Die Fakten zu den beprobten Gewässern

An sechs verschiedenen Gewässern im Saarland hat der SR Wasserproben nehmen und diese auf antibiotikaresistente Erreger untersuchen lassen. Diese Auswahl erfolgte nicht willkürlich, für jeden der ausgesuchten Flüsse, Seen oder Weiher gab es gute Gründe, einmal genauer hinzuschauen. Die beprobten Gewässer, die Untersuchung und ihre Ergebnisse in der Übersicht.

Gewässer-Keime: Bachmann kündigt Konsequenzen an

Nach den SR-Gewässertests auf gefährliche Keime hat die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) Konsequenzen angekündigt. Welche das sein werden, ist allerdings offen. Linke und Grüne erheben derweil konkrete Forderungen.

EVS rechnet mit Millionen-Investitionen

Der EVS will in den kommenden zehn bis 15 Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag in die Aufarbeitung von Abwasser investieren. Geschäftsführer Jungmann sagte im SR, es gehe jetzt darum, wie das Geld am sinnvollsten eingesetzt werden kann, um Keime und andere Stoffe aus dem Abwasser zu filtern.

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Prof. Arne Simon von der Uniklinik Homburg spricht im Studio darüber, ob es ratsam ist, trotz der Keimbelastung weiterhin in saarländischen Badeseen zu schwimmen. Außerdem erklärt er, wo Menschen mit multiresistenten Keimen in Berührung kommen können und wie man einer Infektion vorbeugen kann.

Im zweiten Teil des Interviews spricht Prof. Arne Simon über die Infektionsschutzmaßnahmen in Krankenhäusern.

Die Zahl der Infektionen mit gefährlichen multiresistenten Bakterien steigt im Saarland an. Im vergangenen Jahr wurden den Gesundheitsbehörden bereits 20 Patienten mit besonders gefährlichen 4-MRGN-Erregern gemeldet. Vor allem in Krankenhäusern sind antibiotikaresistente Erreger ein bekanntes Problem. Hier sehen Sie einige Fakten zum Thema.

In der Notaufnahme des Püttlinger Krankenhauses wird bereits bei der Aufnahme geklärt, ob ein Patient Träger bestimmter multiresistenter Keime sein könnte, z. B. MRGN oder VRN. Für den MRSA-Keim erfolgt bei jedem Patienten ein Extra-Test. Damit geht das Knappschaftsklinikum Saar über die geforderten Infektionsschutzmaßnahmen hinaus.

Auch die saarländische Politik hat auf die SR-Gewässertests auf gefährliche Keime reagiert. Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) hat Konsequenzen angekündigt. Am Mittwoch hat ein Treffen von Gesundheitsministerium, Umweltministerium und dem Kläranlagenbetreiber EVS stattgefunden.

In saarländischen Gewässern sind gefährliche Bakterien nachgewiesen worden, gegen die viele Antibiotika nicht mehr helfen. Im Auftrag des SR-Rechercheteams haben Wissenschaftler sechs verschiedene Flüsse, Seen und Bäche untersucht. In allen getesteten Gewässern fanden sich antibiotikaresistente Erreger, darunter auch solche, die als besonders problematisch gelten.

Prof. Barbara Gärtner erklärt, welche Risikogruppen sich in Gewässern vorsehen müssen. Außerdem spricht sie darüber, ob es möglich ist Träger des Keimes zu sein, aber nicht krank zu werden.

SR Reporterin Caroline Uhl erklärt unter anderem, ob sich resistente Keime auch auf Trinkwasser auswirken. Des Weiteren erläutert sie, in wie weit man die Keime aus dem Wasser filtern kann.

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AudioResistente Keime - "Das ein oder andere Bakterium ist auf der Überholspur"

Antibiotikaresistente Bakterien sind weltweit ein großes Problem – vor allem in Krankenhäusern. Aber: die Erreger verbreiten sich auch immer weiter in unserer Umwelt, in Bächen, Flüssen und Seen. In allen sechs saarländischen Gewässern, die der SR testen ließ, wurden solche Erreger nachgewiesen. Warum das Problem immer größer wird, und was das mit der Pharmaindustrie zu tun hat, hat SR 3-Reporter Niklas Resch recherchiert.

AudioStehen wir vor der "Post-Anitbiotika-Ära"?

Antibiotika sollen eigentlich gegen Bakterien helfen. Aber: Für zahlreiche Erreger gibt es keine wirksamen Medikamente mehr. Ursache dafür ist laut Experten unter anderem, dass zu viele Antibiotika unnötigerweise verschrieben werden. Die Weltgesundheitsorganisation warnt davor, dass es irgendwann möglicherweise gar keine wirksamen Antibiotika mehr geben wird. Experten fordern daher die Erforschung neuer Medikamente zur Bekämpfung von Bakterien.

AudioZahl der Infektionenen mit multiresistenten Bakterien steigt

Den saarländischen Gesundheitsbehörden wurden im vergangenen Jahr 20 Personen gemeldet, die sich mit dem besonders gefährlichen 4-MRGN-Erreger infiziert hatten. Schätzungen zufolge sterben in deutschen Kliniken jährlich rund 10.000 Menschen durch eine solche Infektion. Bei der erfolgreichen Behandlung einer Infektion ist die Auswahl der richtigen Medikamente entscheidend. Die Weltgesundheitsorganisation warnt allerdings davor, dass es in Zukunft möglicherweise gar keine wirksamen Antibiotika mehr gibt.

AudioFolgen antibiotikaresistenter Bakterien

Untersuchungen im Auftrag des SR haben ergeben: In saarländischen Gewässern haben sich antibiotikaresistente Bakterien ausgebreitet. Sechs Probestellen gab es, vom Erbach bis zum Losheimer Stausee, und überall konnten solche gefährlichen Erreger nachgewiesen werden. Je mehr dieser Bakterien sich in der Umwelt verbreiten, umso mehr wächst die Gefahr, dass sich Menschen damit infizieren.

AudioKollegengespräch:"Generell ist es schwierig, sich gegen solche Erreger zu schützen"

Saarländische Gewässer sind mit Bakterien belastet, gegen die oft schon viele Antibiotika nicht mehr helfen. Das hat eine Untersuchung im Auftrag des SR-Rechercheteams ergeben. Wie gefährlich sind diese Bakterien für uns? Caroline Uhl aus dem SR-Rechercheteam dazu im Kollgegengespräch mit Gerd Heger.

AudioAntibiotikaresistente Keime: Kläranlagen meist nicht ausreichend gerüstet

Antibiotikaresistente Bakterien verbreiten sich – unter anderem – über unser Wasser. Das haben Untersuchungen im Auftrag des SR ergeben. Ganz besonders im Fokus stehen dabei die Kläranlagen, denn es gibt die technischen Möglichkeiten, dort antibiotikaresistente Bakterien aus dem Abwasser herauszufiltern. Nur verbaut sind dieser Vorrichtungen bisher kaum. Caroline Uhl vom SR-Rechercheteam berichtet.

AudioKommentar: „Die Folgen unseres Handels holen uns früher oder später ein.“

In saarländischen Gewässern sind gefährliche Bakterien nachgewiesen worden, gegen die viele Antibiotika nicht mehr helfen. Nun ist Vorsicht geboten und ein jeder kann dem Ganzen entgegenwirken. Ein Kommentar hierzu von Volker Roth aus dem SR-Rechercheteam.