Oliver Baumgarten und Svenja Böttger bei der PK Max Ophülspreis 2018 (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

"Konsequent, drastisch mit Lust am Genre"

Katrin König   10.01.2018 | 15:24 Uhr

Das Filmfestival Max Ophüls Preis geht in die 39. Runde. Bei der Pressekonferenz am Mittwoch haben Programmleiter Oliver Baumgarten und Festivalleiterin Svenja Böttger einen Einblick in das Programm des diesjährigen Festivals gegeben und Besonderheiten des Jahrgangs skizziert. Außerdem kündigten sie Änderungen beim Nachwuchspreis für den besten Darsteller an.

Eine Neuerung in diesem Jahr: Der Preis für den besten Nachwuchsdarsteller wird nicht mehr an einen Mann und eine Frau vergeben, sondern für die beste Haupt- und beste Nebenrolle verliehen. Als Ehrengast wird Schauspieler Mario Adorf in Saarbrücken erwartet, der Ehrenpreis geht an die Filmemacherin und Autorin Doris Dörrie. Außerdem haben unter anderem Maria Furtwängler, Frederick Lau, Samuel Koch, Bjarne Mädel und Marcel Ophüls ihr Kommen angekündigt.

Trends und Schwerpunkte

"Auffällig ist, dass der Jahrgang 2018 seine Geschichten konsequent, drastisch und mit Lust am Genre erzählt", erklärte Programmleiter Oliver Baumgarten bei der Pressekonferenz. Intensiv und kraftvoll würden auch teils ungemütliche Themen dargestellt und nicht verschwiegen werden. "Die Erzählhaltung vieler Filme ist so konsequent, dass sie manchmal sogar weh tut, die aber gleichzeitig hilft, dass die Geschichten wunderbar auserzählt werden", legt Baumgarten dar.

Eindrücke von der Pressekonferenz

Eine weitere Besonderheit des Jahrgangs 2018: das offensichtliche Spiel mit den Genres. "Eine Komödie mit Westernelementen (Alex, der Held), ein Drama mit Fantasy (Blue my mind), ein Horrorfilm (Hagazussa), ein Thriller (Jenseits des Spiegels) - die jungen Filmemmacher bekennen sich zum Genre und vor allem die Mischformen überraschen dabei", resümiert Baumgarten.

Haltung zeigen

Auffallend sei auch, dass die jungen Filmemacher deutliche, teils drastische Bilder gefunden und gewählt hätten, um ihre Geschichten zu erzählen. "Es sind Bilder, die aufrütteln, die stellenweise sicher auch provozieren wollen, um den Standpunkt der Regisseure zu verdeutlichen", so Baumgarten. Exzessive Körperlichkeit und Gewaltdarstellungen würden dem Zuschauer so besonders intensiv vermittelt.

Drastisch und konsequent dann auch die Wahl des Eröffnungsfilms. Baumgarten erklärt: "Mit 'Der Hauptmann', der sich mit den Auswirkungen der Nazizeit beschäftigt, wollen wir als Festival politische Haltung zeigen. Wir fühlen uns dazu verpflichtet, zu erinnern und sind froh, das mit so einem Film machen zu können."

Festivalleiterin Svenja Böttger stellte im Anschluss Teile des Rahmenprogramms vor und präsentierte gemeinsam mit ihrem Programmleiter die diesjährigen Jurymitglieder.

"Festival ist auf gutem Weg"

Gastgeber der Pressekonferenz, Peter Jacoby, betonte die Wichtigkeit des Filmfestivals Max Ophüls Preis nicht nur für Saarbrücken, sondern für die gesamte Großregion. Das Festival habe sich im Laufe der Jahre einen "tollen Rang erarbeitet" und gelte als Ausgangspunkt für Filmkarrieren auf dem nationalen und internationalen Markt. Festival-Geschäftsführer Thomas Brück ergänzte, dass man sich auf einem guten Weg befände, aber auch stetig an der Weiterentwicklung des Opüls-Preises arbeite. Mit dem letztjährigen Festival sei man - auch nach dem personellen Wechsel (Svenja Böttger für Gabriella Bandel) - "außerordentlich zufrieden" gewesen, resümierte Brück.

147 Filme flimmern ab dem 22. Januar im Rahmen des Filmfestivals Max Ophüls Preis über die Leinwände der Saarbrücker Kinos. In vier Wettbewerben konkurrieren insgesamt 62 Filme um die Auszeichungen in verschiedenen Kategorien. Preisgelder im Gesamtwert von 113.500 Euro werden dabei vergeben. Der Festivalclub Lolas Bistro wird wieder in den Räumlichkeiten des ehemaligen C&A stattfinden. Am Samstag beginnt mit der "Blauen Stunde" der Kartenvorverkauf.

Über dieses Thema wurde auch in der Region am Nachmittag vom 10.01.2018 berichtet.


Rund um Ophüls 2018
Die großen Abräumer der 39. Ausgabe des Filmfestivals Max Ophüls Preis: "Landrauschen" und "Cops", die jeweils mit drei der begehrten Trophäen ausgezeichnet wurden. Alle Infos zum Festival gibt's hier.

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