Vegetarische Zucchiniröllchen mit Kürbisfüllung (Foto: dpa/Tim Brakemeier)

Kein Fleisch: Vegetarismus

  12.12.2017 | 15:28 Uhr

Vegetarier ernähren sich vorwiegend von Lebensmitteln pflanzlichen Ursprungs. Fleisch ist also tabu. Dabei gibt es verschiedene Formen der vegetarischen Ernährung. Manche essen beispielsweise Fisch. Auch existieren ganz unterschiedliche Gründe für Vegetarismus.

Gesund oder nicht - was sagen Experten?

Prof. Dr. Georg Abel ist Ernährungswissenschaftler und Dozent an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken.

Je mehr Lebensmittel gestrichen werden, desto größer ist das Risiko von Nährstoffdefiziten.
Prof. Dr. Georg Abel ist Ernährungsexperte (Foto: DHfPG/BSA-Akademie)

„Bei Vegetariern, die Fisch, Eier und Milch essen, ist eine ausgewogene Ernährung durchaus möglich“, sagt Abel. Bei dem zusätzlichen Verzicht auf Fisch könnte es allerdings eventuell zu einem Mangel an Protein, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D, Calcium und Eisen kommen. „Das ist davon abhängig, wie stark ausgeprägt die vegetarische Ernährung praktiziert wird. Je mehr Lebensmittel gestrichen werden, desto größer ist das Risiko von Nährstoffdefiziten“, sagt der Ernährungsexperte.

Generell empfiehlt er pflanzenbetonte Kost, solange alle essentiellen Nährstoffe zugeführt werden.

Aus dem echten Leben

Joelle Ullrich ist 20 Jahre alt und kommt aus Schwalbach. Seit sie 13 ist, ernährt sie sich vegetarisch.

Ich habe Gemüse in allen Farben und Formen für mich entdeckt.
Joelle Ullrich aus Schwalbach lebt seit acht Jahren vegetarisch. (Foto: Joelle Ullrich)

Joelle hat sich aus ethischen Gründen für die fleischlose Ernährungsform entschieden. „Der Moment, in dem bei mir der Funke übergesprungen ist, war als ich den Film 'Earthlings' gesehen habe. All das Leid zu sehen, das wir Menschen den Tieren antun, war für mich unerträglich. Von da an wusste ich, dass ich etwas ändern muss und auch kann“, sagt Joelle.

Seitdem Joelle vegetarisch lebt, fühlt sie sich besser – nicht nur ihres Gewissens wegen. „Ich fühle mich auch fitter. Und ich habe Gemüse in allen Farben und Formen für mich entdeckt.“ Ein weiterer Vorteil sei, dass das Kochen zuhause günstiger ist, da viel mehr Gemüse auf dem Speiseplan steht.

Laut der Schwalbacherin ist die Einnahme zusätzlicher Vitamine oder Nahrungsergänzungsmittel nicht notwendig, da das nötige B12 in den meisten Fleisch- und Milchersatzprodukten hinzugefügt sei. Man sollte sich dennoch ausgewogen ernähren. "Das Paradoxe daran ist, dass das B12 im Fleisch auch nur von Tabletten kommt, die den Tieren in den Ställen ins Essen gemischt werden", sagt Joelle.

Die vegetarische Ernährung bringt aber auch Probleme mit sich. "In vielen Restaurants im Saarland hat man leider noch die Problematik, dass bei fast jedem Gericht Fleisch und andere Tierprodukte enthalten sind. Da muss man sich dann das Fleisch abbestellen, was aber meistens auch gut klappt, wenn man fragt." 

Von ihren Freunden bekommt sie den ein oder anderen Witz über ihre Ernährung zu hören, was sie aber nicht stört, da sie selbst darüber lachen kann. "Am Anfang hat meine Oma ab und an versucht, mir Fleisch unterzumogeln. Das hat sie zwar nur gut gemeint, aber es hat mich schon geärgert." Mittlerweile nehmen alle Rücksicht auf Joelles Ernährung und sie muss nie leer ausgehen - nicht einmal mehr beim Schwenken.

Aus der Region: Etwas Vegetarisches Zum Nachkochen

Foodbloggerin Jutta Hehn aus Saarbrücken hat ein tolles Rezept für Vegetarier kreiert. Das ist zwar etwas aufwändiger, aber die Mühe lohnt sich!

