Lenzner Gmbh in Überherrn-Altforweiler (Foto: Karin Mayer/SR)

Werkzeugbauer Lenzner kann weiterarbeiten

Karin Mayer / Onlinefassung: Axel Wagner   23.01.2020 | 14:46 Uhr

Happy End für die Martin Lenzner Gmbh in Überherrn-Altforweiler: Der Werkzeugbauer, der im Juli 2019 Insolvenz in Eigenverwaltung beantragte, kann wieder neu durchstarten.

Die Erleichterung ist spürbar bei Gerhard Weis. Er ist Geschäftsführer der Martin Lenzner Gmbh und seit 49 Jahren Mitarbeiter im Unternehmen. Genauso stolz zeigt er jetzt die modernen CNC-Fräsmaschinen, die im Betrieb stehen. Hier werden Werkzeuge für Gummi- und Kunststoffteile hergestellt – so weit wie möglich mannlos, auch über Nacht und am Wochenende.

Familienunternehmen in zweiter Generation

Werkzeugbauer schließt Insolvenzverfahren ab
Audio [SR 3, Karin Mayer, 23.01.2020, Länge: 03:09 Min.]
Werkzeugbauer schließt Insolvenzverfahren ab

In der Autoindustrie, aber auch bei der Bahn und in der Windbranche werden solche Kunststoffteile gebraucht. Die Lenzner Gmbh entwickelt und konstruiert Werkzeuge für die industrielle Produktion, baut aber auch Prototypen. „Wir bekommen einfach nur Daten, wie das Teil aussehen soll“, sagt Weis. Davon ausgehend werde dann ein Werkzeug gebaut.

Lenzner ist ein Familienunternehmen, zuletzt geführt in zweiter Generation von Norbert Lenzner, der aus konjunkturellen und gesundheitlichen Gründen verkaufen wollte. Der Investor zögerte und sprang schließlich ab, die Aufträge wurden weniger, und der Besitzer verstarb plötzlich.

Einziger Ausweg Insolvenz

Einziger Ausweg für Geschäftsführer Gerhard Weis: Insolvenz in Eigenverwaltung. „Man konnte nichts machen, keine Arbeit herankriegen“, sagt er. „Man wusste nicht, wo es hingeht, und dann man: Herr im Himmel, wie soll es weitergehen?“

So kamen Sanierungsgeschäftsführer Jean-Olivier Boghossian und Sachwalter Andreas Liebaug ins Unternehmen. „Es wurden über 300 potenzielle Interessenten angesprochen. Aber letzten Endes hat sich kein Investor dazu bereit erklärt, ein verbindliches Angebot abzugeben“, so Liebaug.

Investoren aus Gersheim und Saarbrücken

Genau ein verbindliches Angebot ging dann aber doch ein: Die Werkzeugbauunternehmen WVB aus Gersheim und Fuchs & Tausend aus Saarbrücken haben Lenzner nun gekauft. WVB-Geschäftsführer Torsten Rebmann zeigte sich vor allem vom hohen Knowhow des Altforweiler Teams und von der starken Bindung zum Unternehmen beeindruckt.

Klaus Becker, Geschäftsführer bei Fuchs & Tausend, sieht gute Chancen, dass die drei Betriebe sich gegenseitig ergänzen. „Wir gehen davon aus, dass wir im ersten halben Jahr schon gut mit Arbeit versorgt sind.“ Weitere Aufträge seien auch schon in Planung.

Jobs bleiben erhalten

Die 30 Jobs in Altforweiler bleiben dadurch erhalten, und die Auftragslage bei der Martin Lenzner GbmH hat sich schon jetzt verbessert. „Das ist für das Unternehmen ein Lottogewinn“, ist sich Sachwalter Andreas Liebaug sicher.

Mitte Februar könnte das Insolvenzgericht das Verfahren aufheben. Die Lezner GbmH ist damit saniert und kann neu durchstarten. WVB-Geschäftsführer Torsten Rebmann setzt nun auf das gemeinsame Auftreten als Gruppe beim Kunden. „Wir können dort wesentlich mehr Produkte und Dienstleistungen anbieten als mit den einzelnen Unternehmen.“

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Region am Mittag vom 23.01.2020 berichtet.

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