Gustav Regler vor Schloss Halberg (Foto: SR)

"Das Ohr des Malchus"

Gustav Regler im Gespräch mit Fred Oberhauser und Heinz Dieckmann

Eine Aufnahme vom 24. September 1958  

Sendung: Dienstag 22.05.2018 20.04 bis 21.00 Uhr

Über Inhalt und Autor

"Im Anfang war die Angst und die Angst war bei mir und ich war in ihr. Dort am Beginn, fünf Jahre war ich alt, standen zwölf Männer unter der Freitreppe des Jagdschlosses, in dem der strenge Bürgermeister meiner Heimatstadt amtierte."

Mit diesen Worten beginnt Gustav Reglers autobiographischer Roman "Das Ohr des Malchus" (1958). Regler, am 25. Mai 1898 in Merzig geboren (er starb 1963 in Neu-Delhi), lebte und schrieb zunächst in Nürnberg, dann in Berlin. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten floh er über das Saarland nach Paris. Der überzeugte Kommunist engagierte sich im Spanischen Bürgerkrieg und wurde verwundet. Sein Buch „Das große Beispiel. Roman einer internationalen Brigade“ (1940 in englischer Übersetzung unter dem Titel „The Great Crusade“ erschienen) zeichnet diese Erfahrung in drastischen Worten nach. Regler emigrierte schließlich nach Mexiko und distanzierte sich zunehmend vom sowjetischen Modell des Kommunismus.

Nach dem Krieg reiste er häufig nach Europa und in die saarländische Heimat. Einer seiner letzten Besuche im September 1958 war für die damaligen Literaturredakteure von Radio Saarbrücken, Fred Oberhauser und Heinz Dieckmann, willkommener Anlass, Gustav Regler zu einem Interview zu bitten und zu seinem gerade erschienenen autobiographischen Roman "Das Ohr des Malchus" zu befragen.


Vorschau

In "Literatur im Gespräch" am Dienstag, 29. Mai:

Oleg Jurjew: "Unbekannte Briefe"
Mitschnitt der Lesung vom 14. Mai 2018 im Saarländischen Künstlerhaus.


Literatur im Gespräch

Dienstags von 20.04 bis 21.00 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Ein Forum für literarische Texte, die im Gespräch sind oder durch die Sendung ins Gespräch gebracht werden sollen.

Es handelt sich um Romane, Erzählungen, Essays oder Gedichte, die veröffentlicht oder noch unveröffentlicht sind. Die Sendung will Autoren von "draußen" ins Land und Autoren aus dem Land nach draußen vermitteln. Zu hören sind Studiogespräche sowie Mitschnitte öffentlicher Lesungen von bekannten und unbekannten Schriftstellern, von Nobelpreisträgern wie (wenn sie interessant sind) von Autoren, die ihre Bücher im Selbstverlag herausbringen. Die Autoren sind in der Regel deutschsprachig.

Redaktion: Tilla Fuchs

Kontakt: literatur-im-gespraech@sr.de

Artikel mit anderen teilen