AKK fordert Kampf um unentschlossene Wähler in Bayern

Kramp-Karrenbauer fordert Kampf um unentschlossene Wähler in Bayern

Im Interview der Woche: Annegret Kramp-Karrenbauer, CDU-Generalsekretärin

Michael Thieser  

Sendung: Samstag 13.10.2018 12.45 bis 13.00 Uhr

Wenige Tage vor der Landtagswahl in Bayern hat CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer die Schwesterpartei CSU aufgerufen, um die zahlreichen noch unentschlossenen Wähler zu kämpfen.

Zahl der Unentschlossenen "sehr hoch"

Kramp-Karrenbauer sagte am Mittag bei einem Besuch beim Saarländischen Rundfunk, nach den jüngsten Umfragen sei die Zahl der Unentschlossenen noch sehr hoch. Auch die Wählerforschung zeige, dass die letzten Tage vor einer Wahl für die Entscheidung immer wichtiger würden. Dass sich CSU-Chef Horst Seehofer und Ministerpräsident Markus Söder für die drohende Wahlniederlage bereits im Vorfeld gegenseitig verantwortlich gemacht hätten, sei für den Kampf um die unentschlossenen Wähler nicht hilfreich.

Auswirkungen für die Union

Kramp-Karrenbauer forderte die Union zudem zu mehr Selbstkritik im Umgang mit Sprache auf.

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Die Vertreter beider Parteien müssten sich fragen, ob sie zu oft Vokabeln der AfD übernommen hätten - etwa, wenn der bayerische Ministerpräsident Markus Söder von "Asyltourismus" spräche oder sein CSU-Parteifreund und Landesgruppenchef Alexander Dobrindt von einer "Anti-Abschiebe-Industrie". Das seien Begriffe, die in den Köpfen der Menschen hängen blieben, sagte Kramp-Karrenbauer. Da bringe es auch nichts, später verbal zurückzurudern. Vielmehr habe es die Union versäumt, eigene Themen zu setzen und damit zu überzeugen.

Dieses Manko spiegele sich auch in der aktuellen Schwäche der CSU in Bayern – einer Schwäche, die sich laut Kramp-Karrenbauer auf die Union als Ganzes auswirkt. Das Wahlergebnis vom kommenden Sonntag in Bayern sei daher "sehr sauber" zu analysieren; es gelte zu schauen, an wen man Wähler verloren habe.

"Keine Gedanken" über Kanzlerschaft

Die CDU-Generalsekretärin vermied erneut eine Antwort auf die Frage, ob sie sich um die Nachfolge von Bundeskanzlerin Merkel bewerben will. Dazu sagte sie: " ‘Ich kann, ich will, ich werde‘ war mein Bewerbungsspruch für den Posten der CDU-Generalsekretärin und da bin ich zurzeit mit dem Ausfüllen dieser Funktion mehr als beschäftigt. Über alles andere mache ich mir keine Gedanken“.


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Jeden Samstag gegen 12.45 Uhr in der "Bilanz am Mittag" auf SR 2 KulturRadio

In der "Bilanz am Mittag" auf SR 2 KulturRadio wird jeden Samstag gegen 12.45 Uhr ein etwa 15-minütiges Interview ausgestrahlt. Diese Gespräche mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Kultur bieten den Hörern von SR 2 KulturRadio nicht nur Argumente und Fakten zu wichtigen Themen und Entscheidungen, sondern auch persönliche Eindrücke über die Handelnden.

Die Interviews entstehen in enger Zusammenarbeit mit dem Hauptstadtstudio Berlin. Der Sendeplatz wird so zu einem Forum für internationale und regionale Themen.

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