Die spezielle Kapitänsbinde als Zeichen gegen Diskriminierung mit der Aufschrift 'One Love'  (Foto: picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)

"Es ist eine WM der Schande"

Interview: Simin Sadeghi   21.11.2022 | 16:30 Uhr

Beim FIFA-WM-Spiel Deutschland gegen Japan wird Manuel Neuer nun doch nicht die One-Love-Armbinde für Gleichberechtigung und Meinungsfreiheit tragen. Damit hat sich die FIFA gegen den DFB durchgesetzt. Dazu im SR-Interview: Irene Portugall aus dem Vorstand des Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD), Landesverband Saar e.V.

Nach am Abend des 20. November hieß es, der Kapitän der deutschen Fußballnationalmanschaft werde die abgeschwächte Form der Regenbogenbinde - die One-Love-Armbinde für Gleichberechtigung und Meinungsfreiheit - als deutliches Zeichen tragen.

Machtkampf um Kapitänsbinde bei der WM 2022
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Einen Tag später heißt es nun: Beim WM-Spiel Deutschland gegen Japan wird Manuel Neuer nun doch nicht mit der One-Love-Armbinde spielen. Die FIFA habe mit sportlichen Sanktionen gedroht - so der DFB.

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"Es ist eine WM der Schande"
Audio [SR 3, Moderation: Simin Sadeghi, 21.11.2022, Länge: 03:22 Min.]
"Es ist eine WM der Schande"
Interview: Irene Portugall vom LSVD Saar

Boykott für Druck auf die Sponsoren

Beim Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) ist man entsetzt über diese Entscheidung. Irene Portugall aus dem Vorstand des LSVD. Bei einer Europameisterschaft sei die Regenbogenbinde getragen worden, bei einer WM in einem homophoben Land wie Katar werde nun sogar darauf verzichtet, die abgeschwächte Form zu tragen, die für die Gleichberechtigung aller Menschen stehe. Es mache sie - auch als Fußballfan - unendlich traurig, weil damit der Fußball viel von seinen Grundwerten verliere.

Ihr Credo lautet: "Schaut euch diese WM nicht an." Es sei eine WM der Schande, so Portugall. Der LSVD rufe zum Boykott der WM auf in der Hoffnung, dass durch sinkende Einschaltquoten in den Medien auch die Sponsoren, die mit Millionen Beträgen Werbung schalten, dazu gebracht werden, auch die Menschenrechte beim Abschluss ihrer Verträge mitzudenken. Denn dies würde wiederum auch Druck auf die FIFA erzeugen.

Ein Thema in der "Region am Nachmittag" am 21.11.2022 auf SR 3 Saarlandwelle

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