Traubenkirsche (Foto: SR Fernsehen)

Gesund&fit durch die Saison

Kochen mit Wildkräutern!

 

Der Herbst ist da. Jetzt heißt es die Abwehrkräfte stärken für den kommenden Winter. Dabei helfen Wildkräuter, die man jetzt im Wald und auf Wiesen findet. Und beim Sammeln kann man ganz nebenbei Sauerstoff und noch ein paar Sonnenstrahlen tanken. In der Sendung "das Saarlandwetter" stellen wir Ihnen fünf leckere Rezepte vor.


Wildkräuter-Rezepte


Schlehe (Foto: SR Fernsehen)

Tee aus Schlehenblättern – Oder doch lieber ein Schlehen-Mus?

Die dornigen Schlehenbüsche wachsen oft an Wegrändern. Die Heilwirkung von Blüten, Blättern und Früchten war schon in der Antike bekannt. Die weißen Blüten und die Blätter können Sie zum Beispiel bei Erkältungskrankheiten zu einem Tee aufgießen. Dazu braucht man nur eine kleine Hand voll getrocknete oder frische Blüten mit einem Liter heißes Wasser aufzugießen. Der Tee wirkt blutreinigend und entzündungshemmend.

In den Früchten sind Gerbstoffe enthalten, die einem das Wasser im Mund zusammenziehen. Auch die Früchte sind gesund und haben eine blutreinigende Wirkung. Sie schmecken erst mild, wenn der Frost drüber gegangen ist.

Dann kann man sie zu Mus , Marmelade oder Desserts verarbeiten.

Bekannt ist natürlich auch der Schlehenschnaps.

Besonders lecker sind die Schlehenfrüchte, wenn sie wie Oliven in Öl eingelegt werden.


Ferkelkraut (Foto: SR Fernsehen)

Wie wär’s mit einem Ferkelkraut-Smoothie?

Es handelt sich um eine kleine, gelb blühende Wiesenpflanze, die verwandt ist mit dem Löwenzahn. Alle Teile des gewöhnlichen Ferkelkrauts sind essbar. Es gibt zwei Vermutungen hinsichtlich der Namensherkunft des Krauts: Entweder man nannte es so, weil es Schweine gerne fressen, oder aber weil seine Blätter kleine raue Haare wie Schweineborsten haben.

Da herb im Geschmack, ist es gut mit anderen Wildkräutern zu mischen und man kann es zum Beispiel einem Smoothie zugeben, für den man auch Vogelmiere, Brennnessel, Labkraut und Gundermann verarbeitet: 

1 Apfel, 1 Banane, 6 EL fein gemahlenes Getreide (Dinkel, Hafer usw.) - 1 Hand voll Wildkräuter gemischt: Brennnessel, Gundermann Ferkelkraut usw. Je nach dem persönlichen Geschmack, kann dann noch etwas Sahne hinzugegeben werden. Alles mixen – und fertig!


Traubenkirsche (Foto: SR Fernsehen)

Traubenkirschen-Gelee und -Saft

Die Traubenkirsche gibt es als großen Busch oder als Baum. Sie wächst an feuchten Waldrändern. Die Früchte sehen wie kleine dunkelrote Kirschen aus und sind wie Trauben angeordnet. Achtung: Die Kerne enthalten Blausäure und sind giftig, deshalb muss man diese unbedingt entfernen oder ausspucken, falls man die Traubenkirsche roh naschen möchte. Sie schmeckt bitter-süß. Auch die Blätter und Blüten schmecken zart bitter.

Aus den Früchten läßt sich ein Saft pressen und Marmelade oder Gelee kochen.

Gießt man den Saft der Traubenkirsche mit Sprudel auf und süßt ihn mit Honig, dann schmeckt das ganze lecker wie Limonade!


Sonnenblume (Foto: SR Fernsehen)

Aufstrich aus Sonnenblumenkernen

Die wilde Sonnenblume stammt aus Amerika und wurde bei uns als Nutzpflanze eingeführt. Aus ihren Kernen wird das Sonnenblumenöl gepresst. Roh geknabbert schmecken die Kerne leicht süßlich. Die Kerne können Sie fein mahlen und damit verschiedene Aufstriche zubereiten und auch Desserts. Etwas ganz Besonderes ist ein Frischkostbrot mit Sonnenblumen und anderen Saaten. Sie nehmen dazu:

1 Tasse Sonnenblumenkerne

1 Tasse Leinsaat ganz fein in der Küchenmaschine gemahlen

1 Tomate, 1 Zwiebel, 1 TL Salz, 1 Hand voll Wildkräuter

Alles pürieren und zu einem Teig verarbeiten. Den Teig mit feuchten Händen dünn auf ein Blech streichen und einfach nur trocknen lassen. Das getrocknete Brot können Sie später als Snack essen, oder mit Schmand bzw. Wildkräuterbutter bestreichen.


