Geldabheben am Bankautomat (Foto: Foto: pixabay/ 3dman_eu)

Kostenfalle: Geld abheben im Ausland

  05.06.2019 | 10:55 Uhr

Wer im Ausland Geld abheben will, muss aufpassen. Vor allem beim Angebot, den Betrag gleich in die Heimatwährung umzurechnen. Der Wechselkurs ist oft viel schlechter als der Kurs der Heimatbank. Außerhalb der Euro-Zone wenden viele Geldautomatenbetreiber diesen Trick an. Der Unterschied im Kurs beträgt in der Spitze bis zu 13,7 Prozent.

In 29 Ländern haben die Tester von Stiftung Warentest an mehr als 300 Automaten Geld abgehoben - in 23 Nicht-Euro-Ländern und in sechs Euro-Ländern.

Vorsicht in...

Laut Stiftung Warentest sollte man u.a. in Tschechien, Polen, Rumänien, Serbien, Ungarn, Kroatien, Dänemark und teilweise auch in Großbritannien und in der Türkei bei Geldautomaten aufmerksam sein, damit man nicht bei der 'Währungsumrechnung' abgezockt wird. Der Tipp: Unbedingt genau hinschauen, es ist manchmal sehr schwer zu sehen, welchen Knopf man drücken muss.

Geldautomat bietet eine Auswahl

Der Reisende kann auch am Automaten die Sofortumrechnung einfach ablehnen. Nachdem man die gewünschte Summe ausgewählt hat, erscheint häufig die Frage, ob die Abrechnung mit oder ohne Währungsrechnung geschehen soll. Das tut man per Knopfdruck. Oft wird nochmals nachgehakt, um den Geldabheber zu verunsichern. Wenn man allerdings auf die Umrechnung verzichtet, passiert gar nichts.

Der abgehobene Betrag in der ausländischen Währung wird an die eigene Hausbank vermittelt, die dann in Deutschland die Umwandlung in Euro vornimmt. Hier wird dann i.d.R. der günstigere Umrechnungskurs vermittelt.

Schlechter Wechselkurs?

Dabei können Verbraucher nicht davon ausgehen, dass bekannte Banken im Ausland fairer sind. Auch da zahlt man drauf. Ob der angegebene Wechselkurs in Ordnung ist, kann man nur abschätzen, wenn man sich vorher selbst erkundigt hat. Da hilft es auch nichts, wenn es am Automaten heißt: „garantierter fixer Wechselkurs“. Das soll meist nur von den schlechten Konditionen ablenken.

Geld abheben in den Euro-Ländern

Stiftung Warentest hat auch bei zehn verschiedenen Banken in Spanien und zwei in Griechenland Geld abgehoben. Auch dort wurden Automatengebühren erhoben, zusätzlich zu der Gebühr der Heimatbank des Verbrauchers. Nach Auffassung des Europäischen Verbraucherverbandes missachten die Banken die geltende EU-Gesetzgebung. Als Verbraucher sollte man den Abhebevorgang abbrechen und eine Bank ohne Gebühren suchen. In Spanien ist das zum Beispiel die CaixaBank.

Vorsicht bei Geldabhebungen im Ausland
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Vorsicht bei Geldabhebungen im Ausland

Extra-Automatengebühr

Auf die Dynamic Currency Conversion (DCC) – wie die Sofortumrechnung in der Fachsprache heißt – treffen Reisende vor allem in Europa. In den USA und in Südostasien gibt es am Automaten nur Extragebühren. Die bewegen sich zwischen umgerechnet rund 2 Euro und 6 Euro.

Bargeld mitnehmen?

Für die ersten Einkäufe rät Uwe Döhler von Stiftung Warentest, Bargeld dabei zu haben. Doch den Hauptbedarf an Bargeld sollte man vor Ort im Reiseland wechseln, so der Experte. Wenn man die Regeln beachtet, bekommt man einen guten Kurs über seine Kreditkarte gestellt.

Mit Girocard und Kreditkarte im Ausland günstig abheben

Leute, die viel reisen, sollten eine Karte nutzen, deren Einsatz keine oder geringe Gebühren kostet. Es gibt Banken, die ein Girokonto inklusive Girocard und Kreditkarten gratis anbieten. Zum Beispiel ist bei der DKB-Kreditkarte das Geldabheben im Ausland kostenfrei. Auch bei der Postbank können Reisende noch viermal im Jahr kostenlos Geld vom Automaten abheben.

(Quelle: test.de/2019)

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