St. Wendler Innenstadt (Foto: SR)

Gastronomie klagt über die neuen Corona-Regeln

  14.01.2022 | 18:48 Uhr

Im Saarland gilt jetzt die 2G-Plus-Regel auch in der Außengastronomie. Das bereitet der Branche erneut Probleme. Doch es fehlt nicht nur an Umsatz, auch der dramatische Personalmangel bereitet große Sorgen.

Im Saarland gilt die 2G-Plus-Regel jetzt auch in der Außengastronomie. Die Gäste brauchen also zwei Impfungen und dazu einen tagesaktuellen, negativen Test oder eine Booster-Impfung. "Ein weiterer Nackenschlag nach dem Motto: Warum immer wir?!" beklagt der Hauptgeschäftsführer der DEHOGA im Saarland, Frank Hohrath, diese Entscheidung. Denn sie verstärke noch die ohnehin großen Probleme der Branche.

Kein Umsatz

Die Wintermonate sind zwar normalerweise keine, in denen man gern draußen sitzt, dennoch gibt es auch in diesen Tagen immer Laufkundschaft, die ggf. das schöne Wetter genießen will und auch gerne mal draußen Platz nimmt, erklärt Hohrath. Doch wenn man keinen Umsatz machen kann, wie jetzt, bauen sich immer größere Probleme auf. Denn viele müssten noch Kredite abzahlen oder Mietstundungen aus 2020 nachzahlen. Doch das Weihnachtsgeschäft ist ausgefallen und konnte somit auch die Defizite aus dem vergangenen Jahr nicht ausgleichen. "Man hat das Gefühl, die Corona-Maßnahmen nehmen einfach in Kauf, dass das Gastgewerbe einfach so ein Kollateralschaden ist, der einfach hinzunehmen ist", klagt Frank Hohrath.

Personalfluktuation

Insgesamt beklagt die Branche auch einen enormen Personalmangel. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist in Deutschland die Zahl der Beschäftigten in der Gastronomie während der Pandemie um 23,4 Prozent gesunken, das bedeutet, jeder vierte Job ist weggefallen.

Dabei bildet das Saarland keine Ausnahme, so Hohrat. Zwar gab es im Sommer eine kurze Entspannungsphase, in der auch einige Mitarbeiter zurückkamen, doch dann hat im November die 2G-plus-Regel im Innenbereich wieder harte Einschnitte gebracht. Weihnachtsfeiern wurden von den Kunden abgesagt, Gastro-Mitarbeiter wieder in Kurzarbeit geschickt. Da bleibt es nicht aus, dass in der Folge sichere Arbeitsplätze zum Beispiel in einem Discounter der Unsicherheit im Gastronomiebereich vorgezogen werden. "Die Mitarbeitergewinnung und die Mitarbeiterbindung gehört zu den größten Problemen, die wir im Gastgewerbe im Moment haben", erklärt der DeHoGa-Hauptgeschäftsführer.

Weitere Informationen




Auch Thema auf SR 1 am 14.01.2022 in der Sendung 'Stand der Dinge'.

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