Das Fashion Designer Outlet in Zweibrücken (Foto: IMAGO / Becker&Bredel)

Saar-Einzelhandel besorgt wegen Outlet-Erweiterung

Yvonne Schleinhege / Onlinefassung: Kasia Hummel   30.05.2022 | 06:29 Uhr

Rund die Hälfte der Einzelhändler im Saarland sieht in der geplanten Erweiterung des Outlet Centers Zweibrücken eine Gefahr für den regionalen Handel. Das zeigt eine neue Umfrage der IHK Saarland unter rund 120 Einzelhändlern.

Das Fashion Outlet in Zweibrücken soll größer werden. Das sehen Pläne des niederländischen Betreibers VIA Outlets vor. Demnach soll die Shoppingmall von 21.000 Quadratmeter auf 30.000 Quadratmeter vergrößert werden. Die Stadt Homburg hatte bereits angekündigt, gegen die Erweiterung vorzugehen

IHK befragt Unternehmen

Auch im Einzelhandel regt sich nun Widerstand: Rund die Hälfte der Einzelhändler im Saarland sieht in der geplanten Erweiterung des Outlet Centers Zweibrücken eine Gefahr für den regionalen Handel. Das geht aus einer Umfrage der IHK Saarland hervor. Befragt wurden rund 120 Einzelhändler.

Besonders betroffen sind Händler, die ihren Schwerpunkt auf Bekleidung, Schuhen und Lederwaren haben. In diesen Bereichen fürchten fast 70 Prozent der Einzelhändler Einbußen durch die Erweiterung des Outlet – im Schnitt rechnen sie mit etwa 15 Prozent weniger Umsatz.

IHK Saarland: "Bereits bei der heutigen Ausbaustufe gibt es einen Umsatzrückgang von 15 Prozent"
Audio [SR 3, Interview: Nadine Thielen, 30.05.2022, Länge: 04:28 Min.]
IHK Saarland: "Bereits bei der heutigen Ausbaustufe gibt es einen Umsatzrückgang von 15 Prozent"

40-50 neue Geschäfte geplant

Der Betreiber des Factory Outlet Centers möchte die Verkaufsfläche um rund 40 Prozent vergrößern, 40 bis 50 neue Geschäfte sollen entstehen. Die Umfrage der IHK zeigt auch: Schon in seiner derzeitigen Dimension sorgt das Center bei rund 45 Prozent der befragten Bekleidungs- und Lederwarenhändlern für Umsatzrückgänge.

Die IHK spricht sich daher nachdrücklich gegen die geplante Erweiterung des Qutlets aus. Im engen Schulterschluss mit den betroffenen Kommunen und dem Einzelhandel wolle man nichts unversucht lassen dies zu verhindern, so IHK-Hauptgeschäftsführer Frank Thomé.

IHK sieht Regierung in der Pflicht

Er sieht dabei auch die Landesregierung in der Pflicht, ihren Einfluss auf allen Ebenen geltend zu machen. Die IHK fürchtet vor allem um Attraktivität der saarländischen Innenstädte und Ortskerne - die Händler hier hätten bereits besonders unter der Corona-Pandemie gelitten.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 30.05.2022 berichtet.

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