Das alte Schwimmbad in Heusweiler vor dem Abriss (Foto: SR/Patrick Wiermer)

"Wir werden ein Land der Nichtschwimmer werden"

Interview: Nadine Thielen   09.12.2019 | 16:30 Uhr

Bundesweit wurden 1400 Schwimmbäder seit 2000 geschlossen und viele im Betrieb gebliebene Bäder müssten dringend saniert werden - auch bei uns im Saarland. In einer Petition an den Bundestag fordern jetzt 120.000 Unterzeichner: "Rettet die Bäder!" Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat die Petition auf den Weg gebracht. Am 09. Dezember hat sich ein Bundestagsausschuss mit dem Thema befasst.

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"Wir haben zu wenig und die, die wir haben, sind zum Teil in desolatem Zustand"
Audio [SR 3, Interview: Nadine Thielen, 09.12.2019, Länge: 02:53 Min.]
"Wir haben zu wenig und die, die wir haben, sind zum Teil in desolatem Zustand"
Interview mit Katrin Angnes, stellvertretende Pressesprecherin der DLRG im Saarland.

Die Bäder-Misere gibt es nach Auffassung der DRLG auch im Saarland. Es gebe zu wenig Bäder und die bestehenden Schwimmbäder seien teilweise in einem desolaten Zustand, sagt Katrin Angnes von der DLRG im Saarland im SR-Interview. Es müsse dringend in Bäder investiert werden.

Sie sieht die Gefahr, dass bei einer weiteren Reduzierung der Bäder auch die Schwimmausbilder wegfallen könnten. Das Teilen von Schwimmbädern mit anderen Vereinen sei nicht unproblematisch. Es müssten freie Zeiten gefunden werden, an denen man zum Beispiel auch Kinder unterrichten könne. Es sei einfach sehr, sehr wichtig, dass Kinder schwimmen lernen, sagt Angnes. Hinzu komme der Aspekt, dass auch Rettungsschwimmer trainieren und sich fit halten müssen.

Die DLRG fordert, dass 14 Milliarden Euro in die Bäder in Deutschland gesteckt werden sollen - die eine Hälfte vom Bund, die andere Hälfte von den Ländern. Und auch die Kommunen müssten ein bisschen was dazugeben, so die DLRG-Frau.

Ob die Petition in Berlin wirklich was ausrichten wird, das sieht Angnes zwar skeptisch, "doch es muss sich was verändern, denn ansonsten werden wir ein Land der Nichtschwimmer werden."


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Der Unterhalt von Schwimmbädern ist teuer, 1400 wurden seit dem Jahr 2000 geschlossen - nach Ansicht der DLRG mit dramatischen Folgen. Zehntausende Bürger protestieren - nun befasst sich ein Bundestagsausschuss damit.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 09.12.2019.

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