Tour de Kultur 2018: Unterwegs auf dem Lautertalradweg (Foto: Christian Ignatzi)

Über Wiesen und Felder durch die Pfalz

Unterwegs auf dem Lautertalradweg

Christian Ignatzi   02.07.2018 | 12:55 Uhr

Schon die Namen von Start und Ziel zeigen den Radfahrern, auf welchem Weg sie sich befinden. Eine Fahrradroute von Lauterecken nach Kaiserslautern – das kann ja wohl nur der Lautertalradweg sein.



Wir starten die Tour am Bahnhof Lauterecken-Grumbach, von wo aus uns der Weg an der Bahnstrecke entlang nach Lohnweiler führt. Von dort bietet sich ein Panoramablick auf das Lautertal mit der Schiene, die uns auf dieser Tour noch oft begleiten wird. 13 Bahnhöfe zwischen Lauterecken und Kaiserslautern laden ein, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen.

Wer nicht hin und zurück radeln will, findet auf diese Weise einen gemütlichen Rückweg. Doch der liegt noch in weiter Ferne. Hinter Lohnweiler zeigt sich die Lauter erstmals. Ein kleines Flüsschen, das sich durch grüne Wiesen und an Feldern entlang schlängelt. Viel mehr als die Bahnstrecke, Felder, Wiesen und die Lauter sind auf der gesamten Strecke nicht zu sehen.

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Tour de Kultur: Der Lautertalweg
Audio [SR 3, Christian Ignatzi, 02.07.2018, Länge: 03:01 Min.]
Tour de Kultur: Der Lautertalweg
Schon die Namen von Start und Ziel zeigen den Radfahrern, auf welchem Weg sie sich befinden. Eine Fahrradroute von Lauterecken nach Kaiserslautern – das kann ja wohl nur der Lautertalradweg sein.

Nicht immer gut beschildert

Der Lautertalradweg ist nichts für Radler, die auf der Suche nach eindrucksvoller Natur sind. Stattdessen punktet er mit anderen Vorzügen. Doch bevor die zum Tragen kommen, zeigt sich im nächsten Örtchen, Heinzenhausen, erst mal die einzige kleine Tücke des Radwegs: die oft etwas schwer zu findende Kennzeichnung. Ein passierender LKW-Fahrer gibt den entscheidenden Tipp, in welcher Richtung es weitergeht.

Wir verlassen die Bahnstrecke ein Stück, um an eine Kreuzung zu gelangen, wo der Lautertalradweg erstmals seit Lauterecken offensichtlich kenntlich gemacht ist. Drei rote Fische weisen den weiteren Verlauf der Strecke Richtung Wolfstein. Knapp vier Kilometer sind an diesem Punkt zurückgelegt. Weiter geht es über einen idyllischen Weg entlang der Lauter, durch das Örtchen Tiefenbach, in dem die Bewohner aus bunten Häuschen herauswinken.

Tour de Kultur 2018: Unterwegs auf dem Lautertalradweg (Foto: Christian Ignatzi)
Ein Hinweis auf den Lautertalradweg wäre klasse gewesen

Etwas verwirrend wird es kurz darauf wieder, als die nächste Beschilderung fehlt. Kurz vor Wolfstein führt die Radstrecke ohne Kennzeichnung an einem Malzwerk vorbei. Am grünen Zaun der Anlage geht es links entlang, bis eine Brücke nach Wolfstein führt. Dort zeigt sich, was den Lautertalradweg tatsächlich ausmacht: Die malerischen Orte, die die Radfahrer auf der Strecke entdecken, sind oft einen genaueren Blick wert.

Einfahrt in den Berg mit Weinprobe

Tour de Kultur 2018: Unterwegs auf dem Lautertalradweg (Foto: Christian Ignatzi)
Es gibt immer mal wieder was zu sehen

Gerade Wolfstein mit dem Kalkbergwerk am Königsberg lohnt einen Besuch. Das Industrie-Denkmal erinnert an den Bergbau, der in dem Örtchen Jahrhunderte lang Erz, Kohle und Kalk zutage brachte. Mit einer Grubenbahn geht es dort tief in den Berg. Tropfsteine, Kristalle und die alten Geräte der Bergmänner sind dort zu sehen. Und wer will, kann dort sogar Pfälzer Weine verkosten.Ebenso interessant ist die Burgruine Alt-Wolfstein. Sie liegt weiter nördlich Richtung Kaiserslautern an der engsten Stelle des Lautertals. Kaiser Barbarossa soll sie im zwölften Jahrhundert zur Sicherung und Verwaltung des Reichsguts um Kaiserslautern erbaut haben. An der Innenwand der Ruine des Bergfrieds ist eine eingemauerte Maurerkelle zu erkennen. Sie soll an einen bei Restaurierungsarbeiten tödlich verunglückten Handwerker erinnern.

