Illustration des Coronavirus (Foto: Imago Images/ZumaPress)

Das Saarland-Update vom 02.04.2020

  02.04.2020 | 07:45 Uhr

Die Flut an Informationen über die Corona-Pandemie reißt nicht ab. Unser tägliches Update auf SR 1 informiert über die wichtigsten Entwicklungen in der Welt und auch im Saarland : montags bis freitags immer um 7.45 Uhr

  • Aktuell 1073 positiv getestete Menschen im Saarland

  • 55 Millionen Euro Mehrausgaben beim Land

  • Vorerst keine deutschlandweite Maskenpflicht

  • Maßnahmen bis mindestens 19. April

Wie sehen die aktuellen Zahlen aus?

Corona-Krise: Das Saarland-Update vom 02.04.2020
Audio [SR 1, (c) SR/Janek Böffel, 02.04.2020, Länge: 03:52 Min.]
Corona-Krise: Das Saarland-Update vom 02.04.2020

Die Zahlen sind auch im Saarland wieder gestiegen. Stand gestern am frühen Abend haben wir 1073 Fälle. Wir sind also vierstellig, was die Zahl der Infizierten angeht. 112 Infizierte mehr als noch gestern und – im Saarland steigt die Zahl Deutschlandweit am schnellsten. Alle 6,2 Tage verdoppelt sie sich, in anderen Bundesländern sind die Zahlen niedriger. Selbst Bayern liegt derzeit bei 9 Tagen. 15 Menschen sind mittlerweile an den Folgen von Corona verstorben. 141 sind derzeit im Krankenhaus, 48 in intensivmedizinischer Betreuung.

Um kurz über den Atlantik zu blicken, in den USA liegt die Zahl der Infizierten mittlerweile bei mehr als 200000. Die Zahl der Toten bei rund 5000.

Was ist denn gestern passiert?

Gestern gab es eine ausführliche Telefonkonferenz mit Bundeskanzlerin Merkel und den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten.  Die Botschaft dabei klar: vor Ostern braucht niemand über eine Lockerung der Einschränkungen nachzudenken. Bundesweit sollen Kontaktverbote und Ausgangsbeschränkungen bis mindestens zum 19. April gelten.

Im Saarland gehen sie ja sogar bis zum 20. einschließlich. Aber die interne Botschaft bei allen Beteiligten war ebenfalls deutlich. Tatsächlich sollte niemand vor Ostern über große Lockerungen sprechen. Denn Stand jetzt ist noch nicht abzuschätzen, wie die Lage dann aussieht. Und bevor von Seiten der Politik Hoffnungen gemacht werden oder der Eindruck entsteht, dass die Maßnahmen eventuell nicht mehr so hart sein müssen, soll diese Diskussion vermieden werden. Damit soll auch verhindert werden, dass sich Menschen zu sicher fühlen und die Vorgaben möglicherweise nicht mehr befolgen.

Und auch das haben die Ministerpräsidenten noch einmal bestätigt. Eine deutschlandweite Maskenpflicht soll nicht kommen. Wer eine tragen will, dem ist das natürlich gestattet. Dem Beispiel Österreich folgen, das jüngst eine Maskenpflicht in allen Supermärkten eingeführt hat, das wird Deutschland aber nicht.

Wie sieht es im Saarland aus?

Da hat gestern der Finanzminister Peter Strobel erstmals genauere Zahlen vorgestellt, wie sich die Corona-Krise auf die Landesfinanzen auswirkt. Da war zwar eigentlich allen Beteiligten klar, dass das Land neue Schulden machen wird, aber wie viel, das steht noch nicht fest. Jetzt wissen wir aber immerhin, dass es mindestens 55 Millionen Euro Mehrausgaben für das Land sein werden. Das bedeutet auch: Es wird einen Nachtragshaushalt geben müssen. Der soll voraussichtlich im Juni verabschiedet werden.

Aber ob selbst diese 55 Millionen Euro reichen werden, ist derzeit fraglich. Denn das Saarland befindet sich in einer doppelt ungünstigen Situation. Auf der einen Seite sind da Mehrausgaben, wie die Hilfsprogramme oder die erlassenen KITA-Gebühren. Auf der anderen Seite ist da aber auch die schwache wirtschaftliche Lage, die die Steuereinnahmen sinken lässt. Also nicht die besten Voraussetzungen für ein Land, das finanziell ohnehin nicht auf Rosen gebettet ist

Auch Thema auf SR 1 am 02.04.2020 bei 'Balser & Mark. Dein Morgen'.

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