Darmkrebsvorsorge-Untersuchung (Foto: dpa)

"Nehmen Sie die angebotenen Leistungen der Krebsvorsorge in Anspruch"

Interview: Nadine Thielen   01.03.2019 | 12:15 Uhr

Im Saarland stirbt durchschnittlich jeden Tag ein Mensch an Darmkrebs. Im Jahr 2016 waren insgesamt 879 Personen an Darmkrebs erkrankt, 366 sind an den Folgen gestorben. Gesundheitsministerin Bachmann sagte, die Mehrzahl der Erkrankungen könnte vermieden werden. Seit der Einführung von Vorsorge-Darmspiegelungen ist die Zahl der Fälle zurückgegangen. Die Vorsorgeuntersuchung wird seit 2002 angeboten. Gesundheitsministerin Bachmann ruft deshalb dazu auf, die Darmkrebs-Vorsorge zu nutzen.

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Interview: "Nehmen Sie die angebotenen Leistungen der Krebsvorsorge in Anspruch"
Audio [SR 3, Interview: Nadine Thielen, 01.03.2019, Länge: 03:44 Min.]
Interview: "Nehmen Sie die angebotenen Leistungen der Krebsvorsorge in Anspruch"

Darmkrebs sei die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland, sagt die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann. "Jährlich erkranken 75.000 Menschen an einem bösartigen Darmtumor und 27.000 sind daran gestorben."

Video [aktueller bericht, 28.02.2019, Länge: 1:57 Min.]
Jeden Tag ein Darmkrebs-Toter

Seit der Einführung der Vorsorge-Darmspiegelung 2002 sei im Saarland die Zahl der Darmkrebstoten signifikant gesunken, bei Männern um 21 Prozent, bei Frauen sogar um 27 Prozent, so Bachmann. Doch trotz der guten Bilanz der Darmkrebs-Vorsorge werde die Möglichkeit bei Weitem nicht ausreichend genutzt. In den vergangenen Jahren hätten weniger als 20 Prozent der gesetzlich versicherten Männer und Frauen eine Vorsorge-Darmspiegelung in Anspruch genommen. Ihr Appel lautet deshalb: "Nehmen Sie die angebotenen Leistungen der Krebsvorsorge in Anspruch".

Kostenübernahme

Die Kosten einer Darmspiegelung werden von den Krankenkassen übernommen, allerdings erst für Männer erst ab 50 Jahren und für Frauen ab 55 Jahren. Diese Altergrenzen basierten auf Statistiken, sagt Bachmann. Sollte es allerdings in der Familie bereits Vorerkrankungen gegeben haben, sollte man sich auch in jüngeren Jahren zu dem Thema mit seinem Arzt beraten.

Über dieses Thema wurde auch in der "Region am Mittag" am 01.03.2019 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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