Chor (Foto: Pressefoto)

Wolfgang Rihm: "Frau/Stimme"

Meilensteine der Neuen Musik (5)

  10.11.2014 | 06:15 Uhr

Sendung: Donnerstag 13.11.2014 20:04 - 22:30 Uhr

Archiv

Wir spielen eine Aufnahme mit
Isolde Siebert und Carmen Fuggis.
Es spielt das SWR Sinfonieorchester unter
der Leitung von Michael Gielen

(13.11.2014) "Frau / Stimme für Sopran und Orchester mit Sopran" markiert einen Wendepunkt im Schaffen Wolfgang Rihms. Es gibt kaum einen Komponisten seines Alters, der eine solche Vielzahl von Werken - auch und gerade großbesetzte - geschrieben hat. Seine schöpferische Kraft war von Anfang an enorm, seine Phantasie schier grenzenlos. Das Ausbruchsartige der früheren Jahre wich mit "Frau / Stimme" dem behutsamen Abtasten, der neuen Klangerfahrung mit Blick ins Innere.



Der Text zu "Frau / Stimme" stammt aus Heiner Müllers Schauspiel "Der Auftrag. Erinnerung an eine Revolution". Die bilderreiche, kraftvolle Sprache Müllers musste den klangbegeisterten Rihm faszinieren. Aber in der Sprache lag auch die Zurücknahme, die Stille, das Innehalten.

Wolfgang Rihm suchte und fand in „Frau / Stimme“ einen neuen kompositorischen Ansatz, ohne seine eigene Klangsprache aufzugeben. Von Stilwende ist in Zusammenhang mit diesem Stück immer wieder gesprochen worden – von einer Neuorientierung Rihms und Annäherung an das Spätwerk des von ihm hochgeschätzten Komponisten Luigi Nono. So ist „Frau / Stimme“ ein eher stilles, höchst konzentriertes Werk, „ein Stück äußerster Ökonomie“, wie Stephan Hoffmann nach der Uraufführung bei den Donaueschinger Musiktagen 1989 schrieb.

Friedrich Spangemacher/NK


Meilensteine der Neuen Musik

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