Frau kratzt Eis von einer Windschutzscheibe (Foto: dpa)

Scheibenkratzen

Michael Friemel   30.11.2020 | 10:40 Uhr

Von wegen alles anders dieses Jahr! Die unnötigen Sachen hat auch Corona nicht in den Griff bekommen – die Scheiben sind noch immer dann morgens besonders fest gefroren, wenn man's mal wieder so richtig eilig hat!

Wo lag der Türschlossenteiser früher immer? Am ersten knackig kalten Tag des Winters? Früher als man wirklich noch den Schlüsselbart brauchte, um das Auto aufzuschließen? Na er lag sicher verstaut im Handschuhfach. Neben dem Frostfrei Scheibenenteiser und der Parkscheibe.

Heutzutage ist an Enteiserspray aus ökologischen Gründen nicht mehr zu denken – dafür sind großflächige Abdeckungen für die Frontscheibe in Mode gekommen. Mal sind das feste Kunststoffschablonen, mal silberfarbene Thermomatten, die einer Schlafmaske in Chromoptik ähneln. Aber eines ist ihnen allen gleich: An den Tagen wo ich am Vorabend dran gedacht habe, sie anzubringen, war morgens kein Frost – und umgekehrt.

Wenn sie dann mal durch Zufall zur richtigen Zeit am richtigen Ort ihren Dienst getan hatte, war zwar meine Scheibe klar, ich wusste aber nicht, wohin mit der strackgefrorenen Abdeckung. Meist lag die dann entweder zu Hause auf dem Parkplatz im Dreck, oder auf dem Beifahrersitz, wo sie im Laufe der Fahrt allmählich auftaute und ins Polster troff.

Deswegen bin ich wieder zum manuellen Eiskratzen übergegangen. An Tag eins noch mit dem langen Kratzer aus dem Kofferraum, um wie jedes Jahr festzustellen, dass der zwar lang ist, aber nix taugt. An Tag zwei mit dem zwar stabilen, aber zu kurzen hellblauen Kratzer aus der Türablage, wegen dem man dann meist mit kaltnassem Bauch vom über die Haube lehnen hinterm Steuer sitzt. Und erst an Tag drei wieder mit der bewährten Andrea Berg Doppel-CD aus der Mittelablage, die genau für diesen Zweck wie geschaffen scheint. Ich habs mit Helene Fischer probiert – aber kein Vergleich. Wenns richtig strack gefroren ist kommt keine an Andrea Berg ran!

Michael Friemel


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