones könnten manipuliert sein und Ihren Computer fremd steuern. Wenn Sie USB nur zum Laden verwenden ist ein „Schnellladekabel“ sinnvoll, da es keine Datenübertragung zulässt.

Über dieses Thema wurde auch in SR 3-Guten Morgen am 05.02.19 berichtet.

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