Felix Mendelssohn-Bartholdy: Sinfonie Nr. 2

Felix Mendelssohn-Bartholdy: Sinfonie Nr. 2: "Lobgesang"

Das starke Stück im SR 2-Klassiker

Von Sebastian Flecker  

Sendung: Samstag 18.05.2019 10.20 Uhr

Felix Mendelssohn-Bartholdy:
Sinfonie Nr. 2, "Lobgesang“


Leipzig 1840: Die Verlagsstadt bereitet sich auf die 400-Jahr-Feier zur Erfindung der Buchdruckerkunst durch Johannes Gutenberg vor. Im Rahmen dieses Festes soll natürlich auch Musik erklingen. Den Auftrag für zwei Neu-Kompositionen erhält der Gewandhauskapellmeister Felix Mendelssohn Bartholdy. Neben einem weltlichen Festgesang für Männerchor und zwei Blasorchester verfasst er den "Lobgesang", eine "Symphoniekantate", wie er das Werk selbst später untertitelt. Am 25. Juni 1840 wird es in der Leipziger Thomaskirche uraufgeführt.

Der Triumph des Lichts über die Dunkelheit

Portait von Frieder Bernius  (Foto: Jens Meisert)

"Die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbeigekommen. So laßt uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts." Dieser großangelegte Chorsatz spiegelt die zentrale Aussage von Mendelssohns "Lobgesang" wider: den Triumph des Lichts über die Dunkelheit.

"Mendelssohn hat schon alle Erfahrungen mit Orchesterwerken hinter sich, als er diese Symphonie schreibt, aber er hat eben auch sehr viel geistliche Werke geschrieben und so ist für mich zumindest diese Symphonie eine Conclusio seines ganzen Schaffens." (Chorleiter und Dirigent Frieder Bernius)

Kritik an Mendelssohns "Lobgesang"

Zu Mendelssohns Lebzeiten gehört der Lobgesang zu seinen populärsten Werken. Doch bereits in ersten Kritiken wird auf die formale Parallele zwischen dem Stück und Beethovens Neunter Symphonie hingewiesen. Ein Vergleich, der schon bald zu einer gnadenlosen Abwertung und Verunglimpfung von Mendelssohns Opus führt. Der Musikwissenschaftler Adolf Bernhard Marx, ein Zeitgenosse des Komponisten, bezeichnet das Werk als "verunglückte Imitation der Neunten Symphonie", Richard Wagner nennt es gar "ein Stück von blödester Unbefangenheit".

"Ein Liebhaber dieser Musik wird da nicht zustimmen können. Natürlich erinnert das an die 9. Symphonie von Beethoven. Aber ich glaube, es ist nur die äußere Form, die Mendelssohn imitiert. So ist es bei Mendelssohn ein organischer Aufbau vom ersten Satz, von der Einleitung bis zum Ende des letzten Satzes eine Form die sich sinnvoll ergibt. Das kann man nicht vergleichen mit Beethovens Idee." (Frieder Bernius)

Im Konzert:                  

Concert: "Friday for Future"

Georg Grün, Solisten und Ensembles der HfM Saar (Foto: Oliver Dietze)

Open-Air-Happening auf dem Ludwigsplatz Saarbrücken
mit Lichtinstallation und Vorband

Freitag, 24. Mai 2019, 20.00 Uhr
Ludwigsplatz Saarbrücken

Chor, Orchester und Solisten der Hochschule für Musik Saar unter der Leitung von Prof. Georg Grün

Auf dem Programm:

Felix Mendelssohn Bartholdy – Lobgesang, op. 52 (MWV A 18)


Das "Starke Stück" im Klassiker

Samstags um 10.20 Uhr in SR 2-Der Vormittag
(Wh. sonntags gegen 16.20 Uhr in SR 2-Canapé)

Der "Klassiker" ist ein besonderes Musikstück oder ein längerer Auszug aus einem bedeutenden Werk der Musikgeschichte – von Johann Sebastian Bach bis Igor Strawinsky.

An jedem Samstag übernehmen wir ein "Starkes Stück" von BR Klassik für diesen "Klassiker". Diese ausgewählten Werke werden in Zusammenarbeit und in Gesprächen mit großen Interpreten der Klassik vorgestellt, ergänzt durch zahlreiche Informationen und Anekdoten.

Das "Starke Stück" wird jeden Samstag zeitnah in der SR-Mediathek bereitgestellt - und zwar für sieben Tage.

Kontakt: sr2@sr-online.de

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