Altenheim (Foto: dpa/Jonas Güttler)

Situation in saarländischen Pflegeheimen

  13.11.2020 | 14:55 Uhr

213 Menschen sind im Saarland mit dem Corona-Virus bis jetzt gestorben. Mehr als die Hälfte der verstorbenen Corona-Patientinnen und Patienten im Saarland stammte dabei aus Alten- und Pflegeheimem.

Die Coronainfektionszahlen sind weiterhin auf einem hohen Niveau. Erschwerend kommt hinzu, dass die Anzahl der Infektionen unter der älteren Bevölkerungsgruppe wieder zunimmt. Darunter betroffen sind auch die Pflegeheime. Mit strengen Hygienekonzepten wurde versucht das Virus aus den Alten- und Pflegeheim herauszuhalten. Aktuell gibt es in den saarländischen Alten- und Pflegeheimen fast 2.500 Corona-Infektionen - und das sind nur die Fälle, die den Behörden bekannt sind. Von diesen Fällen muss jeder zehnte im Krankenhaus behandelt werden. Die Zahl der im Zusammenhang mit Corona-Verstorbenen ist im Saarland auf 213 gestiegen. Bei mehr als der Hälfte davon handelt es sich um Bewohner von Alten- und Pflegeheimen.

Viel Disziplin gefordert

Die Alten- und Pflegeheim sind ein sensibler Bereich. Dies verlangt viel Disziplin, sagt der Leiter vom Merziger Fellenbergstift Ronald Herrmann. Die Mitarbeiter und er selbst sind gedanklich immer bei der Situation im Haus. Viele Mitarbeiter würden deshalb sich auch privat stark Einschränken um mögliche Infektionen zu vermeiden.

Besuch soll weiterhin möglich bleiben

Diese Disziplin wid belohnt. Bisher dürfen die Familien die Bewohner in Merzig noch besuchen. Einer am Tag für eine Stunde. Das ist unheimlich wichtig für die Bewohner, so die Pflegedienstleiterin Katja Folz. Sie hoffen, dass die Besucherregelung auch über die Weihnachtszeit weiterhin möglich ist. Bis dahin versucht sie mit ihrem Team soviel Freude wie möglich unter den Bewohnern zu verbreiten.

Infektionen in jeder vierten Einrichtung

Etwa 160 Pflegeeinrichtungen gibts im Saarland. In ca. einem Viertel davon gibts es Fälle unter den Pflegekräften oder den Bewohnerinnen und Bewohnern. ,,Wir hatten dieses Jahr schon große Ausbrüche in Pflegeheimen. Wie etwa in einer Püttlinger Einrichtung im Frühjahr. Die Situation ist angespannt. So schlimm wie im März oder April wird es aber nicht mehr'' glaubt Dr. Jürgen Stenger, Geschäftsführer der saarländischen Pflegegesellschaft.

Und auch im Sterben liegende Menschen müssen im Härtefall nicht alleine auf ihrem Zimmer bleiben. Es gebe zwar ein Betretungsverbot der Bewohnerzimmer, jedoch gebe es auch Ausnahmegenehmigungen bei Palliativfällen.

Auch Thema auf SR 1 am 13.11.2020 in der Sendung 'Hallo Saarland'.

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