Joseph Haydn (Foto: dpa-Bildfunk)

Joseph Haydn: Klaviersonate Nr. 50

Das starke Stück im SR 2-Klassiker

Von Julika Jahnke  

Joseph Haydn war einer der ersten Komponisten, die für den Hammerflügel komponierten. Sehr populär war schon zu seiner Zeit die Sonate Nr. 50. Die Pianistin Ragna Schirmer erzählt, was diese Sonate zu einem "starken Stück" macht.

Sendung: Samstag 23.02.2019 10.20 Uhr

Joseph Haydn:
Klaviersonate Nr. 50 D-Dur, Hob. XVI: 37

Die Pianistin Ragna Schirmer. (Foto: Maike Helbig)
Die Pianistin Ragna Schirmer.

Nicht nur Ragna Schirmer, auch schon die Pianisten und Pianistinnen um 1800 spielten mit Begeisterung die Klavierwerke von Joseph Haydn. Dass diese Werke schnell verbreitet wurden, dafür sorgte die Kunst- und Musikalienhandlung Artaria & Co. Sie verlegte Haydns Kompositionen, sorgte aber auch immer wieder dafür, dass er viele seiner Orchesterwerke für Klavier transkribierte.

KONZENTRATION UND REDUKTION

Wenn Haydn für den Hammerflügel schrieb, dann hielt er es genauso wie in seinen Sinfonien: Statt großer dramatischer Gesten verwendete er wenige, punktgenau gesetzte Töne und eine Prise musikalischen Witz. So gelang es ihm, einen stets ganz schnell in seine Klangwelt hineinzuziehen. Auch in der D-Dur-Sonate Nr. 50 geht es ganz um Konzentration und Reduktion.

KLAVIERDUO MARIANNE UND CATERINA AUENBRUGGER

Joseph Haydn inspirierte dabei nicht nur der moderne Hammerflügel, der bei seinem Dienstherren, dem Fürsten auf Schloss Esterhaza stand. Anregend war für ihn auch die Bekanntschaft mit einem jungen Klavierduo, das damals in Wien Furore machte: Es waren die Schwestern Marianne und Caterina Auenbrugger, Töchter eines gutsituierten Arztes, der zeitweise Leibarzt Maria Theresias war. Seine Töchter betörten Haydn nicht nur mit ihrer Anmut und ihrer Schönheit, sondern auch mit ihrem beeindruckenden Klavierspiel.

AUSTAUSCH MIT DER WIENER MUSIKSZENE

Über 50 Klaviersonaten hat Haydn geschrieben. Die meisten von ihnen entstanden, wie diese D-Dur-Sonate, auf Schloss Esterhaza, wo Haydn als Kapellmeister diente. Das Schloss lag abgeschieden. Doch Fürst Esterhazy pflegte regen Kontakt zur habsburgischen Hauptstadt Wien. Und so genoß auch Haydn den Austausch mit der dortigen Musikszene und erhielt regelmäßig Einblick in die kompositorischen Strömungen der Zeit.


Das "Starke Stück" im Klassiker

Samstags um 10.20 Uhr in SR 2-Der Vormittag
(Wh. sonntags gegen 16.20 Uhr in SR 2-Canapé)

Der "Klassiker" ist ein besonderes Musikstück oder ein längerer Auszug aus einem bedeutenden Werk der Musikgeschichte – von Johann Sebastian Bach bis Igor Strawinsky.

An jedem Samstag übernehmen wir ein "Starkes Stück" von BR Klassik für diesen "Klassiker". Diese ausgewählten Werke werden in Zusammenarbeit und in Gesprächen mit großen Interpreten der Klassik vorgestellt, ergänzt durch zahlreiche Informationen und Anekdoten.

Das "Starke Stück" wird jeden Samstag zeitnah in der SR-Mediathek bereitgestellt - und zwar für sieben Tage.

Kontakt: sr2@sr-online.de

Artikel mit anderen teilen