Die 15. Ausgabe des Festivals Primeurs

Die Preise sind vergeben

Die 15. Ausgabe des Festivals Primeurs

Kerstin Gallmeyer   22.11.2021 | 07:35 Uhr

Vier Tage, sechs Stücke, dazu drei Tage Symposium zu Theaterübersetzungen – und das alles in Präsenz. Am Samstagabend wurden zum Abschluss des Primeurs-Festivals 2021 in der Alten Feuerwache in Saarbrücken die Gewinnerinnen und Gewinner ausgezeichnet.

Bei der 15. Ausgabe des Festivals Primeurs ging es um die Themen "Rassismus" und "Ausgrenzung" und die Frage, wie und wo "das gute Leben" zu finden sei, blickt Festivalleiterin Bettina Schuster-Gäb zurück. Viele der Themen in den Stücken werden sie und andere sicher weiter beschäftigen: Zum Beispiel das deutsch-französische Miteinander, das Dazugehörenwollen schwarzer Menschen in einer weißen Mehrheitsgesellschaft.

AutorInnenpreis geht an Laura Tirandaz

Und auch die Frage nach Gehen oder Bleiben. Die war eines der Themen im Text "Lichter der Nacht". Für ihn gewann die Französin Laura Tirandaz den mit 3000 Euro dotierten AutorInnen-Preis. Das Stück ist virtuous erzählt, birgt keine Beschränkungen durch Gattungsgrenzen und ist vielschichtig – auch durch surreale und lyrische Passagen. Es handelt von drei jungen Meschen, die neben einem See leben, wohnen und arbeiten. Eines Tages werden Quallen in dem See endeckt, was dazu führt, dass nicht mehr darin gebadet werden kann.

Ein Bildmotiv aus der szenischen Lesung "Lichter der Nacht" (Feu la Nuit) (Foto: Astrid Karger)
Ein Bildmotiv aus der szenischen Lesung "Lichter der Nacht" (Feu la Nuit)

Die Jury habe zwar sehr mit sich gerungen und hätte gern viele Stücke ausgezeichnet, bekannte Jury-Sprecherin Yvonne Griesel. Am Ende seien sich aber alle einig gewesen, Laura Tirandaz sei "ein kleines Bühnenwunder" gelungen mit ihrem Stück "Feu la nuit".

Weitere Preise

Den Publikums-Preis bekam der Text "Der Vorgang" von der französischen Autorin Catherine Verlaguet. Und der mit 1000 Euro dotierte Preis für die beste Übersetzung ging an die Arbeit zu "Meeting Point (Heim)" von Dorothée Zumstein. Der Text erzählt von einem Haus, das an der Rheingrenze zwischen Deutschland und Frankreich steht und von den Traumata einer Region und einer Familie.

Für Übersetzer Uli Menke eine spannende Aufgabe: "Die Herausforderung ist, dass es ein Text ist, der sehr poetisch daher kommt", erklärt er. Es seien sehr viele Verse und Versmaße darin verborgen - bis hin zum alten Alexandriner - und das mit einer Sprache, "die sehr alltäglich daher kommt". Man müsse also ständig "hin und her switchen können zwischen poetischer Sprache und dem normalen Dialog", so Menke.

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Ein Thema in der Sendung "Canapé - das entspannte Kulturmagazin" am 21.11.2021 auf SR 2 KulturRadio.

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