Schweine auf dem Lebenshof in Wadern (Foto: SR/ Julia Becker)

Ein behütetes Zuhause für kranke und alte Tiere

Julia Marlene Becker-Maleska   13.09.2022 | 12:34 Uhr

Auf einem Gnadenhof können Tiere, die krank oder alt sind, in Frieden leben. Hans-Josef und Heike Hacket kümmern sich auf ihrem Lebenshof in Wadern-Bardenbach um solche Tiere. Begonnen hat ihre Geschichte mit einer Krebserkrankung, durch die sie über ihren Lebensstil nachdachten.

Ob alt oder krank, groß oder klein - auf dem Gnadenhof von Heike und Hans-Josef Hacket finden Haustiere wie Nutztiere ein neues Zuhause. Ihr Hof trägt den Namen "Balus Arche liebenswert", sie selbst nennen ihn einfach Lebenshof.

Dort leben zum Beispiel ein blinder und tauber Hund, ein Schaf mit Arthrose, aber auch Katzen, Ziegen, Hühner, Enten und Schweine haben hier ein einen Platz gefunden, wo sie bis zum Ende ihrer Tage bleiben können.

Es seien Tiere, die aus Zuständen kämen, die man sich nicht wünsche, sagt Heike Hacket. Die meisten seien über Tierschutzvereine zu ihnen gekommen.

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Lebenshof in Wadern-Bardenbach
Audio [SR 3, Julia Becker-Maleska, 30.08.2022, Länge: 02:11 Min.]
Lebenshof in Wadern-Bardenbach
Heike und Hans Josef Hacket schenken alten und kranken Tieren auf ihrem Lebenshof in Wadern-Bardenbach ein Zuhause. Schweine, Hühner, Ziegen, Schafe, Hunde und Katzen führen hier ein gutes Leben in Frieden. Die Schicksale ihrer Schützlinge gehen nah.

Die Idee entstand nach einem Schicksalsschlag

Die Idee, einen Gnadenhof ins Leben zu rufen, entstand nach einem Schicksalschlag. 2016 erkrankte Hans-Josef Hacket an Krebs. Infolge dessen beschlossen die Hackets, ihr Leben umzustellen und sich fortan nur noch vegan zu ernähren. Und dann fiel die Entscheidung, einen Gnadenhof für Tiere zu gründen.

Doch solch ein Hof braucht Platz. Sie hätten ihr altes Haus verkauft, sagt Hans-Josef Hacket, ein neues mit Gelände gekauft und für die zukünftigen tierischen Mitbewohner entsprechend umgebaut.

Enten mit Musiker-Namen

Enten an einem grünen Wasserbecken (Foto: Julia Becker)
Enten

Die ersten Tiere, die auf den Lebenshof einzogen, waren zwei Schafe, die geschlachtet werden sollten, so Heike Hacket. Dann kam eine Entenmama inklusive Gelege dazu. Daraus geschlüpft sind kleine Enten-Jungs mit den Namen Udo Lindenberg, Reinhard Mai und Wolfgang Niedecken.

Die Aufnahme der Tiere wird wohl überlegt

Nach und nach kamen dann weitere Tiere hinzu. So zum Beispiel die beiden Schweine Jack und Louis. Die beiden kommen aus dem Schweinetierheim Kaiserslautern, wo dringend Platz für neue Tiere geschaffen werden musste. Für die richtige Haltung der Schweine haben die Hackets dann eigens einen Kurs belegt beim "Verein der Schweinefreunde".

Welche Tiere Hans-Josef und Heike Hacket auf ihrem Hof aufnehmen, überlegen sie vorher gut. Um alle Bewohner muss sich artgrecht gekümmert werden. Auch das soziale Gefüge spiele eine Rolle. Die kleine Schweinegruppe beispielsweise könne nicht einfach so vergrößert werden.

Lebenstraum, aber Verzicht

Das Gelände des Lebenshofes (Foto: Julia Becker)

Der Lebenshof ist für die Hackets Lebensinhalt, er bedeutet aber auch Verzicht. Die beiden müssen vor Ort sein und sich um die Tiere kümmern. Mal ein paar Tage wegzufahren ist da eher schwierig. "Wir sind früher so viel in Urlaub gefahren, das reicht für ein ganzes Leben", sagt Heike Hacket dazu. Der Lebenshof ist für die Beiden einfach ein Lebenstraum.

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" am 30.08.2022 auf SR 3 Saarlandwelle

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