Saarländer: "Einkehr" ist immer möglich

Wer lieber in der heutigen Zeit bleibt, statt in Erinnerungen an längst vergangene Zeiten zu schwelgen, kann in einer der urigen Pfälzer Gaststätten einkehren, die man vielerorts am Weg entdeckt. Etwa am alten Bahnhof von Kreimbach. Von dort aus führt die Strecke wieder entlang der Bahnlinie. Das Lautertal ist hier gesäumt von den ersten Hügeln des Nordpfälzer Berglands.

Schöne Rast- und Einkehrmöglichkeiten ziehen sich nun durch Orte wie Olsbrücken, Hirschhorn und Katz­weiler. Da die Radfahrer aber stets auf Höhe des Flusses bleiben, ist die Route kaum anstrengend und gut für Familien geeignet. Gefährlich wird es auch selten. Es geht überwiegend über Wirtschaftswege, Radwege und über kurze Abschnitte auch über Kreisstraßen, auf denen aber kaum Verkehr herrscht.

Tour de Kultur 2018: Unterwegs auf dem Lautertalradweg (Foto: Christian Ignatzi)
Viele Gastwirtschaften entlang des Weges

Motorradmuseum in Otterbach

Kurz vor dem Ziel Kaiserslautern bieten sich in Otterbach zwei weitere Sehenswürdigkeiten: Das Motorradmuseum und das Stellwerk Museum. Das Motorradmuseum gründete der Rennfahrer Heinz Luthringshauser 1980 in seinem Heimatort. Rund 80 Maschinen sind dort ausgestellt, die meisten noch im Originalzustand.

Wer sich für die sportlichen Zweiräder interessiert, findet hier Schmuckstücke aus 80 Jahren Motorradgeschichte. Das Stellwerk Museum am Bahnübergang nach Erfenbach zeigt beeindruckende mechanische Anlagen aus der Eisenbahnergeschichte. Dort sind Seilzüge und Flügelsignale ausgestellt, die schon bei der Inbetriebnahme des Stellwerks im Jahr 1911 im Einsatz waren.

Tour de Kultur 2018: Unterwegs auf dem Lautertalradweg (Foto: Christian Ignatzi)
Vom Rad ins Motorradmuseum

Nach 34 Kilometern erreicht man die vor allem im Sommer sehenswerte Gartenschau in Kaiserslautern. Von hier nehmen wir den Zug zurück nach Lauterecken, der für die kurze Strecke wegen vieler Halte eine Stunde benötigt. Die Tour endet, wo sie begann: am Bahnhof in Lauterecken-Grumbach.

Kontakt

Tourist-Information Kaiserslautern
Fruchthallstraße 14
67655 Kaiserslautern
Tel.: (0631) 36 52 316
E-Mail: radwege@lbm.rlp.de
www.routenplaner.rlp.de

Motorradmuseum
Heinz Luthringshauser
Otterstr. 4
67731 Otterbach
Tel.: (06301) 2367

Stellwerk Museum
Bahnübergang nach Erfenbach
67731 Otterbach
Tel.: (06301) 6070
Internet: http://www.vg-otterbach.de

Öffnungszeiten

Der Radweg ist ganzjährig geöffnet.
Motorradmuseum:
April - Okt. an Sonn- und Feiertagen: 10.00 - 12.30 Uhr und 13.30 - 17.00 Uhr.
Stellwerk Museum:
Mai - Sept. 1. und 3. So. im Monat. Gruppenführungen ganz­jährig auf Anfrage.

Eintritt

Der Radweg ist kostenlos.
Der Eintritt in das Stellwerk Museum ist kostenlos.
Motorradmuseum:
Erwachsene: 2,- €
Schüler(innen): 1,- €

Anfahrt

Von Saarbrücken über die A 620 auf die A 6 Richtung Kaiserslautern. Bei der Ausfahrt 13 Ramstein/Miesenbach Richtung Ramstein/Miesenbach/Landstuhl Ost auf die L 363 fahren. Über die L 356, L 369, L 372 und L 370 bis zu B 270 fahren und ihr bis Saarbrücker Straße/B 420 in Lauterecken folgen.



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