Eifelturm in Paris (Foto: pixabay/3dman_eu)

Das Paris-Syndrom

  08.10.2021 | 07:46 Uhr

Fast jede fünfte Google-Bewertung über Paris ist negativ, das hat eine aktuelle Studie ergeben. Bei Erstbesuchern platzt der Romantiktraum wie eine Seifenblase. Frust, Angst und Agressionen: Man spricht auch von einem "Paris-Syndrom". Aber was ist es genau, was viele Besucher anscheinend so runterzieht? Wir haben unsere SR Paris-Korrespondentin Sabine Wachs gefragt, woran dieses 'schlechte Bild' von Paris liegen könnte? Und natürlich verrät sie uns ihren Paris-Geheimtipp und wo es dort am schönsten ist.

Akkordeon-Klänge, leckere Croissants an jeder Ecke, knutschende Pärchen: Paris gilt als die Stadt der Liebe. Viele Besucher haben so hohe Erwartungen, dass sie vor Ort von der Realität enttäuscht werden.

Dem Paris-Syndrom auf der Spur
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Dem Paris-Syndrom auf der Spur

Fast jede fünfte Google-Bewertung über die französische Hauptstadt ist negativ, fand eine Studie heraus: Bei der Untersuchung des Gepäckaufbewahrungsnetzwerks 'Radical Storage' wurden 140.000 Stadtbewertungen über die 20 der weltweit beliebtesten Städtereiseziele analysiert.

Grund für die negativen Bewertungen könnte sein, dass bei manchen Erstbesucher:innen ein romantischer Traum von Paris auf die Realität trifft. Paris hat viele schöne Seiten, aber die muss man zuerst einmal entdecken.

Metropole Paris: Die Ernüchterung

SR Paris-Korrespondentin Sabine Wachs lebt in Paris und sie sagt selbst, dieses verklärte Paris-Bild, kommt auch häufig aus den Sozialen Medien. Es sind zum Beispiel Instagram-Posts, die die romantische Vorstellung von Paris anfeuern. Da sieht man Influencer:innen, die alleine am Seine-Ufer posieren und schöne Schnappschüsse von den Attraktionen machen. Aber das ist natürlich alles inszeniert.

Denn: Hier ist man selten alleine an einem romantischen Ort. Auch in der Netflix-Serie 'Emily in Paris' sieht man 'nur' die schönen romantischen Seiten von Paris. Es ist ständig gutes Wetter, die Menschen sind immer schön, es gibt keinen einzigen Obdachlosen zu sehen und keinen Müll. Und wenn man so dieses Bild von 'Emily in Paris' oder dieses Insta-Bild von Paris im Kopf hat und dann nach Paris kommt, ist man einfach super enttäuscht.

Geheimtipp: Viertel Butte-aux-Cailles

Aber es gibt natürlich auch schöne Ecken in Paris. Sabine Wachs verrät uns ihren Geheimtipp: Es ist das Viertel 'Butte-aux-Cailles'. Es befindet sich im 13. Arrondissement von Paris, zwischen der 'Place d'Italie' und dem 'Parc Montsouris' und ist eigentlich gar nicht so touristisch bekannt. Es gibt kleine Häuser, es spielen Kinder auf der Straße und es gibt einen Marktplatz. Es ist das alte Pariser Komponistenviertel und war das zentrale Viertel der Pariser Kommune. In der lebhaften 'Rue des Cinq Diamants' gibt es viele kleine lokale Geschäfte und Restaurants, die Fassaden zahlreicher Häuser sind mit Street-Art verziert. Wer also wirklich mal ein ruhiges und nicht ganz so touristisches Paris kennenlernen möchte, ist hier gut aufgehoben.

Thema in der Sendung SR 1 'Dein Vormittag im Saarland' am 7.10.2021.

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