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Wenn die Wespen kommen

  11.09.2018 | 09:03 Uhr

Im Saarland gibt es dieses Jahr besonders viele Wespen. Es scheint, als seien die Wespen in diesem Jahr besonders aggressiv und ihre Stiche besonders schmerzhaft. Dicke Schwellungen und rote bis blaue Beulen rund um die Einstichstellen. Sind die Wespenstiche in diesem Jahr vielleicht besonders gefährlich? Und was kann man dagegen tun?

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Wenn die Wespen kommen
Es scheint, als seien die Wespen in diesem Jahr besonders aggressiv und ihre Stiche besonders schmerzhaft. Dicke Schwellungen und rote bis blaue Beulen rund um die Einstichstellen: Sind die Wespenstiche in diesem Jahr vielleicht besonders gefährlich?

Wespen fangen Fliegen, Mücken, Raupen, Spinnen - ganz schön nützliche Tierchen also. Aber wenn wir ihnen beim Frühstück im Garten Wurst und Käse anbieten, sagen sie natürlich nicht nein. Kuchen und süße Teilchen liefern außerdem schnell Zucker und den brauchen die Wespen quasi als Flugbenzin.

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Wespen lieben nicht nur Süßes
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Wespen lieben nicht nur Süßes

Dieses Jahr sind besonders viele der gestreiften Insekten unterwegs. Als Grund vermuten Experten den vorangegangenen milden Winter. Viele Königinnen hätten ihn gut überstanden. Wespen-Fachmann Viktor Martin aus Ensdorf warnt: Es werden in den kommenden Wochen noch mehr. "Die Nester explodieren jetzt regelrecht, es schlüpfen mehr Tiere, als wieder sterben." Dementsprechend brauchen sie mehr Nahrung - und suchen sie auch häufiger auf unseren Esstischen.

Lavendel und Knoblauch können Wespen nicht leiden

Kaffee verbrennen, Kupfermünzen auslegen, Papiertüte aufhängen - jeder kennt einen "Geheimtipp", der gegen Wespen helfen soll. Die meisten davon sind Quatsch, meint Fachmann Viktor Martin. Er nennt drei natürliche Gerüche, die die Wespen nicht leiden können:

  • Lavendel: entweder im Topf oder, noch besser, als Duftöl im Verdampfer
  • Knoblauch: ganze Zehen zerdrücken, der Geruch muss intensiv sein
  • Basilikum: Blätter aufschneiden oder ausdrücken, nur die Pflanze reicht nicht

Verzichten sollte man auf Wespenfallen oder eine "Ablenkfütterung" mit vergorenem Obst - das lockt nur noch mehr Wespen an.

Tipps, um Ärger zu vermeiden

Sollte trotz Geruchsbarrieren mal eine Wespe kommen, ist ganz wichtig: Ruhe bewahren. Schlägt man nach ihnen oder pustet sie an, fühlen sich die Tiere bedroht und stechen zu. Hier ein paar Tipps, um Ärger zu vermeiden:

  • Nahrungsmittel im Freien abdecken
  • Reste schnell wegräumen
  • Nach dem Essen bei Kindern den Mund abwischen
  • Nie direkt aus der Flasche trinken, besser mit Strohhalm
  • Wenn möglich auf Parfüms, Cremes und andere Düfte verzichten
  • Eher helle Kleidung tragen

Bitte nicht draufhauen!

Egal wie lästig Wespen werden - bitte nicht einfach draufhauen. Wespen sind wildlebende Tiere und fallen unter das Naturschutzgesetz. Einige stehen sogar unter Artenschutz. Im Saarland sind das zum Beispiel die französische Wespe, die sehr schlank ist, oder die rote Wespe, die einen roten Ring um den Unterleib hat.

Wespen ohne Grund zu töten oder ihre Nester auf eigene Faust zu entfernen, ist verboten. Wer erwischt wird, erhält in den meisten Fällen eine Verwarnung oder ein Bußgeld - die Ordnungshüter entscheiden von Fall zu Fall. Die Höchststrafe im Saarland beträgt laut bussgeldkatalog.org 10.000 Euro - das es so teuer wird, ist aber sehr unrealistisch.

Aufgehoben ist das Verbot, wenn eine direkte Gefahr besteht. Allergiker oder Eltern, die ihre Kinder bedroht sehen, dürfen Wespen unschädlich machen - hier geht die Sicherheit der Menschen vor das Wohl der Tiere.

Auch bei Nestern gilt: Umgesiedelt wird nur, wenn es nicht anders geht - wenn viele Kinder in der Nähe spielen oder die Substanz eines Hauses gefährdet ist. Hilfe und Tipps zum Nest im Garten gibt es beim NABU und den örtlichen Feuerwehren.

Erste Hilfe bei Stichen

Manchmal hilft alle Vorsicht nichts - man wird gestochen. Auch hier gilt: kein Grund zur Panik. Selbst mehrere Stiche gleichzeitig sind für gesunde Menschen ungefährlich, wenn auch schmerzhaft. Anders ist es bei Allergikern: Sie sollten sofort zum Arzt gehen. Drei einfache Erste-Hilfe-Maßnahmen:

  • Stich sofort kühlen, ein bis zwei Stunden kühl halten
  • Kühlende Salben verwenden
  • Schwellung mit einer Zwiebel einreiben

Viele weitere Infos gibt es auf der Seite vom NABU Saarbrücken.

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