Dieter Wedel (Foto: dpa)

Vorwürfe gegen Dieter Wedel bei SR-Produktion

Nadine Thielen / Onlinefassung: Axel Burmeister   24.01.2018 | 16:05 Uhr

In der „metoo“-Debatte um sexuelle Belästigung mehren sich die Vorwürfe gegen den Star-Regisseur Dieter Wedel. Laut der Zeitung DIE ZEIT sollen sich weitere Frauen gemeldet haben, die von Dieter Wedel sexuell belästigt worden seien. Die Vorwürfe gehen bis hin zur versuchten Vergewaltigung und beziehen sich auch auf eine mittlerweile fast 40 Jahre zurückliegende Produktion für den Saarländischen Rundfunk.

Unter anderem geht es um zwei Schauspielerinnen, die Dieter Wedel Anfang der achtziger Jahre massiv sexuell belästigt haben soll. Die Vorwürfe gehen bis hin zur versuchten Vergewaltigung und sollen sich bei den Aufnahmen zur damaligen SR-Serie „Bretter, die die Welt bedeuten“ im bayerischen Bad Kissingen ereignet haben. Wedel soll unter anderem versucht haben, eine der Schauspielerinnen auf ihrem Hotelzimmer zu vergewaltigen. So zumindest gibt es die Frau in Akten wieder, die dem SR vorliegen.

SR hat Telefilm-Unterlagen gesichtet

Die Akten stammen von der damals zuständigen und mittlerweile aufgelösten Filmproduktionsfirma Telefilm Saar. Sie sind zum Teil unvollständig. Dabei handelt es sich unter anderem um Dokumente der Telefilm-Saar, um anwaltschaftliche Schreiben und um ein ärztliches Attest des mutmaßlichen Opfers. Der SR hatte demnach später von den Vorfällen erfahren, sich aber für eine Fortführung der Produktion mit Wedel entschieden. Der SR hat die Unterlagen selbst gesichtet und auch der ZEIT zur Verfügung gestellt.

SR-Intendant Thomas Kleist zeigte sich betroffen von den Vorwürfen und versprach Transparenz. Vor Gericht werden die Fälle vermutlich nicht mehr landen, da sie bereits als verjährt gelten. Wedel gab auf SR-Anfrage bisher keine Stellungnahme ab. Erst vor wenigen Tagen war er als Intendant von den bevorstehenden Bad Hersfelder Festspielen zurückgetreten, weil er die „diffamierende Diskussion um seine Person aus den Festspielen heraushalten“ wolle.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 24.01.2018 berichtet.

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