Seifenkraut (Foto: SR Fernsehen)

Shampoo aus dem echten Seifenkraut

Das echte Seifenkraut findet sich an Bachrändern, in Kiesbänken und Auen. In der Küche läßt es sich nicht verwenden, da es in hohen Dosen giftig ist. Es hat allerdings auch eine Heilwirkung und wird daher in der Homöopathie verwendet, z. B. gegen Erkältungskrankheiten oder bei Hautproblemen. In der Naturkosmetik macht das Seifenkraut seinem Namen alle Ehre, denn man kann aus ihm Seife herstellen und auch als Haar-Shampoo ist es geeignet:

100 g klein geschnittene Wurzeln und Blätter in 300 ml Wasser aufkochen, ohne Deckel ca. 20 Minuten köcheln lassen. Nach dem Abkühlen noch ein paar Stunden stehen lassen, dann die festen Bestandteile absieben und die Flüssigkeit in eine Flasche füllen.

Dieser Sud eignet sich zur milden Haarwäsche und als Seife.


Phlox (Foto: SR Fernsehen)

Phlox-Blüten für den Salat

Die Phlox-Blüten, ähneln denen des Seifenkrautes. Ursprungsland der Pflanze ist Amerika. Sie wird bei uns überwiegend als Zierpflanze genutzt und wächst in vielen Gärten. Phloxblüten duften sehr angenehm und intensiv. Sie schmecken etwas süßlich. Peppen Sie doch Ihren Salat oder kleine Häppchen demnächst einmal mit diesen hübschen, farbenfrohen Blüten auf!


Eberesche (Foto: SR Fernsehen)

Ebereschenmus

Die Eberesche kann bis zu 20 m hoch wachsen. Als Strauch oder Baum ist sie oft an Wegränder oder in Parks anzutreffen. Ihre Blüten verströmen einen intensiven Duft. Die Früchte hängen in Dolden herab und haben einen bitteren Geschmack. Sie schmecken erst nach den ersten Frösten. Wegen der in ihnen enthaltenen Parasorbinsäure sollten die Früchte abgekocht werden. Ro können sie Übelkeit verursachen. Gekocht sind sie in den Wintermonaten ein sehr guter Vitamin C Lieferant. Sie können auch ein leckeres Mus oder Marmelade daraus zubereiten, die jede Nachspeise zu etwas Ungewöhnlichem machen!


Lichtnelke (Foto: SR Fernsehen)

Lichtnelke/aufgeblasenes Leimkraut

Es handelt sich um eine kleine, leuchtend weiß blühende Pflanze. Ihre

Blüten sehen wunderbar auf einer Nachspeise aus.

Weichen Sie 200 g Sonnenblumenkerne über Nacht ein

Am Morgen pürieren sie diese mit dem Einweichwasser und

1 Becher Sahne

2 –3 EL Honig

¼ TL Vanillegewürz.

Füllen Sie die Nachspeise dann in Gläser und geben Sie ca. 0,5 cm dick Holundergelee oder Traubenkirschengelee darüber. Das ganze krönen Sie dann mit einer weißen Lichtnelke als dekoratives I-Tüpfelchen!


Hautcreme aus Blüten (Foto: SR)

Gut für die Haut – Creme leicht selbstgemacht!

Gegen trockene Hände oder Lippen hilft eine selbst gemachte Creme!

Man fülle ca. 300 ml kalt gepresstes Sonnenblumen- oder Olivenöl in ein verschließbares Glasgfäß.

Darin einlegen: Kräuter und Blüten wie z.B. Löwenzahn-, Gänseblümchen, Veilchen-, Rosenblüten, Lavendel, Rosmarin.

Darauf achten, dass das Öl 1 cm die Pflanzen ganz bedeckt, damit diese nicht schimmelig werden.

Die Pflanzen nach 14 Tagen absieben und den Sud in einem Topf unter Zugabe von ca. 50 g Bienenwachs (beim Imker zu kaufen) erwärmen.

Sobald sich das Bienenwachs aufgelöst hat, die noch warme Flüssigkeit in kleine Gläschen oder Töpfchen füllen und abkühlen lassen.

Fertig!


Rote Beete Suppe mit Gänseblümchen (Foto: SR)

Rote Bete Suppe mit Gänseblümchen

Das erste Gänseblümchen, das man nach dem Winter findet und verspeist bringe Glück, so heißt es im Volksmund. Gänseblümchen blühen fast das ganze Jahr und halten selbst Fröste gut aus. Es gilt als wundheilend und findet Anwendung bei Erkältungskrankheiten, hat außerdem einen hohen Vitamin B1 Gehalt.

