Infotafel des Inexio-Unternehmens (Foto: SR)

Neuer Investor bei Inexio

Mirko Tomic / Onlinefassung: Axel Wagner   04.12.2019 | 19:52 Uhr

Das Bundeskartellamt hat nichts dagegen, dass der schwedische Finanzinvestor EQT beim saarländischen Telekommunikationsunternehmen Inexio eingestiegen ist und jetzt 90 Prozent hält. In den nächsten zehn Jahren will EQT fünf Milliarden Euro investieren.

Inexio will wachsen
Audio [SR 3, Sarah Sassou, 04.12.2019, Länge: 00:57 Min.]
Inexio will wachsen

Ziel ist es vor allem, auf dem Land bundesweit zwei Millionen Haushalte mit Glasfaseranschlüssen zu versorgen. Die Firmenzentrale in Saarlouis wird auf tausend Mitarbeiter ausgebaut. Firmengründer David Zimmer und der Investor Matthias Fackler sind sich einig geworden. Jetzt können sie die beste Nachricht überbringen, die man sich hierzulande aktuell nur wünschen kann. Hunderte neue Arbeitsplätze und Milliardeninvestitionen wollen die beiden Herren ins Saarland bringen.

400 neue Jobs

„In Summe planen wir eine Aufstockung von rund 400 Mitarbeitern auf 1500, wobei nicht alle im Saarland zu finden sein werden.“ Es mache keinen Sinn, Projekte in Sachsen oder Thüringen von Saarlouis aus zu betreuen. „Aber ein substantieller Teil wird auch im Saarland sein, auf jeden Fall vierstellig.“

Das Unternehmen gründete der ehemalige VSE-Manager Zimmer 2007. Seitdem wächst es. Heute bedient Inexio 120.000 Kunden mit Glasfaserkabeln. Über 60 Prozent davon sind private Haushalte. Und dieses Geschäft soll weiter wachsen.

Video [aktueller bericht, 04.12.2019, Länge: 3:09 Min.]
Neuer Investor bei inexio

Fokus auf 5G-Technik

Dabei spielt der Ausbau der neuen 5G-Technik dem Unternehmen in die Hände. „Die Hauptausrichtung von 5G ist nicht für Privatkunden“, so Zimmer. „Wir fokussieren uns nun sehr stark auf das Privatkundensegment. 5G wird vielmehr für autonomes Fahren, Industrieanwendungen und sonstige Dinge gedacht.“ Zudem brauche man für 5G eine Glasfaserleitung zu jedem Funkmast.

Ein Geschäft mit großem Wachstumspotential; um das zu bedienen, müssen aber hohe Beträge investiert werden. Der schwedische  Finanzinvestor EQT will 5 Milliarden Euro einsetzen, um das Glasfasernetz in Deutschland mit Inexio auszubauen.

EQT plant zwei Millionen Anschlüsse

„Es sind viele Millionen Hausanschlüsse in den nächsten Jahren zu erstellen“, so Matthias Fackler. „Wir wollen uns auf den ländlichen Bereich fokussieren.“ Da sei die Aufgabe riesengroß. In den nächsten zehn Jahren wolle man zwei Millionen Haushalte anschließen. „Die Ambitionen sind aber sicherlich noch größer.“

Die Technik funktioniert, die Nachfrage vor allem auf dem Land ist vorhanden. In einem Joint-Venture hat Inexio mit einer Baufirma sogar eine eigene Bauabteilung gegründet, um die Glasfaserverlegung komplett anzubieten.

Politscher Handlungsbedarf

Inexio sieht aber weiter politischen Handlungsbedarf. Die Politik müsse an zwei Stellen nachjustieren, sagte David Zimmer. Zum einen müssten Planungsverfahren durch Bürokratieabbau beschleunigt werden, zum anderen sollten die Fördermitteln den Bürgern über ein Gutschriftensystem direkt an die Hand gegeben werden. Das werde noch dauern, aber er gebe die Hoffnung nicht auf.

Bereits im nächsten Jahr soll in Saarlouis auf rund 30.000 Quadratmetern ein neuer Inexio-Campus entstehen.

Über dieses Thema hat auch der "aktuelle bericht" vom 04.12.2019 berichtet.

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