Fahrradnabe (Foto: pixabay (CC0))

Profi-Tätigkeiten

Michael Friemel   20.08.2018 | 10:40 Uhr

Dass es gar nicht so einfach ist, eine ordentliche Silikonfuge zu ziehen, weiß Michael Friemel. Trotzdem versucht er es immer wieder. Ebenso wie die Reparatur seines Fahrrades...

Vielleicht sollte ich einfach mal akzeptieren, dass ich diese beiden Arbeiten nicht beherrsche. Trotzdem versuche ich es immer wieder. Der Teufel weiß, warum.

Erstens: Silikonfugen ziehen mit so einer Kartuschenpistole. Alleine schon, bis ich die Kartusche in dem klapprigen Metallding habe. Und dann die Sauerei, die ich beim Fugenziehen veranstalte. Da kann ich mit dem berühmten Spülifinger nachziehen, so viel ich will, das Ergebnis ist immer unansehnlich, und wenn ich in einer Ecke angekommen bin, häufen sich die gesammelten, aufgeschobenen Werke zu einem Problemhaufen an. Selbst Kantenstreichhilfsmittel nutzen da nix. Im Gegenteil, mit diesen kleinen Keilen verschmiere ich die ganze Suppe nur noch mehr.

Zweiter Problemkreis: Arbeiten am Fahrrad. Problemkreis deswegen, weil hier mit Bremsen, Schaltung, Lenkerhöhe und Tachoinstallation gleich vier Arbeiten sind, von denen ich jedes Mal auf´s Neue glaube, ihnen gewachsen zu sein. Wenn die Schaltung rasselt und die Bremse zu lasch greift, glaube ich stets genau zu wissen, an welcher der drei Schrauben ich drehen muss, um Herr der Lage zu werden. Aber irgendwie ist es immer exakt die falsche Schraube. Und hinterher ist es nur noch schlimmer.

Oder die Sache mit der Lenkerhöhenverstellung. Welche Schraube nimmt man denn nun? Die von oben eingedrehte Inbussschraube, oder eine der beiden den Lenker umgebenden große Schellen? Und überhaupt, warum muss es denn da überhaupt immer gleich drei verschiedene Schrauben geben, wenn nur eine den gewünschten Effekt erzielt.

Man könnte ja glatt vermuten, dass es sich dabei um eine Schikanemaßnahme der Fahrradläden handelt, die uns zwingen soll, in den Fachbetrieb zu kommen.

Beim Kauf meines letzten Fahrrads habe ich ein Serviceheft ausgehändigt bekommen, das sich hinter der Bordmappe eines Kleinbusses nicht zu verstecken braucht.

Fehlt nur noch, dass bald jemand vom Fahrradamt bei uns zuhause vorbei schaut, um zu überprüfen, ob das Rad es auch gut bei mir hat.

Michael Friemel


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