Eine Spritze mit Corona-Impfstoff wird aufgezogen. (Foto: picture alliance / agrarmotive | Klaus-Dieter Esser)

Immunologen raten Janssen-Geimpften zu Drittimpfung

  30.12.2021 | 17:08 Uhr

Wer eine Erstimpfung mit Janssen von Johnson & Johnson erhalten hat, kann nach Einschätzung der Stiko erst nach einer Drittimpfung als geboostert gelten. Die Politik gewährt den Betroffenen zwar bereits nach der zweiten Impfung Erleichterungen, ihr Schutz sei aber geringer als bei Drittgeimpften, sagt auch die saarländische Immunologin Martina Sester.

Der Impfstoff Janssen des Herstellers Johnson & Johnson ist das einzige in der EU zugelassene Corona-Vakzin, bei dem nur eine Dosis notwendig sein sollte. Wegen der vergleichsweise hohen Zahl an Impfdurchbrüchen empfahl die Ständige Impfkommission den damit Geimpften im Oktober aber eine zweite Impfung mit einem mRNA-Impfstoff (Biontech, Moderna).

Die Landesregierung wertet diesen zweiten Schuss als Booster und hat für die Betroffenen im Saarland die Testpflicht unter 2Gplus-Bedingungen aufgehoben. Doch nach Einschätzung von Immunologen ist der Immunschutz bei dieser Kombination signifikant geringer als bei drei Impfungen.

Was ist bei den Booster-Impfungen zu beachten?
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 30.12.2021, Länge: 02:41 Min.]
Was ist bei den Booster-Impfungen zu beachten?

Stiko erweitert Impf-Schema

"Die Zweitimpfung erhöht auf alle Fälle den Schutz, aber diese Menschen sollten sich nicht in falscher Sicherheit wähnen", sagt die Immunologie-Professorin Martina Sester von der Universitätsklinik Homburg. Eine zweite Impfdosis nach einer Janssen-Erstimpfung sei eher gleichwertig mit einer zweiten bei den übrigen Impfstoffen und nicht bereits mit einer dritten. Darum sei insbesondere vor dem Hintergrund der sich ausbreitenden Omikron-Variante auch für diese Personengruppe eine dritte Impfung empfehlenswert.

Das entspricht einer aktualisierten Empfehlung der Stiko. Die hat im Epidemiologischen Bulletin des Robert Koch-Instituts das empfohlene Impfschema für Janssen-Erstgeimpfte um eine dritte Impfung erweitert (Tabelle 1, Seite 5 und Tabelle 2, Seite 6). Die Auffrischimpfung sollte demnach frühestens drei Monaten nach der Zweitimpfung wie diese mit einem mRNA-Impfstoff (bei unter 30-Jährigen nur Biontech) erfolgen.

Knapp 49.000 Saarländer betroffen

Im Saarland haben knapp 49.000 Menschen eine Erstimpfung mit dem Janssen-Vakzin erhalten. Das sind rund 6,2 Prozent der Corona-Geimpften.

Ein Thema in der Sendung "aktueller bericht" im SR Fernsehen am 30.12.2021.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja