Cécile Wajsbrot (Foto: Anne Collet)

Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis 2014

  25.06.2014 | 10:32 Uhr

Der diesjährige Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis geht an die freie Schriftstellerin Cécile Wajsbrot. Die Preisverleihung findet am Montag, 8. September, 19.00 Uhr, im Studio Eins des Saarländischen Rundfunks auf dem Saarbrücker Halberg statt.

Eine gemeinsame Pressemitteilung der Stiftung des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes (Stiftung ME Saar), der Stadt Sulzbach und des Saarländischen Rundfunks:

Der mit 10.000 Euro dotierte Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis der Stiftung des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes (Stiftung ME Saar), der Stadt Sulzbach und des Saarländischen Rundfunks geht im Jahr 2014 an die französische Schriftstellerin und Übersetzerin Cécile Wajsbrot. Die Begründung der Jury lautet: Cécile Wajsbrots Übertragungen von Marcel Beyers „Kaltenburg“, Wolfgang Büschers „Berlin – Moskau. Eine Reise zu Fuß“, „Deutschland, eine Reise“ und „Hartland. Zu Fuß durch Amerika“, Peter Kurzecks „Mein Bahnhofsviertel“, Stefan Heyms „Architekten“ sowie von Gert Ledigs „Vergeltung“ und „Faustrecht“ sind eindringliche, subtile und genaue Nachschöpfungen.

Verstehen und Verstanden-Werden

Mit dem Eugen-Helmlé-Preis wird ein übersetzerisches Werk gewürdigt, das zu Unrecht im Schatten von Wajsbrots eigenen Romanen und Erzählungen steht. Oswald Bubel, Vorstandsvorsitzender der Stiftung ME Saar: „Mit dem „Eugen-Helmlé-Übersetzer-Preis“ wollen wir dokumentieren, dass die besondere Beziehung zu unseren französischen Nachbarn und die kulturelle Verflechtung mit Frankreich ein Alleinstellungsmerkmal des Saarlandes sind, das gepflegt werden sollte. Deshalb ist die Stiftung gerne bereit, den Preis maßgeblich zu unterstützen“. SR-Intendant Prof. Thomas Kleist sagte zum „Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis“: „Mit der Übertragung in die andere Sprache beginnt das Verstehen und das Verstanden-Werden. Beides sind Grundvoraussetzungen für einen Dialog, in diesem Fall zwischen Deutschen und Franzosen.

Der Saarländische Rundfunk fördert diesen Preis für herausragende Übersetzerleistungen, weil wir uns auf Grund unserer geographischen Lage und der daraus erwachsenen historischen Prägung als Sender der Verständigung und des Verstehens in unserer Großregion sehen.“ Cécile Wajsbrot wurde 1954 als Tochter polnischer Juden in Paris geboren. Ihre Familie war nach Frankreich geflüchtet, von dort wurde ihr Großvater deportiert und in Auschwitz ermordet. Cécile Wajsbrot studierte in Paris vergleichende Literaturwissenschaften und arbeitete anschließend als Französischlehrerin und Rundfunkredakteurin. Sie ist Mitarbeiterin der Zeitschriften „Autrement“, „Les nouvelles Littéraires“ und „Le Magazine littéraire“. Heute lebt sie als freie Schriftstellerin in Paris und in Berlin. Ihre Romane, die oft einen autobiographischen Hintergrund haben, handeln unter anderem von der Shoa und dem Schweigen der Generationen darüber, aber auch von französischer und deutscher Nachkriegsgeschichte.

Die Jury des Eugen-Helmé-Übersetzerpreises 2014 bestand aus den Übersetzern Irène Kuhn und Gernot Krämer sowie SR-Literaturredakteur Ralph Schock. Die bisherigen Preisträger waren Tobias Scheffel (2005), Claude Riehl (2006), Andrea Spingler (2007), Nicole Bary (2008), Lis Künzli (2009), Olivier LeLay (2010), Holger Fock und Sabine Müller (2011), Alain Lance und Renate Lance-Otterbein (2012) sowie Jürgen Ritte (2013). Die Preisverleihung findet am Montag, 8. September, 19.00 Uhr, im Studio Eins des Saarländischen Rundfunks auf dem Saarbrücker Halberg statt.

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