Zunehmend werden auch Jungfüchse mit Räude angesteckt, die etwa mit ihrer Mutter kuscheln. (Foto: pixaby / Enra)

Zahl der Fälle von Fuchsräude im Land nimmt zu

Margit Groß-Schmidt   10.07.2018 | 09:45 Uhr

Jeder hat schon von Fuchsräude gehört. Der ein oder andere hat bereits mal befallene Tiere gesehen. In den sozialen Medien werden immer mal wieder Fotos veröffentlicht. Was aber ist Fuchsräude eigentlich? Und vor allem: Können sich Hunde, Katzen oder Kaninchen anstecken?

Die Zahl der von Räude befallenen Füchse im Saarland nimmt zu. Bisher waren es vorwiegend erwachsene Tiere, die befallen waren, Mittlerweile sind es auch Jungfüchse. Diese werden im Juli selbstständig- Der Familienverband löst sich auf, die Jungfüchse werden von der Fähe, also der Fuchsmutter, vertrieben - und verbreiten dann die Räude.

Was ist Räude und woran erkennt man sie?

Die Räude ist eine Krankheit, bei der sich Milben unter der Haut einnisten. Sie werden "Grabmilben" genannt, weil sie unter der Haut Gänge graben. Dort hinterlassen sie Kot und Eier. Das führt zu starkem Juckreiz und einer allergischen Reaktion. Der Fuchs ist sich den ganzen Tag am kratzen. Befallene Tiere kratzen sich regelrecht das Fell weg. Die befallenen Stellen entzünden sich. Durch die Infektionen führt das schließlich zum Tode.

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Fuchsräude: Auch Haustiere und sogar der Mensch gefährdet
Audio [SR 3, Margit Groß-Schmidt, 10.07.2018, Länge: 04:22 Min.]
Fuchsräude: Auch Haustiere und sogar der Mensch gefährdet

Können Haustiere befallen werden?

Fuchsräude ist hoch ansteckend. Fuchsräude trifft nicht nur Rehe oder Wildschweine, sondern ist auch für Katzen und Hunde ansteckend. Schon der Kontakt mit abgekratztem Schorf oder Fellteilen von Füchsen genügt. Nicht nur das, auch Gegenstände, die von befallenen Tieren nur gestreift wurden, können ansteckend sein. Meiko Balthasar, der Naturschutzbeauftragte der Gemeinde Ensdorf rät, Hunde anzuleinen., um zu verhindern, dass sie in Kontakt mit einem Fuchsbau kommen.

Auch auf den Menschen übertragbar

Beim Menschen können die übertragenen Räudemilben im allgemeinen juckende Hautquaddeln auslösen – wie etwa nach einem Mückenstich, selten können größere entzündete Flächen daraus entstehen.

So erkennt man die Räude

Zu den ersten Symptomen zählen Haarausfall und Schuppen an den Augen, im Mundwinkel und an den Beinen. Andere Milben bevorzugen die Ohren und verursachen eine Ohrräude. Die infizierten Tiere kratzen sich fast unaufhörlich. Wer entsprechende Symptome bei seinem Tier feststellt, sollte unverzüglich den Tierarzt aufsuchen.

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