AnnenMayKantereit (Foto: Martin Lamberty/Universal Music)

Veränderungen nach dem Debüt

  23.01.2019 | 19:00 Uhr

Die Jungs von AnnenMayKantereit sind schon etwas speziell. Ihr Sound klingt anders, die Stimme von Hennig May ist außergewöhnlich und auch die Texte der Band sind nicht gerade lieb und nett. 2016 haben sie ihr erstes Album gemacht. Beim neuen Album „Schlagschatten“ hat sich einiges verändert.

Während das neue Album noch in Berlin entstanden ist, hat sich die Band für die Aufnahmen zu „Schlagschatten“ ein Haus in Spanien gemietet. Doch nicht nur das hat sich geändert. Die Band hat sich einen neuen Produzenten gesucht „Das hatte den Grund, dass wir gemerkt haben: Wir wollen nicht unbedingt nur Live aufnehmen“, erklärt Sänger Henning May. Mit Produzent Markus Ganter an ihrer Seite hat dann alles gepasst.

Mitten im Nirgendwo

Im spanischen Vilert, wo die Band aufgezeichnet hat, lebt eine Familie. „Es gibt noch zwei andere Familien, die manchmal am Wochenende da sind.“ Die Bezeichnung Dorf ist fast ein wenig übertrieben. Für ihre Aufnahmen mussten AnnenMayKantereit das Internet mitbringen: „Das war unglaublich als der 20 Tonner ankam. Die Besitzerin des Hauses, in dem wir aufgenommen haben, hat bestimmt mehrfach den Atem angehalten, weil es ein sehr altes Haus ist und man schnell etwas kaputt machen kann.“

Die Entscheidung für die Einöde in Spanien fiel aus verschiedenen Gründen. „Berlin ist eine unglaublich kalte Stadt im Winter. Abgesehen davon ist Berlin eine Stadt, in der wir viele Leute kennen und mögen, mit denen wir dann auch was machen wollen.“ Diese Ablenkung konnten die Jungs ins Spanien vermeiden, doch auch der Faktor Studio spielte eine Rolle bei der Auswahl des Aufnahmeraumes: „Ein Studio-Studio übt leichten Druck auf uns aus, weil es Räumlichkeiten sind, in denen es nur darum geht, Musik zu machen. Wir sind es gewöhnt, Musik zu machen, wo es nicht vorgesehen ist, Musik zu machen.“

Veränderung auch gesanglich

Die Stimme von Hennig May hat den Sound der Gruppe geprägt. In den letzten vier Jahren waren die Jungs ständig auf Tournee und so hatte Hennig auch die Gelegenheit an seinem Gesang zu arbeiten. „Ich würde auch sagen, dass meine Stimme weniger Druck braucht, um zu klingen, weil ich viel geübt habe und ein besserer Sänger geworden bin. Ich wollte mich gesanglich ein bisschen verändert, weil ich in meinem Leben unglaublich tief gesungen, weil es ging. Das hat mich gereizt, diesen Teil der Stimme etwas zu bearbeiten.“

Auch Thema in der SR 1 Sendung "Absolut Musik" vom 23.01.2019.

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