Rohkost-Buffet (Foto: dpa/Stephanie Pilick)

Keine Zusatzstoffe: Clean Eating

  12.12.2017 | 15:28 Uhr

Nur "reine", also unverarbeitete Lebensmittel ohne Zusatzstoffe - das ist Clean Eating. Fertiggerichte sind tabu, denn darin versteckt sich oft eine lange Liste an Geschmacksverstärkern, Konservierungsstoffen oder Aromen. Clean Eating heißt je nach Auslegung auch, so gut es geht auf tierische Produkte, industriellen Zucker und Alkohol zu verzichten. Wer das Konzept richtig ernst nimmt, denkt beim Essen auch an die Umwelt. Das bedeutet: Regional und saisonal einkaufen.

Gesund oder nicht - was sagen Experten?

Prof. Dr. Georg Abel ist Ernährungswissenschaftler und Dozent an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken.

Durch Clean Eating kann der 'natürliche Geschmack' geschult werden.
Prof. Dr. Georg Abel ist Ernährungsexperte (Foto: DHfPG/BSA-Akademie)
Prof. Dr. Georg Abel ist Ernährungsexperte

Aus rein ernährungsphysiologischer Hinsicht spricht nach Ansicht des Experten nichts gegen Clean Eating. Im Prinzip könne es allen gesunden Personen empfohlen werden, auf verarbeitete Produkte zu verzichten. "Sie haben meist einen höheren Gehalt an gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz, was einerseits das Ernährungs- und Trinkverhalten negativ beeinflussen und damit möglicherweise auch langfristig negative Folgen für die Gesundheit haben kann."

Außerdem kann durch Clean Eating der "natürliche Geschmack" und der Umgang mit gesunden Lebensmitteln geschult werden, so Abel. Allerdings sei es nach derzeitigem Erkenntnisstand bei den üblichen Verzehrsmengen auch nicht zwingend nötig, auf Lebensmittel mit Zusatzstoffen zu verzichten, die in Deutschland zugelassen sind.

Aus dem echten Leben

Im Saarland scheint Clean Eating noch nicht sehr verbreitet zu sein. Wir konnten niemanden finden, der sich hier so ernährt. Katharina Roczyn kommt aus Karlsuhe und versucht seit ein paar Monaten, sich so gut es geht "clean" zu ernähren.

Nach manchen 'cleanen' Mahlzeiten ist man eben satt, aber nicht unbedingt glücklich.
Katharina ernährt sich überwiegend "clean" (Foto: Katharina Roczyn/Jochen Freitag)
Katharina ernährt sich überwiegend "clean"

Für Katharina bedeutet das vor allem, möglichst unverarbeitete Lebensmittel zu essen: Viel frisches Gemüse und frisches Fleisch. Die Ernährungsumstellung hatte bei ihr ganz praktische Gründe. "Da ich nach meiner Schwangerschaft wieder ein bisschen 'in shape' kommen wollte, habe ich angefangen zu trainieren. Zwangsläufig bin ich dann auf das Thema Essen gekommen, da der Sport alleine nun mal nicht ausreicht."

Seit sie ihre Ernährung umgestellt hat, beschäftigt sich Katharina bewusster mit Essen. "Spannend finde ich, dass ich Lebensmittel zubereite, die ich davor nicht oder sehr selten gegessen habe und jetzt erst kennenlerne." Clean Eating sei aber auch mit viel Arbeit verbunden. "Ich koche meistens abends für den nächsten Tag vor, damit ich dann nicht in Zeitstress komme. Es benötigt auch immer wieder Vorbereitungszeit für Einkaufslisten, einkaufen, recherchieren."

Allzu streng will Katharina Clean Eating aber nicht durchziehen. Ab und zu sei auch mal Tiefkühlessen oder Naschen drin. "Nach manchen 'cleanen' Mahlzeiten ist man eben satt, aber nicht unbedingt glücklich."

Aus der Region: Etwas "Cleanes" zum Nachkochen

Auf ihrem Foodblog präsentiert Jutta Hehn aus Saarbrücken die unterschiedlichsten Kreationen. Auch ein cleanes Rezept ist dabei.

Asia-Nudelsalat aus dem Wok

Kochen geht auch ohne künstliche Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker. (Foto: Jutta Hehn)
Kochen geht auch ohne künstliche Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker.


ZUTATEN


  • 1 Möhre
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 100 g Zuckerschoten
  • 100 g Pak Choi
  • 100 rote Paprikaschote
  • 50 g Rotkohl
  • 1 rote Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 bis 2 rote Chilischoten
  • 2 Tomaten
  • 1 Zucchini
  • 1 Bund Koriander (mit Wurzeln)
  • 150 g Sobanudeln (Pasta aus Hartweizen)
  • Salz
  • 1 EL geröstetes Sesamöl
  • 2 EL Olivenöl
  • 20 g Cashewnüsse
  • 2 bis 3 EL Sojasauce (hier auf Zusatzstoffe achten)
  • 1 Limette (Saft und Abrieb)
  • 1 EL Fischsauce (auch hier auf Zusatzstoffe achten)
  • (½ Bio-Gurke)


ZUBEREITUNG


Möhre, Frühlingszwiebeln, Zuckerschoten, Pak Choi, Paprika und Rotkohl putzen, schälen bzw. waschen und in Streifen oder Ringe schneiden, den Rotkohl raspeln. Die Zwiebel und den Knoblauch schälen und in feine Würfel schneiden. Die Chilischoten entkernen, waschen und in Scheiben schneiden.

Die Tomaten kreuzweise einritzen, überbrühen, häuten, vierteln, entkernen und in Würfel schneiden. Die Zucchini putzen, waschen und mit dem Julienneschneider wie Spaghetti längs in dünne Streifen schneiden. Den Koriander mit den Wurzeln waschen, trocken tupfen und Wurzel und Koriandergrün getrennt fein hacken.

Die Sobanudeln in reichlich Salzwasser nach Packungsanweisung etwa 5 Minuten garen.

Inzwischen das Sesamöl und das Olivenöl im Wok erhitzen. Zuerst die Cashewkerne darin anrösten. Dann Möhre, Zwiebel, Knoblauch, Frühlingszwiebeln und Rotkohl dazugeben und andünsten. Danach Paprika, Zuckerschoten, Chili, Pak Choi, Tomaten und Zucchini hinzufügen und alles unter ständigem Schwenken etwa fünf Minuten garen. Immer wieder etwas Nudelkochwasser und zuletzt die Korianderwurzel untermischen.

Beim Clean Eating wichtig: frisches gemüse aus der Region (Foto: Jutta Hehn)
Beim Clean Eating wichtig: frisches gemüse aus der Region

Die Nudeln abgießen und sofort heiß in den Wok geben. Alle Zutaten kräftig durchschwenken, damit sie sich mischen. Mit Sojasauce, Limettensaft, Fischsauce und Salz abschmecken und mit dem Koriandergrün bestreut servieren.

Der Vollständigkeit halber: Ich habe, wie schon in „Mein Senf“ erwähnt, statt der Sobanudeln italienische Pasta genommen. Von der Limette zusätzlich etwas Abrieb. Und eine Hand voll schöne grüne Gurken-Julienne ganz zum Schluss mit dazugegeben. Und in Ermangelung von Cashewnüssen griff ich zu gerösteten Erdnüssen.

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