Martin Welker (Foto: IMAGO / Jan Huebner)

Hat Welker Hunderttausende Euro Schmiergeld erhalten?

mit Informationen von Thomas Gerber   18.11.2022 | 07:11 Uhr

Zu den Korruptionsermittlungen gegen Stadionmanager und GIU-Geschäftsführer Martin Welker sind weitere Einzelheiten bekannt geworden. Nach SR-Informationen soll er Schmiergeldzahlungen erhalten haben. Bei einer Hausdurchsuchung hatten Ermittler im vergangenen Jahr auf dem Dachboden einen Koffer voller Bargeld gefunden.

Jurist Martin Welker soll beim Bau des Saarbrücker Ludwigsparkstadions dem Bauunternehmer G. aus Eppelborn Angebote der Konkurrenz durchgesteckt und so einen Auftrag zugeschanzt haben. Die Staatsanwaltschaft bestätigte am Donnerstag lediglich, dass der Unternehmer für Welker als Gegenleistung dessen Sportwagen kostenlos über den TÜV gebracht habe.

"Die Staatsanwaltschaft schenkt der Geschichte zum Geldkoffer keinen Glauben"
Audio [SR 3, Moderation: Nadine Thielen, 18.11.2022, Länge: 04:00 Min.]
"Die Staatsanwaltschaft schenkt der Geschichte zum Geldkoffer keinen Glauben"

Die Ermittler vermuten nach SR-Informationen jedoch, dass die Gegenleistung nicht nur aus der TÜV-Plakette, sondern auch aus bemerkenswert viel Bargeld bestand.

Bei einer Hausdurchsuchung in Welkers Neunkircher Anwesen, die bereits im April vergangenen Jahres offenbar im Rahmen von Ermittlungen gegen den Bauunternehmer G. stattfand, wurden die Fahnder nämlich auf dem Dachboden fündig. Dort entdeckten sie einen Koffer mit den Welker-Initialen "MW" und 389.000 Euro in bar.

"Nichts gewusst" - eine Räuberpistole?

Welker bestritt, etwas mit dem Geld zu tun zu haben. Er habe aber einen Verdacht und werde sich melden. Das tat dann aber ein anderer. Über seinen Steueranwalt ließ der Bauunternehmer zwei Wochen später dem Finanzamt mitteilen, dass er das viele Geld ohne Wissen Welkers in dessen Haus versteckt habe. In einem spontanen Entschluss, nach durchzechter Silvesternacht, die die beiden Freunde 2020/2021 bei Welker zuhause verbracht hätten. Gastgeber Welker habe von alledem nichts mitbekommen.

Die Ermittler gehen jedoch davon aus, dass die 389.000 Euro Schwarzgeld des Bauunternehmers eine Gegenleistung für Welkers Dienste beim Großauftrag fürs Stadion waren. Welker wies die Vorwürfe auf SR-Anfrage zurück. Zunächst bestritt er den Bargeldfund in Gänze, dann erklärte er, das Geld gehöre nicht ihm.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 18.11.2022 berichtet.


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