Wie die Saarbahn gegen die Fahrtausfälle vorgehen will

Die Saarbahn hat seit Monaten erhebliche Probleme, weil zahlreiche Fahrten ausfallen. Jetzt wurde dem Aufsichtsrat eine Strategie vorgestellt, wie sich die Situation verbessern soll.

Stehen statt fahren – personalbedingt war das bei der Saarbahn in den letzten Monaten ein großes Problem. Mit einer Qualitätsoffensive will der Konzern nun gegensteuern, unter anderem mit einem überplanmäßigen Plus von zehn Fahrern im kommenden Jahr. Zusätzlich soll das komplette Betriebssystem auf den Prüfstand.

Problemsuche und mehr Gesundheitsmanagement

Saarbahn-Geschäftsführer Karsten Nagel will dabei alle Probleme für Fahrerinnen und Fahrer ausfindig machen, von der Verkehrsführung bis zu zugeparkten Haltestellen. „Wir haben vereinbart, dass wir in den nächsten zwölf Monaten weiter dran bleiben, über Bedarf rekrutieren werden, um in 2024 erst einmal Ruhe in das System zu bekommen“, sagte Nagel dem SR.

Nagel will auch das Gesundheitsmanagement verstärken. Außerdem sollen Teilzeitmodelle den Job als Busfahrer für Frauen attraktiver machen.

Das alles wird allerdings Geld kosten. „Wir sind sicherlich im Bereich von bis zu einer halben Million Euro, mit der wir arbeiten müssen, wenn wir es voll ausflaggen“, so Nagel. „Ich schätze, dass wir es günstiger hinbekommen, weil wir bis Ende 2024 den Krankenstand, der uns ja auch etwas kostet, wieder runter bekommen werden.“

Kritik an Personalmangel und Überstunden

Der Betriebsrat sieht den Personalmangel als Ursache für den Krankenstand. Durch viele Extraschichten häuften sich Tausende Überstunden bei der Belegschaft an, die sie nicht abfeiern könnten. Die Krankheitssituation verschärfe sich so. Neue Kräfte und faire Wiedereingliederungsmaßnahmen seien deshalb wichtig.

„In erster Linie muss eine deutliche Erhöhung des Arbeitsentgeltes her“, erklärte der Saarbahn-Betriebsratsvorsitzende Markus Morsing. „Außerdem benötigen wir in den Manteltarifverhandlungen auch Verbesserungen, um den Job wieder attraktiver zu machen.“

Als Beispiele nannte Morsing Zulagen für Samstagsarbeit oder nach der sechsten Krankheitswoche. Die angestoßene Qualitätsoffensive sieht der Betriebsrat positiv – wenn es nicht nur leere Versprechungen sind.

Unterstützung aus Verwaltung und Werkstatt

„Wenn sie gelebt wird, in den nächsten Monaten erarbeitet und umgesetzt wird, dann gibt es deutliche Verbesserungen für die Kolleginnen und Kollegen im Fahrdienst“, so Morsing. „Dann wird mit Sicherheit die Zufriedenheit wieder steigen und das Betriebsklima deutlich besser werden.“

Als Ad-hoc-Maßnahme sollen weitere Mitarbeiter aus Verwaltung und Werkstatt die Fahrer im Dienstplan unterstützen, bis alles Ende 2024 hoffentlich wieder regulär ins Rollen kommt.

Über dieses Thema hat auch der „aktuelle bericht“ vom 09.10.2023 berichtet.

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