Urlaubsplanung und Corona

Urlaubsplanung in Zeiten von Corona

Karin Mayer   19.01.2021 | 11:31 Uhr

Ob in großen Industriebetrieben oder im Handwerk – in vielen Unternehmen werden die Mitarbeiter jetzt aufgefordert, ihre Urlaubsanträge abzugeben. Das ist auch häufig sinnvoll - und zwar für die Beschäftigten.

Timm Lau von der Arbeitskammer des Saarlandes (AK) hat es schon gemacht: Er hat seinen Urlaubsantrag schon abgegeben. Bei der AK werde das direkt am Jahresende oder gleich zum Jahresbeginn gemacht, sagt er. Und das sei auch ganz im Sinne der Beschäftigten Wer nämlich als letzter seinen Urlaubsantrag abgibt, muss eventuell auf Zeiten ausweichen, die kein anderer haben wollte. „Weil dann laut Bundesurlaubsgesetz die Urlaubswünsche Anderer entgegenstehen“

Planung mit Rücksicht

Das gilt in Zeiten von Corona genauso wie in normalen Zeiten. Und die Vereinigung Saarländischer Unternehmensverbände sagt, dass aktuell die Urlaubsplanung sogar besonders wichtig sei - und zwar in Unternehmen, die Kurzarbeit nutzen. Sie müssen nämlich nachweisen, dass die Mitarbeiter die freien Tage schon verplant haben, um Kurzarbeitergeld zu beantragen. „Wenn noch jemand Urlaub aus dem Jahr 2020 hat, dann muss er den zunächst abbauen, bevor Kurzarbeit in Anspruch genommen werden kann", bestätigt auch Lau.

Urlaubsanspruch ist kein Reiseanspruch

Man darf sich seinen Urlaub aber auch aufsparen, weil sonst etliche Eltern nicht mehr die Schulferien abdecken könnten. Urlaubsanspruch ist aber nicht zu verwechseln mit einem Reiseanspruch. Den gibt es nämlich nicht. Der Urlaub diene der Erholung und die könne auch zuhause stattfinden, so Timm Lau.

Große Unternehmen planen früh

Brücken- und Feiertage
Mehr Urlaub 2021 mit cleverer Planung
Mit wenigen Urlaubstagen möglichst viel frei haben - das war 2020 nicht einfach. Auch dieses Jahr gibt es leider wenige Brückentage, und einige Feiertage fallen aufs Wochenende. Trotzdem hilft geschickte Planung.

Corona hin oder her: bei ZF in Saarbrücken werden jetzt die Urlaubsanträge für 2021 eingesammelt. Das sei in einer Betriebsvereinbarung geregelt, sagt der Betriebsratsvorsitzende Mario Kläs. Die großen Blöcke, Sommer und Herbstferien, werden eingetragen. Bis spätestens Ende Februar muss die Urlaubsplanung abgeschlossen.  

Flexible Lösungen

Wer jetzt glaubt, dass das zu früh ist, der muss zum Ford-Werk nach Saarlouis schauen: Im Sommer des Vorjahres ist da meistens schon klar, wann der Werkurlaub im kommenden Jahr ansteht.

Zwei Drittel der Urlaubstage sind über die Betriebsferien festgelegt, den Rest können die Beschäftigten individuell beantragen. Gibt es „größere Einschläge“ in diesem Jahr, würden allerdings auch einvernehmliche Lösungen gefunden, so der Betriebsratsvorsitzende Holger Michel.

Ähnlich auch bei ZF: Weil die Auftragslage gut war, konnten Beschäftigte auch bereits beantragten Urlaub stornieren. Sie nehmen ihren Urlaub nun ins Jahr 2021 mit.  

Auch beim Bauunternehmen Ehrhardt&Hellmann in Homburg gehört die Urlaubsplanung zum Jahresanfang: Das sei wichtig, damit die Urlaubstage auch gerecht verteilt werden könnten. „Wir versuchen die Ferienzeiten für diejenigen zu reservieren, die schulpflichtige Kinder haben“, sagt Klaus Ehrhardt.

Ein Thema in "Guten Morgen" am 19.01.2020 auf SR 3 Saarlandwelle

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