Grafik zum ARD radiofeature "Sterben nach Plan" von Martina Keller (Foto: ARD)

ARD radiofeature: Sterben nach Plan

Doku über den assistierten Suizid

Von Martina Keller  

Sendung: Samstag 08.01.2022 9.05 bis 10.00 Uhr

Die Freiheit, sich zu töten und dafür die Hilfe von Dritten in Anspruch zu nehmen, sei verfassungsrechtlich geschützt, sagt das Bundesverfassungsgericht 2020 in einem historischen Urteil. Anspruch auf Suizidassistenz haben demnach nicht bloß todkranke Menschen, sondern alle, wenn sie nur selbstbestimmt entscheiden. Es spielt also keine Rolle, ob man jung oder alt ist, gesund oder krank oder ob man einfach nur das Leben satthat.

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Das ARD radiofeature: Sterben nach Plan
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Die einen feiern die Entscheidung als Sieg der persönlichen Autonomie. Die anderen fürchten gesellschaftlichen Druck auf Alte, Kranke, psychisch Beeinträchtigte, einen vermeintlich einfachen Ausweg aus schwieriger Lage zu suchen. Auch fehlende Hilfe könne Menschen den Lebensmut rauben, warnen Kritiker: Vielen Betroffenen mit hohem Unterstützungsbedarf fehle nicht die Möglichkeit, sich selbst zu töten, sondern die Möglichkeit, gut zu leben.

Die Verfassungsrichter wollen den Suizid nicht zu einer gesellschaftlichen Normalität werden lassen. Doch lässt sich das verhindern? Sterbehelfer leisten Ihre Dienste bereits in Altenheimen. Politiker planen flächendeckende Beratungsstellen für die Suizidhilfe. Psychiater dagegen beklagen das Fehlen niedrigschwelliger Angebote für die Prävention. Wenn Menschen über Dritte einfachen Zugang zu Suizidmitteln bekämen, würden sich viele das Leben nehmen, die mit mehr Zeit und Begleitung ihre Krise überwinden und weiterleben könnten.

Martina Keller  (Foto: ARD)
Martina Keller (Foto: ARD)

Die Autorin

Martina Keller arbeitet als freie Journalistin in Hamburg zu Themen aus Medizin und Wissenschaft und ist Autorin für Radiofeatures der ARD, für Printmedien wie Die Zeit, Der Spiegel oder Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. 2012 gehörte sie einem Team des "International Consortium of Investigative Journalists" an, das die Verflechtungen des internationalen Leichenhandels recherchierte. Viele ihrer Arbeiten wurden ausgezeichnet. Zuletzt erhielt sie für das ARD-Radiofeature Übertherapie am Lebensende den Journalistenpreis "Evidenzbasierte Medizin in den Medien 2020".



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