Skyline von Singapur (Foto: Pixabay/12019)

Corona in Singapur

  02.09.2020 | 19:41 Uhr

Wer im Saarland gegen die Maskenpflicht verstößt, muss in Zukunft mit einem Bußgeld rechnen. Viel strenger geht es in Singapur zu. Ein Exil-Saarländer berichtet.

Florian Schmidt kommt ursprünglich aus Neunkirchen. Vor einem Jahr hat es den Bio-Informatiker aus dem Saarland in die weite Welt verschlagen. Genauer gesagt nach Singapur. Von seinen Erfahrungen hat er uns aus 10.000 km Entfernung berichtet.

Zweimonatiger Lockdown

Wenn man im Internet nach Singapur sucht, werden als erstes supermoderne Gebäude oder eine beeindruckende Skyline angezeigt. Das sind nicht nur aufgehübschte Fotos, um Touristen anzulocken, das entspricht der Realität. In einem solchen Gebäude lebt Florian Schmidt. Anders als in Deutschland dauerte in Singapur der coronabedingte Lockdown volle zwei Monate von April bis Mai. Außer zum Einkaufen durfte man dort sein Zuhause nicht verlassen.

Härtere Regeln, härtere Strafen

Ein Saarländer am anderen Ende der Welt
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Ein Saarländer am anderen Ende der Welt

Inzwischen hat sich die Lage etwas entspannt. Nachdem der Lockdown beendet war, startete die Regierung einen Drei-Phasen Plan, um das Land wieder zurück zur Normalität zu führen. Aktuell befindet sich das Land in der zweiten Phase. Wer das Haus verlässt, muss einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Auch im ÖPNV herrscht Maskenpflicht, zusätzlich darf man aber auch nicht reden. Dadurch soll das Risiko einer Tröpfcheninfektion weiter verringert werden.

Nicht nur die Maßnahmen sind strenger, auch die Strafen: Dort werden umgerechnet rund 200 Euro Strafe bei erstmaligem Verstoß fällig. Wer daraus nichts lernt, muss bei mehrmaligem Verstoß noch tiefer in die Tasche greifen oder sogar ins Gefängnis.

Weiterhin begrenzter Kontakt

Während in Deutschland die Gastronomie so langsam wieder anläuft und schon die ersten privaten Feten gefeiert wurden, ist Singapur davon noch weit entfernt. Maximal fünf Personen dürfen sich dort im privaten Rahmen treffen. Für Treffen außerhalb, z. B. in Restaurants, gilt: maximal fünf Personen pro Tisch. und zwischen den Tischen darf keine Interaktion stattfinden Bei einer größeren Gruppe dürfen dann keine Interaktionen untereinander stattfinden.

Von Demos keine Spur

Bilder wie die aus Berlin, bei denen Menschen ohne Maske demonstrieren, findet man in Singapur nicht. Die Bevölkerung ist sehr folgsam, was die Maßnahmen der Regierung angeht. Zu Beginn wurde die Maskenpflicht vereinzelt kritisiert, das hat sich mittlerweile aber wieder gelegt. Statt gegen die Regierung zu rebellieren, entstand eine allgemeine Akzeptanz in der Bevölkerung, so der Exil-Saarländer.

Ausreise ja, Einreise nein

Gerne würde Florian Schmidt an Weihnachten seine Familie in Neunkirchen besuchen. Das lässt die momentane Lage aber nicht zu. Zwar ist es den Menschen in Singapur erlaubt, das Land zu verlassen, jedoch darf man nur aus bestimmten Ländern, wie beispielsweise China, wieder ins Land einreisen. Deutschland steht derzeit nicht auf dieser Liste. An einen Sommerurlaub in einem anderen Land oder einen Besuch in der Heimat ist momentan also nicht zu denken.


Auch Thema auf SR 1 am 02.09.2020 in der Sendung 'Hallo Saarland'.

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