Stahlwerk in Hayange (Foto: SR/Lars Ohlinger)

Schienen aus Hayange - made aus CO2-armem Stahl

Lars Ohlinger   17.11.2022 | 16:30 Uhr

Anfang Juli 2021 hatte sich Saarstahl mit Liberty Steel über den Kauf der beiden Stahlwerke bei Lille und Thionville geeinigt. In dem kleinen Werk Hayange bei Thionville werden Schienen gefertigt - und zwar mit CO2-armem Stahl aus dem Werk bei Lille. Ein Wettbewerbsvorteil, mit dem sich Saarstahl auf dem Markt neu positionieren will.

Das Werk bei Thionville, das kleine Stahlwerk Hayange, hat eine lange Geschichte. Es feiert inzwischen sein 130-jähriges Bestehen. In dem Werk sind an fast allen Ecken Schienen für Züge zu sehen. Sie werden hier produziert - vor allem für die französische SNCF, werden aber auch nach Italien oder in die Schweiz verkauft.

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Schienen aus Hayange - made aus CO2-armem Stahl
Audio [SR 3, Lars Ohlinger, 17.11.2022, Länge: 03:15 Min.]
Schienen aus Hayange - made aus CO2-armem Stahl

Der Wettbewerbsvorteil

Für Vertriebsvorstand Klaus Richter von Saarstahl ist besonders wichtig, dass in Hayange nur Stahl aus dem französischen Werk bei Lille genutzt wird, denn dort wird der Stahl mittels Elektro-Ofen relativ CO2-arm hergestellt. Und genau damit wolle man punkten und sich auf dem Markt neu positionieren, so Richter.

Problem Energiepreise

Doch die hohen Energiepreise machen dem Stahlhersteller enorm zu schaffen. Wenn sich nichts ändert, werden die beiden Werke in Hayange und bei Lille in diesem Winter wohl deutlich weniger produzieren und die Belegschaft weniger zu tun haben.

Belegschaft hat wieder Hoffnung

In Hayange beschäftigt Saarstahl nun seit einem Jahr 450 Mitarbeiter und hat inzwischen bereits sieben Millionen Euro investiert. Bevor die Saarländer kamen, hatte ein Finanzinvestor das Sagen. Investitionen bleiben aus und Kosten sparen sei besonders wichtig gewesen, sagt Dominique Chiesura, der kaufmännische Direktor in Hayange. Nun haben die Mitarbeiter wieder Hoffnung geschöpft.

Noch ist es zu früh von einer Erfolgsgeschichte zu sprechen, aber Investitionen sind im Stahlgeschäft schon immer sehr langfristig angelegt. Für Saarstahl könnte sich der Kauf der zwei Werke in Frankreich vielleicht noch als Schnäppchen erweisen.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 17.11.2022 auf SR 3 Saarlandwelle

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