Geschenkgutschein (Foto: dpa)

Gutscheine als Weihnachtsgeschenk

Gut zu wissen

Sarah Sassou   09.12.2021 | 09:45 Uhr

Die einen lieben auf der Suche nach Geschenke den Weihnachtsbummel durch die Läden, die anderen finden das Shopping schrecklich. Eine Alternative für den Gabentisch sind da Gutscheine. Welche Regeln bei Gutscheinen gelten und worauf man achten sollte.

Sarah Sassou aus der SR-Wirtschaftsredaktion im Studiogespräch worauf man bei Geschenkgutscheinen achten sollte.

Ganz gleich, ob man den Gutschein im stationären Handel oder online kauft, sollte man auf dieselben Standards achten. Désirée Fuchs von der Verbraucherzentrale Saarland weist daraufhin, dass der Gutschein in Textform verfasst sein und der Aussteller selbst mit Firmensignatur darauf stehen sollte. „Auch der Wert des Gutscheins und das Ausstellungsdatum müssen drauf. Das ist wichtig, damit der Verbraucher weiß, wann der Gutschein abläuft.“

Drei Jahre gültig

In der Regel sind Gutscheine drei Jahre gültig. Diese Drei-Jahresfrist beginnt mit Ablauf des Jahres, in dem der Gutschein gekauft wurde und nicht ab Kaufdatum. Das bedeutet: Gutscheine, die im Lauf des Jahres 2018 gekauft wurden laufen zum 31.12. 2021 ab.

Manche Aussteller von Gutscheinen tragen eine kürzere Frist ein als die vom Gesetz her geltende. Daran muss man sich nicht unbedingt halten. Gerichte haben bereits entschieden, dass ein Jahr Gültigkeit zu kurz ist.

Liegt die vom Aussteller gesetzte Frist unter drei Jahren und ist abgelaufen, sollte man sich den Gutscheinwert trotzdem einfordern, sagt Verbraucherschützerin Fuchs: „ Wir sind der Meinung, dass der Verbraucher Anspruch auf den Geldwert hat. Allerdings darf sich das Geschäft einen sogenannten entgangenen Gewinn einbehalten.“ Wie hoch dieser Betrag sei, hänge vom Einzelfall ab, so Fuchs.

Corona-Gutscheine für Veranstaltungen

Wer noch einen sogenannten Corona-Gutschein für eine ausgefallene Veranstaltung hat, für die das Ticket vor dem 8. März 2020 gekauft wurde, kann den Gutschein nun ab dem 1. Januar gegen Geld eintauschen. „Dafür wenden sich Verbraucher am besten schriftlich an den Veranstalter, damit sie einen Nachweise haben“, rät Désirée Fuchs.

Möglicherweise betrauen die Veranstalter aber auch die Vorverkaufsstellen mit dieser Aufgabe. Reagiert also der der Veranstalter nicht, sollte man dort nachfragen, wo das Ticket gekauft wurde.

Unwägbarkeit Insolvenz

Eine Unwägbarkeit habe diese Umtauschaktion aber noch, sagt Verbraucherschützerin Fuchs: „Die Verbraucher tragen das komplette Insolvenzrisiko.“ Das bedeutet: Kann der Veranstalter nicht mehr zahlen, hat der Verbraucher nur noch die Möglichkeit, sich mit allen anderen Gläubigern auf eine Liste einzutragen, in der Hoffnung, dass doch noch Geld auftaucht, mit dem die Schulden beglichen werden können.

Wer jetzt ein Ticket für eine Veranstaltung gekauft hat, kann das Ticket gegen Erstattung des vollen Preises zurückgegeben, wenn die Veranstaltung wegen der Corona-Regeln rechtlich gesehen nicht durchgeführt werden darf.

Wer also auf Nummer sicher gehen will und kein Fristen verstreichen lassen möchte, kann auch einfach einen selbstgebastelten Gutschein verschenken.

Weitere Informationen

Gutscheine - allgemein

Gutscheine für Veranstaltungen

"Gut zu wissen" - immer donnerstags in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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