Blick in einen Hörsaal (Foto: dpa)

Erste 100 Flüchtlinge machen Uni-Eignungstest

Kristin Luckhardt   05.10.2015 | 11:07 Uhr

In dieser Woche bietet die Universität des Saarlandes erstmals Eingangstests für Flüchtlinge an, die studieren wollen. Wer den Test besteht, erhält die Möglichkeit, sich in einem einjährigen Sprachkurs fit zu machen fürs Studium. Rund 100 Flüchtlinge haben sich für die Prüfung bisher angemeldet. Es dürften noch deutlich mehr werden.

Im Vorfeld hatten sich sogar mehr als 200 Interessenten bei der Saar-Uni gemeldet. Die Hochschule teilte dem SR mit, sie gehe daher davon aus, dass die Teilnehmerzahl an den Tests weiter steigen werde. Anmeldungen habe es vor allem von Flüchtlingen gegeben, die im Saarland leben - aber auch von außerhalb.

Viele Bewerber aus Syrien

Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer an den Eingangstests, die diese Woche stattfinden, stammt nach Uni-Angaben aus Syrien, unter den Studierwilligen sind aber auch viele Eritreer und Afghanen. Bestehen sie die Tests, steht erstmal vor allem Deutsch auf ihrem Stundenplan. Zwei Semester dauern die Kurse am Studienkolleg, die die Flüchtlinge studierfähig machen sollen. Bisher hat die Uni zwei Kurse mit je 25 Plätzen vorgesehen. Sollten mehr Flüchtlinge die Eingangstests bestehen, will die Hochschule nach Lösungen suchen, um allen Kurse anzubieten.

Programmieren für Ingenieure

Vergangene Woche hatte die Uni bereits angekündigt, die geplanten Sprachkurse um Ingenieurskurse zu ergänzen. So werde zum Beispiel ab November die Anfängervorlesung "Programmieren für Ingenieure" auch in englischer Sprache angeboten. So könnten die Teilnehmer nach dem Sprachkurs am Vormittag nachmittags Kenntnisse erwerben, die im Fahrzeugbau, in der Automatisierungs- und der Informationstechnik, Robotik, Medizintechnik sowie Luft- und Raumfahrt gebraucht würden. Auf diesen Gebieten würden händeringend Fachkräfte gesucht.

Schneller Zugang zum Studium

Die Eignungstests wurden innerhalb weniger Wochen entwickelt. Erst im August hatte die Uni bekannt gegeben, dass sie Asylberechtigten und anerkannten Flüchtlingen, die keine Zeugnisse vorlegen können, einen unbürokratischen Zugang zu einem Studium ermöglichen will. Sie sollen ausgewählte Fächer aus Naturwissenschaft und Technik studieren dürfen. Dazu gehören Mechatronik, Physik und Informatik.

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