Kino 8 1/2 (Foto: Christine Niessen)

SR-Koproduktion „ASHCAN – Das geheime Gefängnis“

  21.11.2018 | 09:52 Uhr

Nach den Filmvorführungen Gespräch mit Regisseur Willy Perelsztejn und SR-Redakteurin Natalie Weber. Moderation: Dr. Burkhard Jellonnek am Sonntag, 25. November, und Norbert Klein, Chefredakteur des Saarländischen Rundfunks, am 26. November. An beiden Tagen jeweils um 19.00 Uhr: Führung mit Willy Perelsztejn durch die begleitende Ausstellung „Le venin antisemite – Das antisemitische Gift“ im NN, Nauwieserstr. 19

Am 8. Mai 1945 endet der Zweite Weltkrieg in Europa. Die amerikanische Armee inhaftiert Nazigrößen aus Hitlers engerer Umgebung wie Göring, Dönitz, Ley, oder Keitel in einem geheimen Gefängnis im luxemburgischen Bad Mondorf, dem Palace Hotel, Codename Ashcan. Eine Handvoll amerikanischer Vernehmer, die auch des Deutschen mächtig sind, erhalten den Auftrag, sie zu verhören – unter ihnen ein junger Offizier, der gebürtige Luxemburger John Dolibois. Im September 1945 werden die Gefangenen nach Nürnberg überstellt.

Die Protokolle aus Ashcan bleiben lange ein wohlgehütetes Geheimnis. Erst Jahrzehnte später werden sie entdeckt. Auf ihnen basiert das Theaterstück „Codename Ashcan“, das diese Geschichte 2017 auf die Bühne bringt. Für seinen Dokumentarfilm „Ashcan – Das geheime Gefängnis“ hat der belgische Regisseur Willy Perelsztejn die Proben zu diesem Stück acht Wochen lang mit verfolgt. Mit John Dolibois, dem letzten überlebenden Vernehmer, hatte er kurz vor dessen Tod ein ausführliches Interview geführt.

Indem sie versuchen, sich aufgrund der Original-Verhörprotokolle den Hauptcharakteren anzunähern und ihre Motivation zu verstehen, führen die Bühnendarsteller den Zuschauer zu den Fragen, die sich auch Historiker und Geheimdienstexperten stellen: Wer waren diese Gefangenen? Wer verhörte sie? Was war das für ein Gefängnis? Wie sah der Alltag dort aus? Wie wurde verhört? Und welche Erkenntnisse haben die Amerikaner daraus gezogen?

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