Der Künstler Leo Kornbrust (Foto: SR)

Im "HörStoff" am Samstag: "Kein Zaun, keine Mauer – Der Bildhauer Leo Kornbrust"

  26.08.2019 | 12:00 Uhr

Leo Kornbrust, Künstler und ehemaligen Kunstprofessor, will seine nicht verkauften Skulpturen aus dem Atelier in St. Wendel-Alsfassen nach Baltersweiler holen, an die Damra, seinem Zuhause. Der zukünftige Nachlass des Bildhauers zeigt unter anderem die Skulpturenstraße „Straße des Friedens“. Am Samstag, 31. August, 9.05 Uhr, im "HörStoff" auf SR 2 KulturRadio. Von Gabi Heleen Bollinger.

Den nach allen Seiten offenen Anbau seines Wohnhauses lässt er wetterfest herrichten. Leo Kornbrust, Jahrgang 1929, will seine nicht verkauften Skulpturen aus dem Atelier in St. Wendel-Alsfassen nach Baltersweiler holen, an die Damra, seinem Zuhause.

„Straße des Friedens“

Der zukünftige Nachlass des Bildhauers zeigt den skulpturalen Weg von der Kopfplastik zu einem aufs Mark entfleischten verletzbaren Stein, der sogenannten „Inneren Linie“, bis hin zur Conclusio seines Schaffens, der „Straße des Friedens“: Eine Skulpturenstraße mit internationalen Künstlern quer durch Europa für den Maler und Bildhauer Otto Freundlich. Eine seiner Plastiken benutzten die Nationalsozialisten für das Titelblatt des Katalogs zur Propagandaausstellung „Entartete Kunst“. 1943 ermordeten sie Otto Freundlich im Vernichtungslager Sobibor.

„mit kleinem Gepäck aus der Damra in die Welt, kein Zaun, keine Mauer“

Dem Zerstörungstrieb der Menschen antwortet Leo Kornbrust mit fast siebzig Jahren konstruktiver Bildhauerarbeit, die 2013 in einem Steinbruch in der Normandie zu einem Ende kommt. Durch einen Schlaganfall halbseitig gelähmt, muss Leo Kornbrust Hammer und Meißel beiseitelegen. Die Lyrikerin Felicitas Frischmuth-Kornbrust dichtet zu dem Werk ihres Mannes, „mit kleinem Gepäck aus der Damra in die Welt, kein Zaun, keine Mauer“.

Am Samstag, 31. August, 9.05 Uhr, im "HörStoff" auf SR 2 KulturRadio. Von Gabi Heleen Bollinger.

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