Als Dekoration schmückt das Gänseblümchen farbenfroh eine Suppe der besonderen Art:

Man wasche und bürste (nicht schälen!) 2 mittlere Knollen Rote Bete und 2 mittlere Kartoffeln und schneide sie in kleine Würfel.

Das Ganze mit einer gewürfelten Zwiebel in Butter andünsten. Mit 1 l Gemüsebrühe ablöschen und zum Abschluß 1 Hand voll Gänseblümchenblätter hineingeben. Ca. 15 Minuten köcheln bis alles weich ist, danach die Suppe pürieren, mit Salz und Pfeffer abschmecken und servieren.

Einen 1 TL Schmand pro Teller dazugeben und die Köpfchen der Gänseblümchen zur heißen Suppe hinzugeben.


Frischkornmüsli (Foto: SR)

Frischkornmüsli – Eine sättigende, kalorienarme Mahlzeit für Leute, die abnehmen wollen!

Sehr lecker schmecken Wildkräuter auch in einem Frischkornmüsli. Es ist besonders gut geeignet, um jetzt im Frühling ein bisschen Gewicht zu verlieren, denn es hält sehr lange satt. Sie können das folgende Frischkorngericht natürlich auch zu einem Brei pürieren, der vollwertig und vitalstoffreich ist!

Schneiden Sie zunächst einen Apfel und eine Banane in kleine Würfel und geben Sie 3 Esslöffel frisch geflocktes Getreide zum Beispiel Haferflocken dazu, sowie ein paar Eßlöffel Quellwasser.

Danach hacken Sie 3-4 Walderdbeerblätter klein sowie etwas Minze, einige Blättchen Giersch und Gundermann. Das alles mischen Sie und streuen abschließend frische Gänseblümchen oder Veilchen über Ihr Müsli!

Die frischen Walderdbeerfrüchte unterstützen die Leber- und Gallenfunktion.

Außerdem sind die Wurzeln und Blätter der Walderdbeere heilsam bei Magen-Darmbeschwerden und bei Entzündungen des Mundraums.


Mixgetränk aus Kräutern (Foto: SR)

Mixsäfte – Bringen den Organismus in Schwung!

Nehmen Sie 1 Apfel und 1 Hand voll Brennnesseln sowie 1 Hand voll Sauerampfer, ein paar Blättchen Löwenzahn und 100 ml Quellwasser.  Mixen Sie alles in einer starken Küchenmaschine, geben Sie eine Prise Vanille oder Zimt hinzu. Fertig ist Ihr leckerer Drink!

Brennnessel und Löwenzahn eigenen sich besonders für einen solchen Wildkräutermix, weil sie eine blutreinigende Wirkung besitzen. Und der Sauerampfer passt geschmacklich gut zur Brennessel.


Wildkräutersalat (Foto: SR)

Schnell gekocht! Gesund durch Frühling und Sommer!

Bärlauchsuppe mit Vogelmiere und Giersch

Die Redensart: „Isst Du Bärlauch im Mai brauchst du das ganze Jahr keine Arznei“, zeigt, dass der Bärlauch wegen seiner vielfältigen Inhaltstoffe, darunter Vitamin C, hoch gelobt wird. Bärlauch riecht nach Knoblauch. Dadurch läßt er sich vom giftigen Maiglöckchen unterscheiden.

Bärlauch wirkt lindernd bei Magen- und Darmstörungen und stärkt das Gefäßsystem.

Was gibt es also besseres als eine Bärlauch-Vogelmieresuppe mit frischem Vollkornbrot und Bärlauch-Kräuterbutter!

Übrigens sagt man von der Vogelmiere, daß sie den Körper agil und beweglich hält, und auch zur Stärkung der Sehkraft beitrage. Sie kennt fast keine Winterpause und blüht fast das ganze Jahr. Giersch wächst großflächig in vielen Gärten. Auch er ist gesund und beim Kochen und Backen vielfach verwendbar. Auch in dieser Suppe, die schnell zuzubereiten ist!

Schneiden Sie 2 Zwiebeln in Würfel und dünsten diese in Butter an. Geben Sie ca. 4 Hände voll Bärlauch, 2 Hände voll Vogelmiere, 4 Hände voll Giersch klein gehackt dazu. Gießen Sie das Ganze mit 1 Liter Gemüsebrühe auf und lassen Sie die Suppe etwa 5 Mintuen köcheln. Abschließend pürieren Sie die Suppe, geben noch 1 Becher Schmand hinzu und schmecken mit Salz und Pfeffer ab. Guten Appetit!

Artikel mit anderen teilen