Streik an der UKS (Foto: SR/Steffani Balle)

Warnstreik läuft nicht ganz nach Plan

Steffani Balle   19.06.2018 | 12:42 Uhr

Seit dem Morgen sind Pflegekräfte der Uniklinik Homburg im Warnstreik. Sie wollen die Klinikleitung dazu bringen, einen Tarifvertrag zur Entlastung mit der Gewerkschaft Verdi abzuschließen.

Rund zweihundert Beschäftigte der Frühschicht waren zum Streiklokal gekommen. Mit Transparenten und Trillerpfeifen wollen sie durch die Homburger Innenstadt ziehen, außerdem haben sie Streikposten vor einigen der Kliniken auf dem UKS-Gelände aufgestellt. Sie fordern mehr Personal, und das verbindlich festgeschrieben.

Das ständige Arbeiten am Limit mache viele Kollegen krank, die eigene Gesundheit leide darunter, Privatleben finde nicht statt. Die Klinikleitung zeigt ihr Unverständnis für den Streik: Man sei mit dem Personalrat in Gesprächen zur Entlastung und sehe sich nicht als Tarifpartner, um den von der Gewerkschaft Verdi geforderten Tarifvertrag abzuschließen. Die Notdienstvereinbarung werde eingehalten, die Patienten seien nicht gefährdet.

Audio

"Wir brauchen Entlastung!"
"Wir brauchen Entlastung!"
Seit sechs Uhr früh sind die Pflegerinnen und Pfleger an der Uniklinik Homburg im Warnstreik. Anders als viele andere Berufsgruppen im Arbeitskampf wollen sie nicht mehr Geld, sondern mehr Personal! Sie fühlen sich völlig überlastet und das nicht erst seit gestern. Schon seit über zwei Jahren fordern sie deutlich mehr Personal, verbindliche Dienstpläne und geregelte Freizeit. Das steht im Mittelpunkt der Aktionen, wie SR 3-Reporterin Steffani Balle vor Ort erfahren hat.


Bachmann unterstützt Verdi-Forderungen

Anders sieht das die Gewerkschaft: Es verlaute aus den vorgehaltenen Not-Teams, dass zusätzlich zu den Not-OPs auch andere, länger geplante Operationen durchgeführt würden und nicht die Anzahl der Betten geschlossen worden seien, wie im Notdienstplan vereinbart. "Die Wut ist groß", so Verdi-Gesundheitssekretär Michael Quetting. Unterstützung kommt von Gesundheitsministerin Bachmann: Einige der von Verdi geforderten Vereinbarungen seien dringend notwendig und die UKS-Geschäftsführung solle sich das noch einmal anschauen.

Über dieses Thema wurde auch in der SR 3-Rundschau am 19.06.18 berichtet.

Artikel mit anderen teilen