Bus auf Abruf - Flitsaar startet in St. Wendel

Bus auf Abruf – Flitsaar in St. Wendel gestartet

Max Zettler / Onflinefassung: Rebecca Wehrmann   06.04.2024 | 09:02 Uhr

Über eine App oder das Netz einen Bus bestellen, der dann an einer Wunsch-Haltestelle vorbeikommt. Das steckt hinter dem neuen Bus-Konzept „Flitsaar“. Am Samstag sind die Bestellbusse in St. Wendel gestartet.

Besonders in ländlichen Regionen kann es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln haken. Je nach Wochentag fahren Busse selten oder gar nicht. Abhilfe schaffen soll hier künftig der „Flitsaar“.

Diesen Bus können Interessierte bestellen, so wie sie ihn brauchen. Damit soll der öffentliche Nahverkehr auf dem Land wieder attraktiver werden.

Video [aktueller bericht , 02.04.2024, Länge: 5:37 Min.]
Mobilitätsprojekt Flitsaar startet in den Regelbetrieb

Platz für 22 Personen

„Wir hoffen natürlich, dass mehr Menschen vom eigenen Auto umsteigen auf den öffentlichen Personennahverkehr“, erklärt der Staatssekretär für Mobilität, Sebastian Thul (SPD). Die Erfahrung habe gezeigt, dass es immer um die letzte Meile gehe. „Also wie weit muss ich eigentlich zurücklegen, bis ich zum ÖPNV-Angebot komme?“ Und für diese Frage sei das neue Busangebot in St. Wendel die perfekte Ergänzung.

Der Flitsaar ist ein kleiner Bus, in den 22 Personen passen. Wer damit fahren möchte, kann ihn übers Internet oder eine eigene App bestellen. Dafür geben die Nutzer, ähnlich wie bei der Saarfahrplan-App, den Start- und Endpunkt ihrer Reise an und eine Software baut dann eine Route zusammen.

Bus Flitsaar (Foto: MUKMAV/David Cuervo Müller)
Bus Flitsaar

Bestellung an bestimmte Haltepunkte

Das klingt ähnlich wie bei einem Taxi, funktioniert in der Praxis aber anders: „Im Gegensatz zum Taxi kann man den nicht an eine bestimmte Adresse bestellen, sondern entweder an eine reguläre ÖPNV-Haltestelle oder an eine sogenannte virtuelle Haltestelle. Das sind Haltestellen, die als solche nicht zu erkennen sind, die aber im System als Haltepunkt registriert sind“, erläutert Carl Jacobi vom Smart Wendeler Land, der die Technik dahinter mitkonzipiert hat.

Wollen mehrere Leute aus verschiedenen Orten zur gleichen Zeit mit dem Flitsaar fahren, passt dieser die Route an. Preislich unterscheidet sich der On-Demand-Bus nicht von den üblichen Bustarifen. Es gelten die SaarVV-Preise und damit funktionieren auch Abokarten wie zum Beispiel das Deutschlandticket.

Wendelmobil wird abgelöst und erweitert

In St. Wendel, wo das neue Buskonzept zuerst startet, gibt es bereits seit rund einem Jahr einen Rufbus mit dem gleichen Konzept – das Wendelmobil. Das wird nun aber vom Flitsaar abgelöst und ausgebaut – das Angebot umfasst künftig die Kreisstadt St. Wendel sowie die Ortsteile Urweiler, Leitersweiler, Hoof, Osterbrücken, Marth, Niederkirchen, Werschweiler, Dörrenbach, Saal und Bubach.

Wie das Umweltministerium mitteilte, sollen zunächst die Fahrzeiten des Vorgängerprojekts übernommen werden, ab den Sommerferien 2024 ist dann eine Erweiterung geplant.

Pläne auch für Neunkirchen und Saarpfalz-Kreis

Für die bisherige Nutzung des Wendelmobils zieht Landrat Udo Recktenwald eine positive Bilanz: „Wir haben über 600 registrierte Nutzer in den kleinen Dörfern. Wir haben am Wochenende vierzig bis fünfzig Nutzer", so Landrat Udo Recktenwald (CDU). Also mehr als zwei Personen pro Fahrt. "Das heißt, es wird angenommen, es wird genutzt und die große Stärke ist natürlich die Flexibilität“,

Das On-Demand-Buskonzept ist am Samstag im Landkreis St. Wendel gestartet. Laut Ministerium soll die App im Juni dieses Jahres auch im Landkreis Neunkirchen und im Januar kommenden Jahres dann im Saarpfalz-Kreis eingeführt werden.

Über dieses Thema hat auch die "Region am Nachmittag" auf SR 3 Saarlandwelle am 02.04.2024 berichtet.


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