Toll-Collect-Logo mit LKW im Hintergrund (Foto: dpa)

Interview: "Betrugsverdacht steht im Raum"

Katja Preissner sprach mit Jennifer Lange   10.08.2018 | 09:29 Uhr

Der Maut-Betreiber Toll Collect soll beim deutschen Staat Hunderte Millionen Euro zuviel abgerechnet haben. Das Unternehmen erhebt für Deutschland die LKW-Maut.

Dem ARD-Magazin "Panorama", der "Zeit" und "zeit.online" liegen vertrauliche Dokumente vor, die die falschen Abrechnungen belegen. SR 3-Moderatorin Katja Preissner hat mit Jennifer Lange von "Panorama" über die Recherchen und ihre Ergebnisse gesprochen. Demnach hat Toll Collect jährlich offenbar mehr als doppelt so viele Kosten abgerechnet, als tatsächlich anfallen.

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Interview zu Toll Collect: "Der Betrugsverdacht steht im Raum"
Audio [SR 3, Katja Preissner sprach mit Jennifer Lange, 10.08.2018, Länge: 05:18 Min.]
Interview zu Toll Collect: "Der Betrugsverdacht steht im Raum"

Der Verdacht eines Betrugsversuches von Seiten Toll Collects stehe also im Raum. Das Bundesverkehrsministerium hat, so Lange, hat zum Teil davon gewusst und es akzeptiert. Darum spreche ein Strafverteidiger sogar von "Haushaltsuntreue" von Seiten des Bundes.

Weitere Informationen:

Mautbetreiber Toll Collect
Systematisch zu viel abgerechnet

Im Detail hat Toll Collect dem Bund etwa das Sponsoring der Oldtimer-Rallye "Hamburg-Berlin-Klassik", einen Ausflug der Toll-Collect-Chefs ins Brandenburger Luxushotel "Zur Bleiche" sowie die Unterstützung des Berliner Kinderheims Elisabethstift in Rechnung gestellt. In allen drei Fällen rechnete der Mautbetreiber die Ausgaben als "Marketingkosten" für die Maut ab, was der vertraglichen Regelung mit dem Bund widerspricht.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 10.08.2018 berichtet.

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