Keyless-Go als Diebstahlrisiko (Foto: dpa/Matthias Balk)

Keyless-Go-Autos auch im Saarland bei Dieben beliebt

Sandra Schick   24.12.2019 | 08:45 Uhr

Das Saarland ist zwar keine Hochburg der Autodiebe, ein Phänomen beobachten die Ermittler aber auch hierzulande: Bei Dieben sind vor allem hochwertige Fahrzeuge beliebt. Die sind heute meist mit der "Keyless-Go-Technik" ausgestattet - und das macht Dieben die Arbeit besonders leicht. Wir haben Tipps, wie man sich schützen kann.

2018 und 2017 wurden im Saarland ingesamt 78 kaskoversicherte Pkw gestohlen. Das geht aus dem Kfz-Diebstahlreport des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor. Für das noch laufende Jahr gibt es noch keine abschließenden Zahlen.

Nach Angaben der Polizei gab es 2019 bislang immerhin 20 Fälle, in denen Täter sich über die Keyless-Go-Technik Zugang zu Autos verschafft hatten. Zuletzt waren Ende November zwei hochwertige BMW in Überherrn und Köllerbach auf diese Art entwendet worden.

Was ist Keyless-Go?

Bei "Keyless Go" braucht der Fahrer seinen Schlüssel nicht mehr in der Hand zu halten und einen Knopf zum Öffnen des Fahrzeugs zu drücken. Es reicht, den Schlüssel in der Hosentasche oder Handtasche zu haben. Das Auto kommuniziert per Funk mit dem Schlüssel. Nähert sich der Fahrer, entsperrt es sich, der Fahrer kann sich hineinsetzen und per Startknopf einfach losfahren.

Dass die Keyless-Go-Technik einfach zu manipulieren ist, wissen Ermittler schon länger. Das funktioniert mittels eines Verstärkers für das Funksignal. Befindet sich der Autoschlüssel beispielsweise in einem Haus in direkter Nähe zum Fahrzeug, wird das Funksignal einfach verlängert. Dem Auto wird sozusagen vorgegaukelt, dass der Schlüssel in unmittelbarer Nähe ist. Das Fahrzeug erkennt sein Schlüsselsignal und erlaubt dem Dieb, die Tür zu öffnen, den Motor zu starten und wegzufahren.

Polizei gibt Autobesitzern Tipps:

Die saarländische Polizei rät deshalb Besitzern von Fahrzeugen, die mit Keyless-Go-Technik ausgestattet sind, folgende Sicherungsmaßnahmen zu treffen:

  • Legen Sie den Schlüssel nie in der Nähe der Haus- oder Wohnungstür ab

  • Versuchen Sie, das Funksignal durch geeignete Maßnahmen abzuschirmen. Im Zubehörhandel sind beispielsweise Hüllen oder Boxen aus Aluminium erhältlich, die gegen Funkwellen abschirmen. Die Wirksamkeit sollte man aber in einem Eigenversuch testen: Nur wenn das Fahrzeug sich nicht einmal dann öffnet, wenn Sie den „abgeschirmten“ Schlüssel direkt neben die Fahrzeugtür halten, haben auch die Diebe keine Chance.

  • Fragen Sie beim Fahrzeughersteller an, ob der Keyless-Komfortzugang temporär deaktiviert werden kann. Manche Fahrzeugschlüssel besitzen eine solche Funktion.

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