Absinth (Foto: SR/Barbara Grech)

Absinth, das "verruchte Getränk"

Barbara Grech  

Henri Toulouse-Lautrec konnte angeblich ohne Absinth nicht malen und Vincent van Gogh soll sich im Absinth-Rausch sein Ohr abgeschnitten haben - Mythen, die sich um die Spirituose ranken. Mythen wie die langlebige Meinung, Absinth sei giftig. SR-Küchenchefin Barbara Grech hat sich mit Experten in Sachen "Absinth" getroffen und dabei allerlei Wissenswertes über dieses geheimnisvolle Getränk erfahren.

Sendung: Samstag 24.07.2021 11.00 Uhr

Es war "das" Getränk der Belle Époque, also des ausgehenden 19. Jahrhunderts: Absinth. Der Kräuterschnaps hatte damals Kultcharakter - vor allem in Frankreich. Künstler, Literaten und "Bohémians" trafen sich zur grünen Stunde zum Absinth-Genuss. Und nicht nur sie. Die "grüne Fee" im Glas war quasi eine Volksdroge.

Kappes, Klöße, Kokosmilch: Absinth, das "verruchte Getränk"
Audio [SR 3, Barbara Grech, 24.07.2021, Länge: 05:08 Min.]
Kappes, Klöße, Kokosmilch: Absinth, das "verruchte Getränk"

Im Frühjahr 1915 war dann aber Schluss mit lustig: Der französische Staat verbot Absinth, angeblich, weil er giftig war. Vermutlich steckte dabei aber wohl eher eine erfolgreiche Lobby-Arbeit der französischen Wein-Industrie dahinter als die Sorge um die Volksgesundheit, denn zu der damaligen Zeit war der Alkoholkonsum in Frankreich sehr hoch gewesen.

Und die Absinth-Produzenten? Sie erfanden einfach den Pastis. Er schmeckt ähnlich wie Absinth und ist bis heute ein beliebter Aperitif der Franzosen.

Ende der 1990er Jahre wurde der Genuss von Absinth wieder erlaubt und wieder ist er eine Kult-Spirituose. Der Absinth-Genuss gilt, mal abgesehen vom Alkohl - als ungefährlich.

Ein spannendes Getränk - auch wegen der vielen Mythen

Barbara Grech hat sich mit zwei Fachmännern im blauen Hirsch in Saarbrücken getroffen: Kulturwissenschaftler Oliver Kleinbauer und Barkeeper Sebastian Jäger. Sie veranstalten im Hirsch Absinth-Verkostungen - natürlich mit dem dazugehörigen Ritual - wobei das eigentlich gar nicht notwendig wäre. Die wermuthhaltige Kräuterspirituose lässt sich auch gänzlich ohne angezündeten Zuckerwürfel genießen. Dies sei eine Erfindung in Tschechien gewesen, um den Absinth-Konsum damit etwas anzukurbeln, so Oliver Kleinbauer.

Das Absinth-Ritual

Absinth (Foto: SR/Barbara Grech)

Für das Absinth-Ritual benötigt man eine klassische Wasserfontäne mit Eiswasser gefüllt und einen sogenannten Absinth-Löffel, auf den man dann, wenn man den will, den Zuckerwürfel legt, der vom tröpfelnden Wasser langsam aufgelöst wird. Je nach Gusto, kann man den Zucker auch mit Absinth beträufeln und dann anzünden.

Die Kochsendung "Kappes, Klöße, Kokosmilch" - immer samstags in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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