Auf der Hülle einer DVD ist der Hinweis der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) zu sehen (Foto: dpa/Roland Holschneider)

Im Juni 1949 nimmt die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft Ihre Arbeit auf

ZeitZeichen: Juni 1949

 

Sendung: Montag 17.06.2019 9.05 bis 9.20 Uhr

"Eine Zensur findet nicht statt". Artikel 5, Abs. 1, Satz 3 des Grundgesetzes. Am 23. Mai 1949 trat es in Kraft und hatte erhebliche Auswirkungen auf die Filmwirtschaft. Bisher hatten nämlich noch die Militärbehörden der drei Besatzungsmächte eine allumfassende und richtunggebende Kontrolle über das Filmwesen in den westlichen Zonen Nachkriegsdeutschlands ausgeübt.

Doch nun kündigten sie an, diese Aufgabe ab Mitte Juni 1949 nicht mehr zu übernehmen. Die Freiwillige Selbstkontrolle (FSK), kurz zuvor gegründet, sollte zukünftig über die Freigabe von Filmen entscheiden. Das Gremium setzte sich aus Vertretern und Vertreterinnen der Filmwirtschaft, der Länder, der Katholischen Jugend Bayerns und der Kirchen zusammen und war anfangs noch sehr unerfahren. Es galt vor allem zu prüfen, ob von Filmen eine nazistische, staatsfeindliche oder militaristische Tendenz ausging und ob sie "entsittlicht" wirkten.

Ein Jugendschutzgesetz gab es noch nicht, und so spielte die Jugendfreigabe in den ersten Jahren noch eine untergeordnete Rolle. Der erste Film, der im Juni 1949 geprüft wurde, hieß INTIMITÄTEN von Paul Martin. Er wurde freigegeben zur öffentlichen Vorführung ab 16 Jahren ohne Schnitt, nicht geeignet für die stillen Feiertage.

Von Veronika Bock und Ulrich Biermann


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

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