Schwarzwurzel- und Löwenzahnsalat mit Apfel- und Birnenspalten

Schwarzwurzel- und Löwenzahnsalat mit Apfel- und Birnenspalten (Foto: Jutta Hehn)
Schwarzwurzel- und Löwenzahnsalat mit Apfel- und Birnenspalten


ZUTATEN


  • 1 Bund (ca. 500 g) Schwarzwurzeln (Bio-Qualität)
  • 500 mlMilch
  • 1 gute Hand voll Kernlose blaue Trauben
  • 1 ELSauerrahm
  • 1 ELGriechischer Joghurt
  • 1Bio-Zitrone
  • Einige Stiele Kerbel
  • Salz, Chilisalz, weißer Pfeffer, Zucker
  • 500 g Gelber Löwenzahn
  • 1 mittelgroße gekochte Kartoffel (mit der Gabel fein zerdrückt)
  • 2 EL Sonnenblumenöl
  • 1 EL Rapsöl
  • 2 EL fruchtiger Weißweinessig (z.B. Mirabelle)
  • 1 TL Dijon-Senf
  • Salz, Pfeffer, Zucker
  • 4 mittelgroße, festkochende Kartoffeln (am Vortag gekocht)
  • 2 EL Rapsöl
  • 1 ELNussbutter
  • 3 – 4 Scheiben Ingwer (mit der Schale)
  • 1 angedrückte Knoblauchzehe
  • 1 kleine Chilischote (nicht zu scharf, im Ganzen)
  • Einige Stängel Blattpetersilie (grob gehackt)
  • Pfeffer, Chilisalz, Fleur de Sel
  • 1 Süß-säuerlicher Apfel
  • 1 Birne
  • 1 EL Butter
  • 1 Bio-Zitrone
  • 2 Nelken
  • 1 Zacke Sternanis
  • 1 Stück Zimtstange
  • 4 EL Kürbiskerne (geröstet, dann gehackt)
  • Salz, Zucker


ZUBEREITUNG


Die Schwarzwurzeln

Die Schwarzwurzeln waschen und schälen. Eventuell braune Vertiefungen mit einem spitzen Messer heraus pulen. Sofort in Milch einlegen, damit sie nicht anlaufen. In gefällige Stücke schneiden und in Salzwasser blanchieren. Mir schmecken sie am besten, wenn sie kurz über al Dente gegart, jedoch noch nicht zu weich sind. Abschrecken, abtropfen lassen. Diese Arbeit erledige ich meist schon am Vortag. Dann das Gemüse im Kühlschrank aufbewahren.

Die Trauben waschen und vierteln. Sauerrahm, Joghurt, Zitronensaft und etwas –abrieb verrühren. Mit Salz, Chilisalz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen. Das Gemüse hinzugeben und beiseite stellen. Es soll mindestens eine Stunde ziehen. Vor dem Servieren die abgezupften Blättchen vom Kerbel unterheben.

Der Löwenzahn

Es braucht schon diese Menge an Löwenzahn, denn die Wurzeln machen einen großen Teil an Gewicht aus. Löwenzahn putzen, in mundgerechte Stücke schneiden und waschen. Gut abtropfen lassen oder schleudern. Alle Zutaten für das Dressing mit einem Schneebesen verrühren. Der Salat sollte mindestens 10 Minuten darin durchziehen.

Die Bratkartöffelchen

Goldbraun gebackene Bratkartöffelchen (Foto: Jutta Hehn)
Goldbraun gebackene Bratkartöffelchen

Die Kartoffeln pellen und in gleichmäßige, kleine Würfel schneiden. Eine ausreichend große, beschichte Pfanne nehmen, die Würfelchen sollen allesamt Bodenkontakt haben. Das Öl darin erhitzen und die Kartoffelwürfel bei mittlerer Hitze Farbe nehmen lassen. Ingwerscheiben, Knoblauch und Chili mitlaufen lassen. Später vor dem Servieren entfernen. Beim Braten schon leicht salzen und pfeffern.

Wenn die Würfelchen rundherum knusprig und goldbraun sind, die braune Butter dazugeben und die Petersilie unterheben. Etwas Fleur de Sel und Chilisalz darüber streuen und sofort servieren.

Die Apfel- und Birnenspalten

Apfel und Birne mit Schale in Spalten schneiden. In der Butter mit einer Prise Salz, wenig Zucker und einigen Spritzern Zitronensaft, Nelken, Sternanis und Zimt langsam garen. Sie sollen etwas über al Dente sein. Die Aromaten entnehmen. Die gehackten Kürbiskerne auf einen Teller geben und die Obstspalten vor dem Servieren darin wälzen, so dass sie schön ummantelt sind.

Ein delikates Rezept für Vegetarier von Jutta Hehn (Foto: Jutta Hehn)
Ein delikates Rezept für Vegetarier von Jutta Hehn

Artikel mit anderen teilen