Ein Mann filmt sich während er am Tisch sitzt. (Foto: IMAGO / Westend61)

Das Problem mit unseriösen Influencern

  27.06.2023 | 15:33 Uhr

Die Finanzberatungsangebote im Netz haben stark zugenommen. Scrollt man durch die sozialen Medien bekommt man plötzlich unzählige besonders 'heiße' Tipps zur Geldanlage. Verbraucherschützer warnen allerdings davor, dass viele Anbieter unseriös sind. SR Wirtschaftsredakteur Peter Sauer erklärt, warum diese Angebote in letzter Zeit zugenommen haben und wie man unseriöse Anbieter erkennt.

Warum haben diese Finanzberatungsangebote in letzter Zeit so zugenommen?

In der Finanzberatungsbranche – egal ob online oder offline – spielt Geld natürlich immer die zentrale Rolle. Man kann dort viel Geld verdienen. Leider ist die Zahl der unseriösen recht groß. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mahnt deshalb zur Vorsicht – besonders wenn die Versprechen der Finfluencer - also Influencer im Bereich Finanzen - groß sind.

Wie kann man das denn am besten überprüfen, ob es sich da um seriöse Angebote handelt?

Da gelten grundsätzlich dieselben Regeln wie auch im echten Leben. Da würde man ja auch nicht jedem sein Geld anvertrauen ohne vorher zu checken, ob das Angebot seriös ist. Gibt es beispielsweise eine Homepage mit klarem Impressum. Auf Kanälen ohne Quellenangaben und Hintergrund zum Accountbetreiber sollte man nicht vertrauen.

Das Problem mit unseriösen Finfluencern
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Das Problem mit unseriösen Finfluencern

Zudem hat Thomas Beutler von der Verbraucherzentrale des Saarlandes noch folgende Tipps: Große Reichweite, viele Fans sind schon mal kein Prädikat für gute Qualität. Likes oder Abonnenten lassen sich leicht erkaufen.

Wichtig ist, dass die Betreiber von dem Kanal, vielleicht auch ein entsprechendes Fachwissen haben, eine entsprechende Berufsausbildung vorweisen können.

Aktuell gibt es noch ein Problem: Bisher gibt es für Finfluencer noch keine zentrale Kontrollbehörde wie die BaFin bei Banken – Finanzblogger und Finfluencer fallen aber nicht in ihre Zuständigkeit.

Wie verdienen diese Anbieter denn eigentlich genau Geld?

Es gibt zwei Haupteinnahme-Quellen: Zum einen über Werbung – beispielsweise bei Videos auf Youtube. Oder über Provisionen, das nennt sich Affiliate Links und bedeutet: wenn User über einen Link auf der Seite ein Geschäft bei einem Anbieter abschließen, also beispielsweise ein Konto eröffnen, können sie dafür eine Provision bekommen.

Es kann natürlich passieren, dass Finfluencer dann vor allem Produkte empfehlen, bei denen die Provision für sie am höchsten ist. Allerdings muss man da auch sagen: Dass kann einem bei einem Offline-Berater auch passieren.

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Finanz-Tipps von saarländischem Start-Up
Arno Krieger und Thomas Kehl aus Saarbrücken haben vor sieben Jahren ein YouTube-Format gestartet, um über Finanzen aufzuklären. Das Format „Finanzfluss“ hat sich über die vergangenen Jahre einen guten Ruf aufgebaut und die beiden Gründer sind inzwischen nach Berlin gezogen.

Thema in der Sendung SR 1 - Deine Eins! am 27.06.2023.

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