Zanzusatzversicherung (Foto: SR)

Wenn der Zahn der Zeit teuer wird

Karin Mayer   26.10.2016 | 11:18 Uhr

Viele haben gesunde Zähne. Dank guter Vorsorge haben Kinder seltener Karies. Aber der Zahn der Zeit nagt trotzdem am Gebiss. Und wer Zahnersatz braucht, muss wissen, das wird teuer. Man sollte sich also rechtzeitig über Zahnzusatzversicherungen informieren.

Die Zeitschrift Finanztest gibt den Versicherern überwiegend gute Noten. 66 Tarife bekommen die Note sehr gut, 59 schneiden mit gut ab. Trotzdem lohnt es sich zu vergleichen. Ein Patient im Alter von 43 Jahren zahlt zwischen 10 und 55 Euro im Monat für eine Zahnzusatzversicherung. Und die Leistungen unterscheiden sich. So gibt es Versicherer, die 555 Euro zu einem Inlay zuzahlen. Andere nur 435 Euro.

Macht die Zusatzversicherung Sinn?

Die Gesetzliche Krankenkasse übernimmt beim Zahnersatz nur einen Teil der Leistungen. Der feste Zuschuss von 50 bis 65 Prozent wird anhand einer Regelleistung berechnet. Wer beim Zahnarzt Wert auf ein Keramik-Inlay oder Implantate und private Extras legt, kann über eine Zusatzversicherung nachdenken. Wissen muss man aber: Ohne Eigenanteil bekommen die Patienten den Zahnersatz auch dann nicht. Man kann nach Angaben der Zeitschrift Finanztest aber auf 10 bis 15 Prozent der Kosten drücken.

Versicherungsbedingungen haben’s in sich

Viele Tarife haben im Test gute Noten bekommen. Trotzdem muss man genau hinschauen, bevor man eine Versicherung abschließt. So bietet der Versicherer Inter in seinem Tarif Z70 eine Kostenerstattung von 55 bis 70 Prozent für Implantate. Nur wer die Details beachtet, erfährt, dass das Einsetzen des Implantats nicht übernommen wird. Der Kunde bleibt dabei auf dem Großteil der Kosten sitzen. Andere Versicherer begrenzen, die Zahl der Implantate für die sie aufkommen. Es lohnt sich die Versicherungsbedingungen genau zu lesen.

Vorsicht Wartezeit!

Die meisten Versicherer übernehmen die Kosten für Zahnersatz erst nach einer Wartezeit von 8 Monaten. Nicht nur deshalb sollte man die Versicherung abschließen, so lange die Zähne noch in Ordnung sind. Schäden, die schon vor Vertragsabschluss diagnostiziert wurden, werden vom Versicherer ausgeschlossen. Auch für laufende Behandlungen zahlen die Gesellschaften nicht.

Versicherung wechseln

Wer schon eine Zusatzversicherung hat und wechseln möchte, sollte sich zunächst beim eigenen Versicherer umschauen. So kann man Rechte aus dem alten Vertrag erhalten. Ein Wechsel zu einem anderen Unternehmen macht nur Sinn, wenn nicht gerade eine aufwändige Zahnbehandlung ansteht. Bei einem neuen Versicherer gilt eine Wartezeit von meist 8 Monaten. In den ersten 3 bis 5 Vertragsjahren schränken viele Anbieter auch die Leistungen ein.

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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