Podcast Der Fall Yeboah (Foto: SR)

Der Fall Yeboah – Rassismus vor Gericht

Die Podcast-Serie zum Mordprozess

  16.11.2022 | 06:02 Uhr

1991 stirbt Samuel Yeboah durch einen Brandanschlag auf die Asylunterkunft in Saarlouis. Erst über 30 Jahre später wird der Mord als rassistisch motivierte Tat verfolgt und steht möglicherweise vor der Aufklärung. Warum erst jetzt? Dieser Frage gehen die SR-Journalistin Lisa Krauser und ihre beiden Kollegen Thomas Gerber und Jochen Marmit in einem mehrteiligen Podcast nach.

Mölln, Solingen, Hoyerswerda, Rostock-Lichtenhagen. Dort verüben Rechtsextremisten Anfang der 90er Jahre Anschläge auf Asylunterkünfte und greifen Migrantinnen und Migranten an. Saarlouis wird in dem Zusammenhang so gut wie nie genannt. Obwohl es auch dort Brandanschläge auf Asylunterkünfte gibt und ein Mann aus Ghana getötet wird: Samuel Yeboah.

Samuel Yeboah stirbt in der Nacht auf den 19. September 1991 an seinen schweren Verbrennungen. Er wird nur 27 Jahre alt. Obwohl schon damals vieles auf ein rassistisches Verbrechen aus den Reihen der Saarlouiser Neonazi-Skinheads hindeutet, geht die Polizei nur zwei Wochen lang Spuren nach rechts nach. Ein knappes Jahr nach dem Brandanschlag legt die Polizei den Fall zu den Akten.

Jetzt, über 30 Jahre später, ermittelt der Generalbundesanwalt und klagt an: Peter S., einen Mann aus der Saarlouiser Neonazi-Szene, den die Polizei damals laufen gelassen hat. Der heute 51-Jährige soll den Brand aus rassistischer Gesinnung gelegt haben. Die Anklage lautet: Mord und 20-facher versuchter Mord.

Die Podcast-Serie zum Mordprozess

Warum mussten 30 Jahre vergehen, bis dieser Mord als rassistisch motivierte Tat verhandelt wird? Lisa Krauser, Jochen Marmit und Thomas Gerber suchen im Podcast „Der Fall Yeboah – Rassismus vor Gericht“ nach Antworten.

Der Podcast in der ARD-Audiothek:
www.ardaudiothek.de

Die Podcast-Folgen

In den ersten drei Folgen nehmen Lisa Krauser, Jochen Marmit und Thomas Gerber die Hörerinnen und Hörer mit ins Saarlouis der 90er Jahre. Wer war Samuel Yeboah? Was wissen wir über den Mensch hinter dem Fall? Was ist damals genau passiert und warum hat die Polizei die Akte so schnell geschlossen?

Folge 1

Irgendwann töten die mich - Folge 1
Podcast [SR 3, Lisa Krauser, Jochen Marmit, Thomas Gerber, 15.11.2022, Länge: 33:32 Min.]
Irgendwann töten die mich - Folge 1
Folge 1 - Samuel Yeboah kam als Flüchtling aus Ghana nach Deutschland. In Saarlouis hat er versucht, sich ein neues Leben aufzubauen. Er starb im Alter von 27 Jahren bei einem Brandanschlag. 31 Jahre später steht ein Tatverdächtiger vor Gericht.

Folge 2

Es kann nicht sein, was nicht sein darf - Folge 2
Podcast [SR 3, Lisa Krauser, Jochen Marmit, Thomas Gerber, 15.11.2022, Länge: 31:26 Min.]
Es kann nicht sein, was nicht sein darf - Folge 2
Folge 2 - Saarlouis 1991. Bei einem Brandanschlag stirbt der Flüchtling Samuel Yeboah. Die Polizei verhört stadtbekannte Neonazis. Und lässt sie laufen. Was ist damals bei der Ermittlungsarbeit schief gegangen? Erst 2019 tauchen neue Hinweise auf.

Folge 3

Das Wort, das niemand hören will - Folge 3
Podcast [SR 3, Lisa Krauser, Jochen Marmit, Thomas Gerber, 15.11.2022, Länge: 31:24 Min.]
Das Wort, das niemand hören will - Folge 3
Folge 3 - Samuel Yeboah starb 1991 bei einem Brandanschlag in Saarlouis. Der Flüchtling aus Ghana wurde nur 27 Jahre alt. Bis heute weigert sich die Stadt Saarlouis von einer rassistisch motivierten Tat zu sprechen. Warum?

Folge 4

Saal 120: Die Wahrheitsfindung beginnt - Folge 4
Podcast [SR 3, Lisa Krauser, Jochen Marmit, Thomas Gerber, 01.12.2022, Länge: 39:24 Min.]
Saal 120: Die Wahrheitsfindung beginnt - Folge 4
Kann der Mörder von Samuel Yeboah nach über 30 Jahren doch noch gefasst werden? Seit Mitte November steht ein Tatverdächtiger vor Gericht. Der Flüchtling aus Ghana starb bei einem Brandanschlag in Saarlouis, der nie aufgeklärt wurde.


Der Podcast


Im Podcast geht es um Überlebende des Brandanschlags, die endlich Gerechtigkeit fordern. Es geht um Polizeiversagen und um die politische Dimension dieses Mordes. Die Stadt Saarlouis hat den Mord an Samuel Yeboah bis heute nicht als rassistischen Mord bezeichnet. Die saarländische Landesregierung verwendete die Bezeichnung zum ersten Mal am Tag vor dem Prozessbeginn. Nach Ansicht von linken Gruppen und Opferverbänden auch das ein Grund, weshalb Saarlouis nicht in einer Reihe mit Mölln, Solingen, Hoyerswerda oder Rostock-Lichtenhagen genannt wird.

„Der Fall Yeboah – Rassismus vor Gericht“ ab dem 16. November in der ARD Audiothek und überall sonst, wo es Podcasts gibt.

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